Montag, 23. Juli 2012

Rezension: Frieda aus der Flasche - Ulrike Rylance

 
  Titel: Frieda aus der Flasche
Autor: Ulrike Rylance, illustriert von Regina Kuhn
ISBN:  978-3941787698
Seiten: 152
 Verlag: Jacoby & Stuart
 Preis: 12, 95 Euro
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Inhalt:
Die 9-jährige Franzi fährt mit ihrer Familie in den Urlaub. Doch leider führt die Reise nicht wie von ihrer Mutter gewünscht nach Spanien, sondern an die Ostsee, in ein kleines schäbiges Ferienhaus ihres Onkels. Dementsprechend schlecht ist auch die Stimmung in der Familie: Die Eltern streiten sich nur noch mit den steinreichen Nachbarn von nebenan, ihre große Schwester mault nur rum und sie selbst muss in einer muffigen Rumpelkammer schlafen.
Doch als Franzi in ihrem „Zimmer“ eine bauchige, alte Flasche findet, wendet sich der Urlaub zum Besseren. Denn in der Flasche lebt eine kleine, dicke Frau mit grünen Haaren,  welche sich als Frieda vorstellt.
Diese bittet Franzi, sie aus der Flasche zu befreien, und als Dank verspricht sie ihr 3 Wünsche zu erfüllen. Als Franzi nach langen Überlegungen darauf eingeht und sich für 3 Wünsche entschieden hat, läuft die Erfüllung dieser  aber nicht ganz nach Franzis Vorstellungen ab. Denn Frieda hat, nach über 150 Jahren in der Flasche, erst einmal ganz andere Sache im Kopf. Sie braucht neue Kleider und will unbedingt einen schönen Mann finden. So haben Franzi und der Nachbarsjunge Tobi bald alle Hände voll damit zu tun, dass die lebhafte und selbstbewusste Frieda mit ihrer manchmal leicht verrückten Art nicht zu sehr die Aufmerksamkeit aller anderen auf sich zieht und erleben dadurch einen turbulenten und spannenden Urlaub.

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist kindgerecht, aber trotzdem nicht zu einfach oder langweilig. Frieda peppt mit ihrer eher altmodischen, aber dennoch passenden Sprache die ganze Sache noch weiter auf und setzt liebevolle sprachliche Akzente.
Die Charaktere sind alle generell sehr gut gelungen. Franzi ist ein sympathisches kleines Mädchen, mit der sich Kinder in diesem Alter bestimmt gut identifizieren können. Mit Frieda wird der Traum jedes Kindes wahr, ein heimlicher Freund mit Zauberkräften, der auch noch einen langweiligen Urlaub aufpeppt. Und mit ihrer lustigen und manchmal leicht verrückten Art, bringt sie den Leser oft zum Schmunzeln und zieht dadurch mit Leichtigkeit sämtliche Zuneigungen auf sich. Auch die anderen Charaktere sind so gestaltet, dass der kindliche Leser evtl. Parallelen zu Menschen in seinem eigenen Leben entdecken kann.
Auch wenn „Frieda aus der Flasche“ oberflächlich betrachtet nur nach einer lustigen Urlaubsgeschichte aussieht, schafft es die Autorin geschickt, den Kindern unterschwellig und ohne Belehrungscharakter, einige wichtige Themen nahe zu bringen. So spielt sie z. B. darauf an, dass Vorurteile selten richtig sind und man Menschen erst einmal genauer kennen lernen sollte, oder dass manche Wünsche gar nicht so unerreichbar sind, wie man immer denkt.
Auch die kleinen Schwarz-Weiß Zeichnungen auf manchen Seiten, sind schön anzusehen und verhelfen der Geschichte zu einer noch besseren Wirkung.

Fazit:
Mit Frieda aus der Flasche hat die Autorin ein wunderbares Kinderbuch geschaffen, welches auf ganzer Linie überzeugt.  Ich werde es gerne an meine 7-jährige Nichte weiter geben.


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