Dienstag, 17. September 2013

Rezension: Neumondnacht - Günter Neuwirth





Titel: Neumondnacht 
Autor: Günter Neuwirth 
Seiten: 280   
Verlag: Molden 
Preis: 19, 99 Euro   
Ersterscheinung: 07. 08. 2013   
Reihe: Teil 2 von (bisher) 2






Inhalt:
In einer Neumondnacht wird der Fleischbaron Herbert Felder in seiner Lagerhalle von einer Maschine überrollt und getötet. Die Zuständige  Kriminalkommissarin Christina Kayserling findet bald heraus, dass das Opfer nicht sehr beliebt war und sich viele Feinde gemacht hat, die alle ein Mordmotiv haben könnten. So muss sie ihre Ermittlungen in alle Richtungen ausdehnen und stößt dabei auf üble Machenschaften und undurchsichtige Geschäfte.

Meinung:
Der Autor Günter Neuwirth hat nun schon einige Krimis geschrieben, aber „Neumondnacht“ ist der Erste, den ich von ihm lese. Die Handlung spielt im österreichischen Örtchen Steyr und beschreibt den zweiten Fall der Kriminalkommissarin Christina  Kayserling.

Obwohl ich den Vorgänger „Erdenkinder“ nicht gelesen habe, hatte ich nicht das Gefühl, dass mir wichtiges Vorwissen über die Kriminalkommissarin fehlt  und habe auch schnell in die Geschichte gefunden.  Der Roman wird aus sehr vielen Sichten erzählt, die abwechselnd, jeweils Kapitelweise die Geschichte voranführen. Somit bietet das Buch eigentlich ziemlich viele verschiedene Figuren die eine Rolle spielen und alle als Mörder in Frage kommen können.

Obwohl sich der Autor sehr viel Zeit für seine Charaktere nimmt und ihre ganz persönlichen Geschichten erzählt, oder zumindest umreißt, bleiben sie dennoch eher etwas undurchsichtig. Dies ist nach all der Zeit, die man mit ihnen verbracht hat, etwas schade. Die Einzige Ausnahme bietet vielleicht noch Kriminalkommissarin Christina. Bei ihr hat man noch eher das Gefühl, sie wirklich etwas kennenzulernen.

Da sich der Autor so viel Zeit für die Nebengeschichten lässt, bleibt die Spannung  leider etwas auf der Strecke. Zwar würde ich das Buch nun nicht als langweilig bezeichnen, aber so wirklich fesseln kann es auch nicht. Es plätschert einfach so dahin, ohne dass man nun dieses Verlangen hat, nun endlich zu erfahren, wer der Mörder ist und welches Motiv er hatte. 

Zu dieser Entwicklung trägt auch der Umstand bei, dass das Opfer wirklich keine nette und warmherzige Person war und man damit doch etwas das Gefühl hat, dass er sein Schicksal verdient haben könnte. 

Spannung kommt erst die letzten 20 Seiten auf und ist auch schnell wieder vorbei. Der Autor hat den Leser geschickt auf die ein, oder andere falsche Spur geschickt, wodurch die Auflösung doch eher unerwartet war. Doch leider wirkt der Roman etwas unfertig. Denn dadurch, dass der Autor so viele verschieden Figuren eingeführt hat, ihr Schicksal dann aber eher im Raum stehen lässt, fehlt dem Krimi ein runder Abschluss.  Auch die meisten der angedeuteten Geheimnisse über den ermordeten werden irgendwie nur kurz in einem Nebensatz erwähnt, aber die Folgen nicht weiter beschrieben. 

Der Schreibstil des Autors ist im Großteil ganz gut lesbar und in Ordnung. Jedoch merkt man manchen Passagen an, dass der Autor auch gern mit gehobenen Wörtern spielt, da manche Sätze doch etwas sehr verschachtelt sind und dabei viele Fremdwörter aufweisen. Jedoch ist dies nicht an der Regel und hemmt den Lesefluss deshalb nur selten. Auch die Handlung ist in sich schlüssig und regt etwas zum Nachdenken an. Denn der Roman beschäftigt sich auch mit den Themen Massentierhaltung und Fleischqualität, wodurch solche Themen auch wieder in das Bewusstsein des Lesers gebracht und dort auch die Zustände in der Realität hinterfragt werden. 

Fazit:
„Neumondnacht“ ist ein solide erarbeiteter Krimi, mit schlüssiger Handlung und Bezug zur Realität. Doch leider fehlen kontinuierliche Spannung, greifbarere Charaktere und ein runder Abschluss um dem Leser wirklich überzeugend im Gedächtnis zu bleiben. Somit gibt’s 3 von 5 Buchherzen.
Vielen Dank an Literaturtest.de für die Anfrage und den Molden Verlag für das Leseexemplar.

Infos zum Autor (Quelle: Amazon):
Günther Neuwirth, geboren 1966, wuchs in Wien auf. Nach dem Studium der Philosophie und Germanistik zog es ihn nach Graz. Der Autor wohnt und arbeitet am Waldrand der steirischen Koralpe. Nach Liebeleien mit der Jazzmusik und dem Kabarett lebt er nun für die Literatur, seine Familie und den Gemüsegarten. Der erfolgreiche Krimiautor ist Jury-Mitglied des Friedrich-Glauser-Preises. Bei Molden erschien 2012 der Öko-Krimi Erdenkinder ; zuletzt bei Styria Premium der Roman Das Nadelöhr . 

Infos zur Reihe:
2. Neumondnacht 

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