Freitag, 12. Juli 2013

Rezension: Die Prophezeiung der Schwestern - Michelle Zink





Titel: Die Prophezeiung der Schwestern
Autorin: Michelle Zink
Seiten: 416
Verlag: Goldmann
Preis: 8, 99 
Ersterscheinung: 03. 08. 09
 
Reihe: Teil 1 von 3
 



Inhalt:
Birchwood Manor, im Norden von New York, November 1890
Die Zwillingsschwestern Lia und Alice verloren schon früh ihre Mutter und nun ist auch ihr Vater unter  mysteriösen Umständen verstorben. Zur gleichen Zeit erscheint auf Lias Handgelenk ein geheimnisvolles Zeichen und sie hat plötzlich eigenartige Träume in denen sie sich gerufen und bedroht fühlt. Außerdem verschließt sich Alice ihr gegenüber immer mehr. Als Lias Freund James in der Bibliothek ihres Vaters ein rätselhaftes Buch findet, erfährt Lia, dass sie und ihre Schwester Alice sich einer Prophezeiung stellen müssen, die schon Generationen überdauert und immer wieder die Zwillingsschwestern der Familie dazu verdammt, das Schicksal der Welt in ihren Händen zu halten. Denn eine Schwester ist das Tor, durch das der gefallene Racheengel mit seinem Heer bösartiger Seelen in die Welt zurück gelangen kann und die andere Schwester der Wächter, der dies verhindern soll. 

Meinung:
Als ich den Klappentext von „Die Prophezeiung der Schwestern“ das erste Mal las, war für mich klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Denn er verspricht eine spannende und sehr geheimnisvolle Geschichte. Ein Versprechen, das der Roman selbst aber leider nur teilweise erfüllen kann. 

Die Idee dahinter ist genauso faszinierend, wie ich es mir erhofft hatte. Eine uralte Prophezeiung die zwei Schwestern auf gegnerische Seiten stellt und dabei noch etwas Fantasy und viele Geheimnisse mit ins Spiel bringt. So hat mir eigentlich auch der Anfang des Romans richtig gut gefallen. Da die Handlung bei der Beerdigung des Vaters beginnt, befindet man sich eigentlich gleich mittendrin. 

Dabei fungiert Lia als Protagonistin und erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive. Dadurch erfährt der Leser hautnah was es für sie bedeutet nun auch noch ihren Vater verloren zu haben, und wie unsicher sie sich durch die ganzen eigenartigen Veränderungen fühlt. Als sie von der Prophezeiung erfährt, braucht sie sehr lange um sie zu verstehen und ihre Rolle darin zu erkennen. Da sie eine liebenswürdige und umsichtige Persönlichkeit ist, ist es von Anfang an klar, dass sie die Rolle des Wächters einnimmt und ihre unzugängliche Schwester die Rolle des Tors innehat. Dementsprechend gut gelungen fand ich die Wendung, dass durch Komplikationen bei der Geburt ihre Rollen vertauscht wurden und nicht Alice sondern Lia das Tor darstellt.

Die Grundstimmung ist immer etwas düster, aber dennoch entwickelt sich die Geschichte spätestens ab diesem Zeitpunkt nur sehr langsam und ziemlich ruhig.  Dementsprechend zieht sie die Handlung ab dem ersten Viertel etwas, da Lia eigentlich nur von Ort zu Ort rennt und dabei ziemlich einfach Stück für Stück weitere Informationen erhält. 

Doch abgesehen davon gibt es noch mehrere Kleinigkeiten, die mich zwar nicht extrem gestört haben, aber mir dennoch etwas negativ aufgefallen sind:

Zum einen fand ich den Schreibstil zwar durchaus flüssig, aber irgendwie teilweise zu ruhig und ausdruckslos. Die Emotionen und auch das Geheimnisvolle werden dem Leser zumeist nicht so hautnah vermittelt, wie es sich für so eine Geschichte eigentlich gehört. Dies kann zum Teil auch daran liegen, dass die Handlung ins 19. Jahrhundert gelegt wurde, wodurch sich auch die Sprache an die Zeit anpasst. 

Außerdem erfährt man in diesem Auftakt ziemlich wenig über Alice. Sie ist von Beginn an unnahbar und es wird ziemlich schnell deutlich, dass sie die Böse der beiden ist und einen Hang zur Grausamkeit hat. Dabei werden die wachsende Distanz der beiden Zwillinge und die beständige, aber nicht genau definierbare Gefahr, die von ihr ausgeht immer deutlicher.  Jedoch bleibt sie für sich ziemlich blass, weil der Leser nichts über ihre wirklichen Gedankengänge erfährt. Dies ist etwas schade, da es den Roman interessanter und vor allem runder gemacht hätte. 

Und auch die Umsetzung der Fantasy-Elemente wirkt eher etwas unbeholfen. Zum Beispiel  das Reisen auf den Schwingen und auch die Möglichkeit mit den Toten zu kommunizieren werden zu wenig erklärt und fügen sich irgendwie nicht richtig in die Geschichte ein. Man kann es nicht wie bei anderen Fantasy-Geschichten einfach so hinnehmen, sondern hinterfragt ständig die Hintergründe davon. 

Jedoch ändert sich gegen Ende nochmal alles, denn das letzte Viertel kann nochmal richtig überraschen und mitreißen. Die Handlung nimmt drastisch an Fahrt und Spannung zu und lässt einen nicht mehr los. Weshalb ich doch Hoffnung auf eine spannende Fortsetzung habe. 

Fazit:
Ein Auftakt in eine Trilogie, die eine spannende Grundidee, aber mehrere kleinere Kritikpunkte in der Umsetzung aufweist. Jedoch konnte mich „die Prophezeiung der Schwestern“, vor allem aufgrund des ausdrucksstarken Endes, trotzdem überzeugen und meine Neugier auf die Fortsetzung wecken. Schlussendlich gibt’s gute 3,5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die gerne auch mal etwas ruhigere Fantasy-Romane lesen.

Infos zur Autorin (Quelle Amazon):
Michelle Zink ist im Süden Kaliforniens aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie in New York. Schon immer hat es sie fasziniert, alte Legenden und Erzählungen zu hinterfragen und weiterzuspinnen. Bisweilen entstanden daraus ganz eigene, neue Stoffe - und so kam ihr auch die Idee zur »Prophezeiung der Schwestern.«

Infos zur Reihe (bereits komplett erschienen):
1. Die Prophezeiung der Schwestern

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