Mittwoch, 26. Juni 2013

Rezension: Die Masche Liebe - Helen Vreeswijk




Titel: Die Masche Liebe 
Autor: Helen Vreeswijk
Seiten: 332 
Verlag: Loewe 
Preis: 6,95 €
  Ersterscheinung: 07. 01. 2010 
  Reihe: Nein
 *Leseprobe*  





Inhalt:
Die 15-Jährige Lisa kann ihr Glück kaum fassen, als sich der gut aussehende Mo ausgerechnet in sie verliebt. Der 22-Jährige überhäuft die Schülerin mit teuren Geschenken und hat stets ein offenes Ohr für ihre Probleme. Dass Mo mit Drogen dealt, verdrängt sie. Hauptsache, er liebt sie. Doch auch ihre beste Freundin Kelly hat sich in Mo verliebt. Dieser spielt die beiden Mädchen gegeneinander aus, macht sie von ihm abhängig und bringt sie schlussendlich zur Prostitution.  

Meinung:
Die Mädchen aus dem Roman kommen aus Holland, jedoch könnte man den Schauplatz auch in viele andere Länder verlegen.  Denn „die Masche Liebe“ ist ein Roman, der auf wahren Tatsachen beruht und ein wichtiges, aber in der Gesellschaft eher verdrängtes Thema, behandelt.  Nämlich, dass es (nicht nur im Ausland) Gruppierungen gibt, welche systematisch junge Mädchen in sich verliebt machen und diese dann zur Prostitution bringen. „Loverboys“ nennt man diese eiskalten und berechnenden jungen Männer. 

Lisa ist eine typische, ziemlich unzufriedene Jugendliche. Weil ihre „stolze“ Mutter den untreuen Vater aus dem Haus geschmissen hat, hat die Familie nun kaum Geld. Außerdem muss Lisa ständig auf ihren kleinen Bruder aufpassen. All diese Faktoren führen dazu, dass die eigentlich anständige Lisa rebellieren will und dies dann auch tut. Um vor ihren Freunden gut da zu stehen, beginnt sie Sachen zu klauen und sich damit in den Mittelpunkt zu rücken. So genießt sie auch Mos Aufmerksamkeit in vollen Zügen und wird durch ihre Liebe zu ihm blind. 
Kelly ist von Beginn an schon eher die rebellische der beiden und nimmt die Ereignisse schnell so hin, wie sie sind. Jedoch fällt es schwer wahre Sympathien aufzubauen, da die Figuren generell eher etwas blass und oberflächlich bleiben. 

Wenn man als Leser den Fortgang der Handlung miterlebt,  möchte man die Figuren ständig schütteln und zur Besinnung bringen. Dementsprechend wirken die Protagonisten auch oft naiv und man denkt sich beim Lesen auch oft, wie blöd man denn sein muss, um das nicht zu merken. Aber wenn man die ganze Sache mal ehrlich und nüchtern betrachtet, ist dies schon nachvollziehbar. Denn sobald Gefühle im Spiel sind, werden oft genug nicht nur unerfahrene Jugendliche zu blinden Marionetten. So ist es zwar grausam zu lesen, aber nicht unglaubwürdig, dass Kelly und Lisa die meisten Sachen relativ „freiwillig“ machen. Denn die „Loverboys“ sind leider sehr clever und geschickt, wenn es darum geht, die Mädchen von sich abhängig zu machen ohne, dass sie selbst auch nur etwas davon merken. Und wenn doch, dann ist es meistens zu spät. 

Der Schreibstil ist eher zügig und vor allem ziemlich nüchtern. Ohne großartige Emotionen nimmt die entsetzliche Geschichte ihren Lauf. Jedoch ist dies so beabsichtigt, da der Roman in erster Linie warnen, sowie zum Nachdenken anregen und nicht vorrangig unterhalten soll. Und auch wenn dabei beim Lesen keine großen Gefühle (außer Wut und Ungläubigkeit) aufkommen und auch der Spannungsbogen nicht konstant vorhanden ist, lässt sich der Roman wirklich gut und schnell lesen. 

Im Nachwort erklärt und betont die Autorin nochmal die wichtigsten Fakten der Problematik, z. B. konkrete Zahlen, wie häufig sowas auftritt, wie man die Zeichen erkennt und was man dagegen tun kann. 

Fazit:
„Die Masche Liebe“ hat mich etwas zwiegespalten und sehr nachdenklich zurück gelassen. Doch auch wenn die Umsetzung mehrere Schwächen aufweist, bietet die Geschichte erschreckende und informative Erläuterungen zum gefährlichen Thema „Loverboys“. Schlussendlich bekommt es deshalb von mir solide 3,5 Buchherzen eine deutliche Leseempfehlung für alle Jugendlichen (Mädchen) und ihre Eltern. 
Infos zur Auroin: (Quelle: Loewe-Verlag)
Helen Vreeswijk wurde 1961 in Den Haag geboren. Nach ihrem Schulabschluss wurde sie Fingerabdruckexpertin bei der niederländischen Kriminalpolizei. Nebenbei schrieb sie für die Mitarbeiterzeitung Rezensionen und Hintergrundberichte zur Kinder- und Jugendliteratur.
Durch ihre Erfahrungen mit jugendlichen Opfern und Tätern begann sie die Geschichten hinter den brutalen und oftmals tragischen Verbrechen aufzuschreiben und die Motive dieser Taten zu beleuchten. Inzwischen hat sie ihren Beruf bei der Kriminalpolizei aufgegeben und sich als Schriftstellerin selbstständig gemacht.
Unter dem Motto „Lesen ist Wissen, Wissen ist Erkennen, Erkennen ist Vorbeugen“ avancierte sie mit ihren Büchern zu einer der erfolgreichsten und renommiertesten Autorinnen der Niederlande. Ihre Bücher, in denen Vreeswijk fiktive Elemente mit realen Erfahrungen aus ihrer Zeit bei der Kriminalpolizei zu hochspannenden und brisanten Thrillern verbindet wurden vielfach ausgezeichnet.
Helen Vreeswijk wohnt derzeit mit ihrer Familie in Arnheim.

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