Samstag, 14. Dezember 2013

Rezension: Delirium - Lauren Oliver




 
 Titel: Delirium
 Autorin: Lauren Oliver
  Seiten: 416    
Verlag:  Carlsen
Preis: geb: 18,90, TB: 8,99 €
Ersterscheinung: Nov. 2011  
Reihe: Teil 1 von 3
 





Kurzbeschreibung:
Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

Meinung:
 Dystopien sind immer noch voll im Trend und das schon über eine längere Zeit hinweg, weshalb ich nun auch schon einige Vertreter aus diesem Genre gelesen. So klingt die Idee hinter „Delirium“ wirklich sehr ansprechend, aber ich musste doch auch feststellen, dass es anderen Dystopien irgendwie stark ähnelt. Mir ist durchaus bewusst, dass es schwer ist, in dem großen Dschungel der Dystopien noch neue und unverbrauchte Ideen zu finden, vor allem da Delirium zeitglich mit den meisten anderen bekannten Dystopien entstanden ist, aber da ich sie jetzt erst so spät lese, habe ich doch einige Parallelen zu anderen Werken erkannt, weshalb mich die Vorstellungen eines ausgewählten Ehepartners oder die ganzen Verbote nicht mehr ganz so schocken und beeindrucken konnten. 

Der Gedanke, dass alle Liebe entfernt wird, also nicht nur zwischen Liebenden, sondern auch zwischen Geschwistern, Eltern und ihren Kindern ist schon etwas makaber. Es ist schwer vorstellbar, dass man nach diesem Eingriff niemanden aus seinem alten Leben mehr vermisst und dass Gefühle einfach so herausgeschnitten werden. Eigentlich ein wunderbares Thema um damit zu arbeiten, aber irgendwie hätte ich mir die Darstellung davon noch etwas drastischer gewünscht. Die bereits geheilten Menschen wirken eigentlich nicht viel anders, nur dass sie eben etwas abgestumpft wirken und alles wie automatisiert machen.

Jedes Kapitel wird mit Zitaten und Textstellen aus verschiedenen, zu Beginn meist von der Regierung genehmigten, später dann vermehrt aus verbotenen, alten Büchern eingeleitet. Das hat mir echt gut gefallen, da man dadurch irgendwie einen genaueren Einblick in die Strukturen dieser Welt erhält und die Vorstellung / Erklärungen interessant zu lesen sind. 

Die Handlung an sich ist nicht so spannungsgeladen, wie man vielleicht erwartet. Sie ist eher ruhig und bedacht, wobei man das aber nicht mit langweilig gleichsetzten kann. Denn auch wenn die Beschreibungen der Autorin manchmal etwas langatmig ausfallen, sorgt diese gemächliche und ausführliche Schilderung dafür, dass man Lena sehr gut kennen lernt und vor allem ihre Entwicklung, die sie im Lauf der Geschichte durchlebt, unglaublich authentisch und echt wirkt. Außerdem gibt es immer mal wieder vereinzelt aufregende Elemente und Wendungen, die zwar leider manchmal etwas vorhersehbar sind, aber der Geschichte dennoch immer wieder neuen Schwung verleihen. Vor allem der Schluss ist wirklich extrem Spannungsgeladen und endet mit einem richtig fiesen Cliffhanger, so dass man den nächsten Teil sofort lesen möchte.

Fazit:
„Delirium“ ist eine Dystopie, die in den Grundzügen vielen anderen Dystopien ähnelt. Auch bei der besonderen Grundidee, der Verteufelung und Entfernung der Liebe, wurde leider nicht das komplette Potential ausgeschöpft. Dennoch ist die Handlung interessant und gut lesbar, wenn auch teilweise etwas ruhig und vorhersehbar. Doch diese Mängel werden durch die authentische Charakterentwicklung der Protagonistin fast wieder wettgemacht. Am Ende ist Delirium ein lesenswerter Auftakt in die Amor-Reihe und durch den fiesen Cliffhanger am Ende, muss man die Fortsetzung einfach lesen. 3,5 Buchherzen.

Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.

Infos zur Reihe:
1. Delirium
3. Requiem (erscheint am 24. Jan. 2014)

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