Donnerstag, 13. September 2012

Rezension: Herbsttagebuch - Kerstin Hohlfeld




 Titel: Herbsttagebuch
Autor: Kerstin Hohlfeld
ISBN: 978-3839212929
Seiten: 344
Verlag: Gmeiner
Preis: 11, 90 Euro






Inhalt:
Rosa ist Schneiderin, lebt zusammen mit ihrer adeligen Freundin Vicky in deren Wohnung und ist mit dem liebenswürdigen Arzt Basti zusammen. Ihr Leben läuft eigentlich ganz gut und sie könnte zufrieden sein. Doch leider ist Basti durch seinen Beruf sehr eingespannt und hat nur wenig Zeit für Rosa, vor allem diese Ärztekongresse in Hamburg häufen sich. Als Rosa eines Tages in Vickys Bibliothek stöbert, findet sie ein 100 Jahre altes Tagebuch von Vickys Vorfahrin Augusta. Da sich um Augustas frühen und plötzlichen Tod bizarre Geschichten ranken ist Rosa gleich davon fasziniert und investiert viel Zeit und Aufwand um die alte Schrift zu lesen.

In ihrem Tagebuch schreibt Augusta über ihr Leben und wie sie zwischen 2 Männern, der Liebe und der Sitte der damaligen Zeit, stand. Rosa ist hingerissen von dem Tagebuch und will immer mehr erfahren. Als dann plötzlich der berühmte Regisseur Leopold Weidenhain auftaucht und ihr ein unausschlagbares Angebot macht, wird Rosas Leben turbulent und ziemlich kompliziert.

Herbstagebuch ist nach Glückskeckssommer der 2. Teil der Reihe um Rosas kleine Welt.

Meinung:
Obwohl ich den 1. Teil Glückskekssommer (bisher) nicht kenne, habe ich gut in die Geschichte gefunden. Frau Hohlfeld liefert alle nötigen Informationen um auch dem Neueinsteiger in Rosas Welt genügend Wissen mit an die Hand zu geben, damit er sich gut in der Geschichte zurecht finden kann. 

Die Idee mit dem Tagebuch hat mir gut gefallen, ich mag Familiengeheimnisse sehr gerne und fand es auch irgendwie toll, dass zwischen Augusta und Rosa so viele Parallelen offensichtlich werden.

Die Charaktere, allen voran Rosa sind der Autorin wirklich gut gelungen und alle für sich kleine, aber besondere Unikate. Sie sind ausdrucksstark, facettenreich und wirken einfach lebendig. Rosa ist eine leicht quirlige, aber total sympathische Persönlichkeit.  Ihre Gedanken und Handlungen sind immer glaubhaft und wenn ich sie auch nicht alle gut geheißen habe, konnte ich sie zumindest immer nachvollziehen.  Auch wenn sie Fehler macht und dabei andere verletzt, kann man ihr trotzdem nicht wirklich böse sein, denn sie macht dies nicht aus Boshaftigkeit, sondern handelt manchmal einfach etwas zu arglos. 

Der Schreibstil ist flüssig, aber eher einfach gehalten, was mir zu Beginn eher etwas kritisch ins Auge fiel. Jedoch ist mir das nach den ersten paar Seiten kaum noch aufgefallen. Die Geschichte um Rosa und vor allem auch Augusta ist mit einer guten Mischung aus Liebe, Freundschaft, Humor, Geheimnissen und Dramatik ausgestattet und hat mich so in seinen Bann gezogen, dass die Seiten einfach nur so dahin geflogen sind. Rosas Turbulenzen sind so anschaulich beschrieben, dass der Leser die Geschichte bildhaft vor seinem geistigen Auge mitverfolgen kann.

Vor allem das Ende hat mir richtig gut gefallen. Frau Hohlfeld bringt nochmal richtig Spannung und sogar manch unerwartete Wendungen in das Buch.

Fazit:
Herbsttagebuch ist ein leichter,  gefühlvoller und fesselnder Roman mit liebevoll gestalteten Protagonisten. Vor allem nach dem Lesen der letzten Seiten macht er Lust auf mehr, so dass  Glückskekssommer und auch den 3. Teil der Reihe, an dem Kerstin Hohlfeld gerade schreibt, sehr weit in die engerer Leseauswahl gerückt sind. Herbsttagebuch bekommt von mir 4 von 5 Buchherzen und eine deutliche Leseempfehlung.

Mein herzlicher Dank für das Leseexemplar gilt Frau Hohlfeld, Lovelybooks und dem Gmeiner Verlag.

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