Dienstag, 19. November 2013

Rezension: Elvancor 2: Das Reich der Schatten - Aileen P. Roberts




Titel: Elvancor - Das Reich der Schatten
 Autorin: Aileen P. Roberts 
  Seiten: 608    
Verlag: Goldmann  
Preis: 12,99     
Ersterscheinung: 19. 08. 2013  
Reihe: Teil 2 von 2
 
 
 
 
 


Kurzbeschreibung:
Auf der Suche nach ihrer großen Liebe Ragnar hat die 18-jährige Lena die Welt der Menschen verlassen und Elvancor betreten – das Land jenseits der Zeit. Dort warten neue Aufgaben auf sie. Denn geheimnisvolle Schattenwesen bedrohen die Menschen in Elvancor ebenso wie dessen Ureinwohner, die Tuavinn. Krieg droht auszubrechen, und Lena gerät zwischen die Fronten. Verzweifelt hofft sie auf Ragnars Hilfe, doch dieser ist eigenartig distanziert und scheint fasziniert von der Macht der Schatten. Bald ist sich Lena nicht mehr sicher, auf wessen Seite er steht – und ob sie jemals seine Liebe zurückgewinnen wird ...

Meinung:
Bereits der Einstieg ins Buch hat mir richtig gut gefallen. Der Prolog, in dem es eine Rückblende zu Ragnars „Tod“ im letzten Teil gibt, ist sehr gut gewählt, da man sich dadurch thematisch und gefühlstechnisch gleich wieder mitten in der Geschichte wiederfindet und auch die bisher noch offengebliebene Frage, wie genau Ragnar nun gestorben ist, ausführlich und für mich sehr befriedigend beantwortet wird.

Nachdem der letzte Teil fast nur in der Menschenwelt gespielt hat, lernt man nun endlich Elvancor – Das Land jenseits der Zeit kennen und lieben. Elvancor ist etwas ganz besonderes, weswegen ich es auch sehr gut finde, dass es gleich anfangs viele Erklärungen zu den ungewöhnlichen Phänomenen gibt, die zwar zu Beginn, nicht nur für Protagonistin Lena, etwas schwer vorstellbar und komplex sind, der Geschichte aber auch nochmal einen besonderen Reiz verleihen. 

Das wahrlich besondere an der Geschichte sind für mich die vielen, gut durchdachten und völlig unvorhersehbaren Wendungen. Die Autorin führt den Leser mehr als einmal geschickt aufs Glatteis und erzeugt damit eine enorme Spannung, die sie auch den gesamten Roman hinweg auf einem extrem hohen Level halten kann. 

Auch der Schreibstil trägt seinen Teil zum außerordentlichen Gesamteindruck bei. Denn abgesehen vom Beginn, bei dem ich vor allem Lenas Part wieder sehr einfach geschrieben fand, ist die Erzählweise, vor allem bei den bildlichen und atmosphärischen Beschreibungen extrem eindrucksvoll. Die einzelnen Elemente von Elvancor erscheinen dem Leser sofort vor seinem inneren Auge und bleiben dort auch lange in Erinnerung. 

Als einzigen Kritikpunkt kann ich nur anführen, dass mir zwischendurch manche Stellen nicht ganz so gut gefallen haben, bzw. ich sie mir leicht abgewandelt gewünscht hätte. Dies bezieht sich vor allem auf persönliche Charaktereigenschaften bzw. Gefühle / Taten von Lena und Ragnar. Lena entwickelt sich in diesem Teil zu einer starken, mutigen und verantwortungsbewussten jungen Frau, aber zwischendurch, vor allem wenn es um ihre Gefühle zu Ragnar geht, verfällt sie in ein manchmal etwas nerviges Teenagerverhalten zurück. Und auch Ragnar lässt sich oft zu sehr von seiner Wut leiten und sich dadurch leicht auf Abwege bringen. Doch trotz dieser kleineren Kritikpunkte finde ich die Charaktere insgesamt sehr gut gelungen. Vor allem die Nebenfiguren bieten alle etwas Besonderes und wirken zu jeder Zeit authentisch. 

Das Ende selbst ist für meinen Geschmack fast etwas zu offen gehalten. Dennoch kann es als Gesamtende gut so stehen bleiben, da es zum einen auch wieder von unerwarteten Wendungen  nur so strotzt,  es genügend Hinweise auf die weiteren Entwicklungen gibt und die meisten offenen Fragen beantwortet werden, so dass man sich gut vorstellen kann, wie es weiter gehen könnte. Besonders schön fand ich, dass es dabei auch noch mal eine Verbindung zur „normalen“ Welt und damit auch zum Vorgänger-Teil gibt. 

Fazit:
Auch wenn ich zwischendurch immer wieder ein paar kleinere Stellen hatte, die mir so nicht ganz so gut gefallen haben, oder ich mir lieber leicht abgewandelt gewünscht hätte, finde ich das Buch dennoch sehr gut gelungen, extrem lesenswert und eine gute Fortsetzung / einen zufriedenstellenden Abschluss der Reihe. Vor allem die vielen unerwarteten, aber dennoch logischen Wendungen, die atmosphärisch-bildhaften Beschreibungen und die eindrucksvollen Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen. Am Ende gibt’s sehr deutliche 4 Buchherzen und eine unbedingte Leseempfehlung für diese tolle Reihe.

 Vielen Dank an Lovelybooks und den Goldmann-Verlag für das Leseexemplar und an die Autorin für die tolle Leserunde und die Beantwortung meiner Fragen!

Infos zur Autorin: (Quelle: Amazon)
Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit "Thondras Kinder" ihr erstes großes Werk bei Goldmann, danach folgten "Weltennebel" und "Feenturm". Claudia Lössl lebt mit ihrem Mann in Schottland.

Infos zur Reihe (bereits komplett erschienen):
1. Elvancor - Das Land jenseits der Zeit *klick* zu meiner Rezension
2. Elvancor - Das Reich der Schatten 

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