Samstag, 28. Dezember 2013

Rezension: Das Königsmädchen - Martina Fussel

(Bildquelle: Carlsen.de)
 

Titel: Das Königsmädchen
 Autorin: Martina Fussel
  Seiten: 323    
Verlag:  Carlsen impress
Preis: ebook 3,99 €
Ersterscheinung: 05. 12. 2013  
Reihe: Nein






Kurzbeschreibung:
Erlesene Seidenbänder in geflochtenem Haar, kunstvoll drapierte Röcke unter kompliziert geschnürten Miedern und die farblich passenden Sandalen dazu – so präsentieren sich die zehn schönsten Mädchen des Landes dem neuen Obersten Kinthos. Man nennt sie "Königsmädchen", so lange sie mit dem jungen Herrscher im Tempel der Jeer-Ee wohnen und sich zur Wahl seiner Gefährtin aufstellen. Die siebzehnjährige Lilia ist eine von ihnen, vielleicht die Hübscheste, aber sicherlich auch die Eigensinnigste. Wenn es nach ihr ginge, würde sie wie ein Junge durch die Felder jagen und einfach frei sein. Aber Kinthos ist ein gutes Oberhaupt und seit Kindesbeinen an ihr bester Freund. Sollte sie sich da nicht um ihn bemühen? Sollte sie da nicht Briar, den undurchschaubaren Krieger, der ihr einst das Leben gerettet hat, ein für allemal vergessen?

Meinung:
Auch wenn ich irgendwie lange Zeit nicht so genau wusste, in welcher Welt ich nun gelandet bin, also ob es Magie gibt oder nicht, ob die Welt völlig fiktiv oder einfach nur verändert ist usw., bin ich eigentlich schnell ins Buch rein gekommen. Ich konnte mich anfangs gut mit Lilia identifizieren und habe ihre Zweifel und Ängste geteilt. Als sie dann den Krieger Briar kennenlernt, ist auch das zu Beginn noch gut und schön zu lesen, aber danach wird es schnell zu viel. Ab diesem Zeitpunkt beschäftigt sich die erste Hälfte des Romans nur noch damit, wie sehr Lilia Briar liebt, sie aber davon überzeugt ist, den Obersten Kinthos heiraten zu müssen. Ihr Leid und auch Briars Reaktionen, welche anfangs noch romantisch sind, rutschen vergleichsweise schnell  ins Kitschige, Langatmige und teilweise sogar Nervenaufreibende ab. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, zu wissen wie die Geschichte ausgeht und musste mich zusammenreißen, um noch weiter zu lesen.

Doch ab der Hälfte macht der Roman eine große Kehrtwende. Auch wenn die unglückliche Liebesgeschichte immer noch eine Rolle spielt, kommem plötzlich auch noch Gefahr, Abenteuer und ein bisschen Magie mit ins Spiel. Viele der Wendungen waren für mich zwar positiv, unvorhergesehen und bringen auf jeden Fall frischen Wind in die Geschichte. Aber manche Darstellungen fand ich dennoch nicht so gut gelungen. Vor allem bestimmte Entscheidungen, die aus Liebe getroffen wurden fand ich schon etwas extrem, egoistisch und zu sehr auf die Gefühle der Protagonisten bezogen.  Das Ende selbst ist zumindest bezüglich der Liebesgeschichte genau das, welches ich schon nach den ersten Seiten so erwartet habe, dennoch gibt’s auch hier viel Unerwartetes. Leider ist der Schluss aber auch irgendwie etwas abrupt. Ich hätte mir noch einige Antworten gewünscht und genau die gleichen Fragen, die sich Lilia am Ende des Romans stellt, sind mir auch schon vorher im Kopf rum gegangen.  Es ist schade, dass das Ende damit einen leicht unfertigen Eindruck macht und ich zumindest die Hauptwendung nicht wirklich verstanden habe. 

Der Schreibstil an sich ist eigentlich ganz gut lesbar, nur leider weist das eBook einige Fehler auf. Rechtschreibfehler stören mich persönlich immer nicht so sehr, aber ganze vergessene Wörter, die den Sinn eines Satzes durcheinander werfen, stören den Lesefluss zumeist schon. Zwar sind diese Stellen nicht so häufig, dass es wirklich zu erheblichen Ausfällen kommen würde, aber es ist doch so häufig, dass man es erwähnen muss.

Noch ein Punkt hat mir leider nicht so gut gefallen. Lilia konnte zweimal die Geschehnisse nochmal aus Briars Sicht erleben. Die Idee dahinter finde ich eigentlich ganz gut, nur die Umsetzung löste bei mir eher das Gefühl, einer nochmaligen Wiederholung aus.  Viele der Gefühle und Gedanken, die dabei offensichtlich wurden, hatte ich mir eh schon gedacht, weshalb mir diese Rückblenden fast keinerlei neue Ergebnisse gebracht haben. 

Fazit:
Ein Geschichte, die in der ersten Hälfte etwas zu langatmig und kitschig geraten ist, danach aber durchaus noch mit einigen unerwarteten Wendungen und viel Spannung aufwarten kann. Leider werden gegen Ende nicht alle Fragen zufriedenstellend beantwortet und auch der Lesefluss wird durch einige Schreib- und Wortfehler manchmal unterbrochen.  Da mir zusätzlich auch manche Entscheidungen der Protagonisten regelrechte Bauchschmerzen beschert haben, reicht es trotz guter Ansätze leider nur für stabile 2 Buchherzen.  
Herzlichen Dank an den Carlsen Impress Verlag für das Leseexemplar.

Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
Martina Fussel, 1983 in Köln geboren, lebt mit ihrem Mann nahe der Domstadt und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Squash, langen Spaziergängen oder dem Lesen. Bei ein bis zwei Büchern die Woche, die ausschließlich mit Liebe zu tun haben, kam ihr irgendwann die Idee, etwas Eigenes zu schaffen und so begann sie mit dem Schreiben. "Das Königsmädchen" ist ihr Debütroman.

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