Montag, 28. Januar 2013

*Rezension* Ganz normale Helden - Anthony McCarten


Titel: Ganz normale Helden
Autor: Anthony McCarten
ISBN: 978-3257067941
Seiten: 453
Verlag: Diogenes
Preis: 22,90 €
 

Inhalt
Jeffs Bruder Donald ist vor einem Jahr an Krebs gestorben. Seitdem ist nichts mehr wie früher. Jeff versucht, seinen Eltern über den Verlust hinwegzukommen und scheitert. Er vergräbt sich immer mehr im Internet in seine virtuell erfundene Welt und spielt eine ziemlich brutales und sehr reales Spiel dort. Eines Tages beschließt er auszuziehen, weil er einfach keine Kraft mehr hat, sich seinen Eltern gegenüber zu stellen. Diese machen sich große Sorgen, weil Jeff keine Nachricht hinterlassen hat, und sein Vater begibt sich auf die gefährliche Suche in diesem „Life of Lore“ Spiel.

Meinung
Mit diesem Thema „Internet-Onlinespiele“ hat der Autor ein sehr spezielles, für die heutige Zeit sehr vorangeschrittenes Thema gewählt. Das Internet ist sehr verbreitet, ich möchte nicht wissen, ob es überhaupt noch jemanden ohne Internet-Anschluss gibt. Mein Respekt, ein solches Buch zu schreiben. An einigen Stellen hat mir „Ganz normale Helden“ ein wenig heruntergezogen, das liegt wahrscheinlich daran, das ich ganz selten solche Bücher lese.

Bei einem solchen Schicksalsschlag, wie der Tod eines Sohnes oder Bruders, verarbeitet jeder seine Trauer anders. So flieht die Familie Delpe in die Welt des Internets, jeder auf seine eigene Weise. Jeff und sein Vater begeben sich auf die Reise in einem, für mich, sehr brutalen Onlinespiel, und die Mutter chattet in einem Room mit angeblich „Gott“. Keiner der Dreien kann aber seine wahren Gefühle in der realen Welt verarbeiten. Es kommt nur noch zum Streit, weil sie einfach nicht miteinander kommunizieren können.

Mich hat das Buch irgendwie fasziniert, aber auch total schockiert. Herr McCarten hat die Personen gekonnt real dargestellt, man denkt und fühlt mit ihnen mit. Man kann sich in jeden einezelnen gut hineinversetzen und begibt sich mit ihnen auf eine eher traurige Reise durchs Leben. Er hat sehr gut die Vor- und Nachteile des Internets beschrieben und welche Gefahren durch solche Onlinespiele entstehen. Der Schreibstil passt sich perfekt der Geschichte an, er ist flüssig und teilweise der modernen heutigen Welt angepasst, wie z. B. Das schreiben von Abkürzungen.

Cover
Das Cover ist für mich ziemlich unscheinbar und passt meiner Meinung nach nicht richtig zum Buch. Die einzelnen Kapitel waren mir auch zu lang, ich bevorzuge kürzere Kapitel, wodurch man das Buch dann auch mal beiseite legen kann.

Fazit
„Ganz normale Helden“ ist für mich ein fesselnder und aufrüttelnder Roman um eine wahre „Sucht“ des Lebens. Kurzweilig hat er mir die Zeit vertrieben, allersdings gefallen mir andere Bücher besser, welche nicht so ergreifend sind. Er erhält somit gutgemeinte 3 von 5 Buchherzen und eine Leseempfehlung.


Mein Dank gilt dem Diogenes Verlag, für die Bereitstellung dieses Buches.

Infos zum Autor: (Quelle Amazon)
Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth, ist ein Schriftsteller und Filmemacher aus Neuseeland. Er wohnt in Los Angeles, Wellington und in London.Manfred Allié, geboren 1955 in Marburg a. d. L., übersetzt Literatur, u.a. Scott Bradfield, Ralph Ellison, Richard Powers, Yann, Martel und Michael Innes. Er lebt in der Eifel.

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