Donnerstag, 9. Mai 2013

Rezension: Jasmyn - Alex Bell - Unbedingt lesen ;)





Titel: Jasmyn
Autorin: Alex Bell
Seiten: 399
Verlag: rowohlt Polaris
Preis: 12, 90 Euro 
Ersterscheinung: 01. 02. 2011
Reihe: Nein




Inhalt:
Mit dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns Liam bricht für die junge Geigenlehrerin Jasmyn eine Welt zusammen. Als die Trauer sie zu überwältigen droht, geschehen plötzlich unheimliche Dinge. Bei der Beerdigung fallen fünf schwarze, tote Schwäne auf Liams Grab, seine Eltern wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben, sie fühlt sich beobachtet und verfolgt und hat immer öfter erschreckende Erscheinungen, von denen sie nicht weiß, ob sie real sind, oder sie einfach langsam, aber sicher verrückt wird. Um Antworten zu erhalten, wendet sie sich schließlich an Liams Bruder Ben, mit dem Liam nach einem Streit schon länger keinen Kontakt mehr hatte. Gemeinsam tauchen sie in eine Welt aus Magie und alten Legenden ein und stoßen dabei auf Geheimnisse, die Jasmyn nie für möglich gehalten hätte.

Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich von diesem Buch vorher noch nie etwas gehört habe und der Kauf eher ein Zufall war. Jedoch ein sehr glücklicher, denn der Roman hat mich ziemlich sprachlos zurückgelassen.
Denn „Jasmyn“ von Alex Bell ist ein ungewöhnlicher Roman, was sich schon im ersten Satz wiederspiegelt. Denn darin heißt es „Ein Buch wie dieses haben sie noch nie gelesen“. Eine ziemlich selbstbewusste Aussage, die mich zu Beginn eher skeptisch gemacht hat. Aber „Jasmyn“ bietet wirklich eine neue und atemberaubende Geschichte. Die Autorin verknüpft eher unbekanntere altdeutsche Sagen- und Märchenmotive von Bayrischen Märchenkönig Ludwig II zu einer spannenden, aber auch emotionalen Fantasygeschichte. 

Schon ab der ersten Seite befindet man sich mitten in der Geschichte. Liam ist bereits verstorben und bei Jasmyn steht die große Trauer im Vordergrund. Sie kann es noch gar nicht richtig begreifen, dass ihr geliebter Liam nun nicht mehr bei ihr ist. Dabei erhält der Leser durch kurze, aber doch eindrucksvolle Erinnerungen einen guten Einblick und lernt die beiden etwas besser kennen. Doch dabei wirkt die Trauer stets unglaublich realistisch, was dem Roman eine gewisse Schwere verleiht.  

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mysteriöser wird es. Und viele der unheimlichen Erscheinungen sind überraschend dunkel, wodurch es auch teilweise leicht gruselig wird. Es werden immer neue brennende Fragen in den Raum geworfen, und man möchte unbedingt wissen, was da vor sich geht und wie alles zusammenhängt. Dabei bieten sich für den Leser viele Möglichkeiten sich Vorschläge für die Hintergründe zu überlegen, aber die Autorin überrascht dabei immer wieder mit solch unvorhergesehen Wendungen, dass ich in den seltensten Fällen mit meinen Vermutungen richtig lag. Und auch wenn am Ende manch kleinere Fragen doch unbeantwortet bleiben, ist die Geschichte um Liebe, Mystik, Gier und Hass in sich stimmig und einleuchtend und konnte mich bis zur letzten Seite fesseln. 

Jasmyn ist eine ungewöhnliche Protagonistin, was nicht nur darin begründet liegt, dass sie eine Albino-Frau ist und deshalb vermehrt unter Komplexen leidet. Aber dennoch ist sie stark und steht zu ihrer Meinung.  Man spürt auch, wie sehr sie ihren Mann geliebt hat und deshalb ist es auch verständlich, dass sie ihn immer verteidigt. 

Aber die wirkliche Sensation ist Ben, aus dem man den kompletten Roman über nicht schlau wird. Er ist einerseits sehr distanziert, kalt und teilweise mit seiner arroganten Art sogar richtig verletzend, aber andererseits kann er selten auch freundlich sein. Er gibt immer nur kleine Teile des Ganzen Preis und man wird einfach nicht schlau aus ihm. 

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen. Doch erst zusammen mit der unglaublich spannenden und fesselnden Handlung ergibt das einen Roman, den man nur schwer aus der Hand legen kann.

Fazit:
Mit „Jasmyn“ erschafft die junge Autorin einen unglaublich fesselnden Fantasyroman mit einer unverbrauchten Geschichte rund um alte deutsche Sagengeschichten. Durch die stimmige Mischung aus Tragik, Mystik und Realität, sowie vielen unvorhergesehen Wendungen ist diese Geschichte ein echtes Highlight und bekommt  wohlverdiente 5 von 5 Buchherzen. Es ist in meinen Augen ein unbedingtes Lese-Muss!

Infos zur Autorin (Quelle: rowohlt):
Alex Bell, geboren 1986, träumte schon als Kind davon, Schriftstellerin zu werden. Um einen Plan B in der Tasche zu haben, studierte sie aber erst einmal Jura. Nebenbei schrieb sie an ihrem ersten Roman. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin zusammen mit fünf Katzen, zwei Schildkröten und einem Hund in Hampshire.

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