Montag, 2. Dezember 2013

Rezension: Das Recht zu töten - Sybille Baecker




Titel: Das Recht zu töten -
 Ein Stuttgart-Thriller
 Autorin: Sybille Baecker
  Seiten: 365    
Verlag: Sutton-Krimi
Preis: TB 12,00 € 
 Ersterscheinung: 01. 09. 2013  
Reihe: Nein 
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Kurzbeschreibung:
Kirstin Schwarz will Rache. Die Tochter ihrer Pflegeeltern wurde Opfer einer tödlichen Vergewaltigung. Dann kommen die Täter ungeschoren davon. Ihr Glaube an die Justiz ist zutiefst erschüttert. Kirstin hat nur noch ein Ziel: die Verantwortlichen eigenhändig zur Strecke zu bringen.
Doch der Anschlag misslingt und unversehens gerät die Rächerin ins Fadenkreuz eines übermächtigen Gegners. In letzter Sekunde kann Giorgio Paradi sie retten.
Giorgio ist smart, durchsetzungsfähig, gutaussehend und Boss einer geheimen Organisation. Sie bietet Kirstin Unterstützung bei ihrem Rachefeldzug an. Doch wer steckt eigentlich hinter Giorgios Organisation? Und welchen Preis muss Kirstin für die Hilfe zahlen? Nur eines ist sicher: Es gibt kein Zurück.

Meinung:
Die Kurzbeschreibung klingt unglaublich interessant, und auch der spannungsgeladene und berührende Prolog sorgt sofort für ein mitreißendes Gefühl und lässt den Leser nicht mehr los. Man will Wissen wie es weiter geht und was genau geschah. Auch die ersten paar Seiten gingen in diesem hohen Tempo und fesselnd weiter, Protagonistin Kirstin ist auf der Flucht und lernt dann den unglaublich smarten, aber auch unheimlichen Giorgio kennen, der alles über Kristin weiß und sie zu einem Mitglied in seiner geheimnisvollen Organisation machen will. Doch dann stagniert die Spannung etwas und die Frage nach den Hintergründen der Organisation und Kirstins Unsicherheit ihrer Gefühle und ihres Nichtvertrauens Giorgio gegenüber rücken in den Vordergrund. 

Prinzipiell ist das zu Anfang der Geschichte noch voll in Ordnung, nicht gleich alles zu verraten. Jedoch wird aus dieser Organisation so ein extremes Geheimnis gemacht und über lange Strecken keine weitere Information dazu beigetragen, dass es mit der Zeit doch leicht nervt. Auch die Sache zwischen Kirstin und Giorgio ist etwas zweischneidig. Einerseits mag ich ihn recht gerne und verstehe auch, wieso Kirstin ihm nicht vertraut, aber sich trotzdem zu ihm hingezogen fühlt, aber andererseits ist ihr Verhalten ihm Gegenüber manchmal schon etwas übertrieben und wirkt eher leicht teenagermäßig. Doch trotz dieser kleineren Kritikpunkte schafft die Handlung den Sprung, sich spannend und fesselnd weiterzuentwickeln. Denn wenn das Verhalten zwischen Gio und Kirstin nicht gerade auf Teenagerniveau absinkt (was mit Fortschreiten des Romans immer seltener passiert), dann gibt es einige echt gute Dialoge zwischen den beiden. Es blitzt immer mehr etwas Humor und Sarkasmus durch, die das Buch beleben und dem Leser auch mal ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern.

Die Auflösung der ganzen Sache ist fesselnd, stimmig, teilweise unvorhergesehen, teilweise einfach erklärend zu dem, was man sich bereits dachte. Dennoch ergibt am Ende alles einen Sinn und es werden fast alle offengebliebenen Fragen beantwortet. Zu einigen Nebengeschichten hätte ich mir noch die ein oder andere genauere Antwort gewünscht, aber das es sie nun nicht gab, ist nicht wirklich tragisch. Auch das Ende selbst, hatte ich so nicht erwartet und finde es richtig gut gelöst. 

Die Figuren passen gut in diesen Thriller, sind authentisch und tiefgründig. Zwar konnte ich mich nicht mit allen Reaktionen von Protagonistin Kirstin anfreunden, aber im Großen und Ganzen hat sie mich gepackt und war mir sympathisch. Auch Giorgio mochte ich echt ganz gerne. Sein Charme ist bei mir voll angekommen und ich habe ihm auch irgendwie ziemlich schnell geglaubt und vertraut. Nur seine Art, alles zu Bestimmen und auf keine Fragen zu antworten, war etwas nervenaufreibend,  passt aber zur Geschichte. Die teilweise etwas speziellen Nebencharaktere runden das Gesamtbild des Thrillers perfekt ab und machen Lust auf mehr. 

Fazit:
Ein spannender, mitreißender und bewegender Thriller, der zwar ein paar kleinere Kritikpunkte aufweist, aber dennoch fesseln und überzeugen kann. 4 Buchherzen und eine Leseempfehlung für alle, die gerne mal einen guten Regionalthriller lesen. 
Vielen Dank an den Sutton-Verlag für das Leseexemplar.

Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
Sybille Baecker wurde 1970 in Thuine geboren und wuchs in Gronau (Westfalen) auf. Sie studierte BWL in Münster/Westf. Von dort verschlug es sie ins Schwabenländle, wo sie viele Jahre als Pressereferentin eines Sportfachverbandes in Stuttgart arbeitete.
2005 begann sie mit der Schriftstellerei und veröffentlichte seither mehrere Kriminalromane und Kurzgeschichten. Durch ihre Krimiserie mit dem Tübinger Kommissar und Whiskyfreund Andreas Brander wurde sie zur Fachfrau für "Whisky & Crime".
Baecker lebt heute nahe der Universitätsstadt Tübingen. Sie ist Mitglied bei den Autorenvereinigungen "Mörderische Schwestern" und "Das Syndikat".

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