Mittwoch, 3. Oktober 2012

Rezension: Das Geheimnis der Schwestern - Kristin Hannah


 

Titel: Das Geheimnis der Schwestern
Autorin: Kristin Hannah
Seiten: 488
Verlag: Ullstein Verlag
  Preis: 9, 99 Euro
Ersterscheinung: 14. 09. 12





Inhalt:
Der Roman erzählt die Geschichte von Winona, Aurora und Vivi Ann. Drei Schwestern die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch immer zueinander halten. Das ist auch nötig, da sie bereits in jungen Jahren ihre Mutter verloren haben und ihr Vater das nie wirklich überwunden hat. Nun sind die drei erwachsen und stehen jede für sich auf eigenen Beinen. Winona ist eine erfolgreiche Anwältin, Aurora ist verheiratet und kümmert sich um ihre beiden Kinder und Vivi Ann lebt noch mit ihrem Vater auf der familieneigenen Pferderanch. Während die gutaussehende Vivi Ann alles vom Leben zu bekommen scheint, was sie sich wünscht, bemüht sich Winona immer noch vergeblich um die Gunst ihres Vaters, die Vivi Ann schon als Kind zugefallen ist. Als Winonas Jugendfreund wieder in die Stadt kommt und sich in Vivi Ann verliebt, kann Winona den Neid und die Eifersucht kaum mehr unterdrücken. Doch anstatt mit Vivi Ann darüber zu sprechen, leidet sie still vor sich hin und schmiedet Pläne. Als Vivi Ann sich dann in ihren neuen, vorbestraften Mitarbeiter Dallas verliebt und dieser des Mordes verurteilt wird, droht das Band der 3 Schwestern endgültig zu zerreißen.

Meinung:
In dem Buch geht es um Liebe, Familie, Zusammenhalt, Eifersucht, Verrat, Reue, Vergebung und vor allem um Hoffnung, sowie um das starke Band, das Schwestern verbinden kann.
Dabei ist die Handlung von „das Geheimnis der Schwestern“ ziemlich komplex und kaum in ein paar Sätzen wiederzugeben. Denn die Geschichte gibt, nach einem Prolog aus dem Jahr 1979, Einblick in das Leben der Schwestern im Verlauf von 15 Jahren. Und in dieser Zeit passiert sehr viel. Zusätzlich werden die einzelnen Kapitel noch aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Jedoch gelingt es der Autorin sehr gut, diese Perspektiven klar voneinander zu trennen, so dass der Leser immer weiß, aus welcher Sicht gerade erzählt wird.

Man erfährt im Roman viel von den Stärken und Schwächen, und hauptsächlich von den Emotionen der Hauptprotagnisten. Als solche agieren vor allem Winona und Vivi Ann.
Vivi Ann ist die jüngste Schwester. Sie sieht super aus und lebt mit Freude in jeden neuen Tag hinein. Diese Devise hält sie auch bei den Männern. Sie ist die Einzige, die nach dem Tod ihrer Mutter die Gunst ihres Vaters erhält. Zu Beginn wirkt sie vielleicht etwas naiv, aber dennoch lebensfroh und sympathisch. Als die Sache mit Dallas passiert, ändert sie sich komplett. Sie kann es einfach nicht verstehen und geht daran fast zugrunde, weswegen sie ihr sonniges Gemüt verliert. In der Zeit, in der sie um Dallas trauert, kann man ihre Gefühle zwar nachvollziehen, aber nicht gut heißen, da sie dabei ihren Sohn vollkommen vernachlässigt. 

Winona ist die älteste der 3 und eine erfolgreiche Anwältin. Sie ist etwas übergewichtig und nicht nur deswegen neidisch auf die bildhübsche Vivi Ann. Sie bemüht sich schon seit ihrer Kindheit um die Anerkennung ihres Vaters, welche Vivi Ann so leichtfertig zufällt. So liebt Winona zwar ihre Schwester, ist aber tief in ihrem Inneren der Meinung, dass Vivi Ann alles bekommt, ohne es wirklich verdient zu haben. Deshalb nagen Neid und Eifersucht bereits seit einigen Jahren an ihr. In dieser Zeit bekommt der Leser einen guten Einblick in Winonas innere Zerfessenheit. Obwohl man ihre Gefühle irgendwie nachvollziehen kann, bringt sie die schlechten Empfindungen in den Roman und wirkt eher unsympathisch. Im Verlauf der Geschichte wird Winona reifer und bereut vieles. Sie wird sympathischer und versucht vieles wieder gut zu machen.

Aurora ist somit die mittlere und bleibt wie die meisten Nebencharaktere eher etwas farblos. Sie vermittelt immer zwischen den beiden anderen und hält sie zusammen. Es wird bereits früh klar, dass sie ihren Mann Richard eigentlich gar nicht wirklich liebt, sondern ihn nur aus Sicherheit geheiratet hat.
Die Charaktere reifen alle im Verlauf des Romans und ihre Gefühle und Erlebnisse wirken zu jeder Zeit authentisch. 

Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm und bis auf wenige zähe Stellen ist das Buch flüssig zu lesen. Die Autorin beschreibt geschickt die verschiedensten Emotionen und schreckt dabei auch vor einer teilweise düsteren Grundstimmung nicht zurück. So ist der Roman nicht immer locker-leicht und lässt den Leser auch oft mitfiebern und mitleiden.  Und obwohl die Handlung teilweise doch vorhersehbar war, konnte mich Frau Hannah mit manch unerwarteten Wendungen überraschen.

Ich war neugierig, was für ein Geheimnis die Schwestern hüten, habe jedoch lange Zeit keines gefunden. Nach beenden des Romans bin ich nun überzeugt davon, dass die Autorin damit die starke und allen Widrigkeiten trotzende Geschwisterliebe meint, welche sogar tiefste Verletzungen überstehen kann.

Fazit:
"Das Geheimnis der Schwestern" erzählt sehr emotional eine tragische und authentische Familiengeschichte.  Der Leser kann sich gut in die Handlung hineinversetzen und zusammen mit den Charakteren lachen und leiden. Auch wenn der Roman nicht durchgängig die volle Spannung aufrecht erhalten kann, lässt er sich doch gut und flüssig lesen.  Also eigentlich ergäbe dies eine Endbewertung von 3,5 Buchherzen, aber dank der tollen Gestaltung runde ich auf 4 Buchherzen auf.

 Herzlichen Dank an vorablesen.de und den Ullstein-Verlag für das Leseexemplar.

Kommentare:

  1. Mir gefällt das Cover total gut..Irgendwann werde ich das auch lesen :)

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    1. Ja, das ist auch echt schön, und vor allem die bedrückten Seiten, voll der Hingucker!!
      Na, dann bin ich ja mal gespannt, was du dann dazu sagst ;)

      lg, Steffi

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