Freitag, 9. Mai 2014

Rezension: Bluthatz - Richard Hagen




 Titel: Bluthatz
Autor: Richard Hagen
Seiten: 416
Verlag: blanvalet
 Preis: 9, 99 €
Ersterscheinung: 17. 03. 14
  Reihe: Teil 2 von ?








Kurzbeschreibung:
Er hatte viele Feinde – doch welcher wurde sein Mörder?
Ein brutaler Mord führt Staatsanwältin Inga Jäger und Kripohauptkommissar Kai Gebert in das hessische Eltville. Nicht nur die Frau, die Exfrau und die Geliebte des Opfers sind tatverdächtig. Auch beruflich hat sich der hochgestellte Beamte viele Feinde gemacht. Doch als der Bürgermeister von Eltville die Ermittlungen immer stärker behindert, erkennen »die Jägerin« und Kai Gebert, dass sie auf einen Sumpf aus Korruption gestoßen sind – und um ihre Taten zu vertuschen, schrecken die Hintermänner auch nicht vor dem Mord an einer Staatsanwältin zurück!

Meinung:
Dass es sich hierbei bereits um den zweiten Fall des Ermittlerduos handelt, hatte ich ehrlich gesagt, etwas zu spät gelesen. Aber bei Krimis und Thrillern ist das ja auch oft nicht so das große Problem, wenn man erst mitten in der Reihe einsteigt. Und genauso ist es auch bei „Bluthatz“. Durch einige eingestreute Hinweise aus dem ersten Band, hatte ich nie Probleme irgendwelchen Zusammenhängen zu folgen. Ganz im Gegenteil, hat es mir eher Spaß gemacht, mir vorzustellen, was genau bereits passiert ist und wie sich die einzelnen zwischenmenschlichen Beziehungen noch entwickeln könnten.

Die Handlung selbst weiß bereits ab dem Prolog vollkommen zu fesseln und so entwickelt sich der Roman schnell zu einem vielschichtigen und logisch aufgebauten Krimi. Es gibt abschreckende Morde, viel zu viele Verdächtige und etliche menschliche und bürokratische  Abgründe, mit denen sich die Ermittler auseinandersetzten müssen. Immer wenn gerade die Gefahr besteht, dass das Spannungslevel etwas sinken könnte, passiert etwas Neues. Und dabei ergeben sich stetig spannende Verstrickungen und Wendungen, die nicht nur den Leser auf die ein oder andere falsche Fährte locken. 

Zusätzlich steht der Autor seinen Protagonisten auch kurze, aber bedeutungsvolle Szenen aus dem privaten Bereich zu. Das an sich ist noch  nichts bemerkenswertes, jedoch schafft er es immer wieder diese Szenen genau richtig zu platzieren und auch von der Länge her gut abzustimmen, so dass sie sich perfekt in die spannende Geschichte einfügen. Dadurch erfährt man sehr viel über Ermittler und lernt sie kennen und schätzen. 

So konnten mich die Charaktere bald für sich einnehmen. Staatsanwältin Inga Jäger ist Witwe und alleinerziehende Mutter, die sich den Lebensunterhalt für sich und ihre Tochter wirklich verdienen muss. Dabei ist sie eine taffe Frau, die allen Widrigkeiten trotz und sich auch selbst die Hände schmutzig macht.
Kai Gebert ist ein herzensguter Mann, der gut mit Menschen und vor allem Kindern kann und sofort sympathisch ist. Zusammen bilden die beiden ein richtig dynamisches Duo, die sich gegenseitig perfekt ergänzen. 

Der Schreibstil ist flüssig, sehr angenehm zu lesen und gleichzeitig enorm packend. Die einzelnen Kapitel, mitsamt stetiger Wechsel der Handlungsorte, sind deutlich gekennzeichnet, so dass der Leser auch immer weiß, wo sich die Ermittler gerade befinden und welche Absichten sie verfolgen.

Trotz allen Lobes gab es ein paar Kleinigkeiten, die mich zwar nicht wirklich gestört haben, die mir aber aufgefallen sind. So fand ich es z. B. etwas eigenartig, dass bei der Assistentin des Kommissars immer von „Die, bzw. der Otto“ gesprochen wurde. Jedoch wird das gegen Ende des Romans von den Protagonisten selbst thematisiert, weshalb es dann für mich in Ordnung ging.

Das Ende und die große Auflösung fand ich eigentlich sehr zufriedenstellend, jedoch war die Lösung für mich dann nicht ganz so unvorhersehbar, wie für die Ermittler. Ich habe die richtigen Schlüsse schon ein bisschen früher gezogen, wobei das der Spannung wirklich keinen Abbruch getan hat. 

Fazit:
„Bluthatz“ in ein Krimi, der bis auf einige unbedeutende Kleinigkeiten wirklich perfekt ist und mich begeistern konnte.  Spannungsgeladen, logisch, und trotz allem auch menschlich. Von mir gibt’s eindeutig die volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung. 

Herzlichen Dank an den blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Infos zum Autor (Quelle: Amazon):
RICHARD HAGEN ist das Pseudonym des Schriftstellers und Drehbuchautors IVO PALA, das er für Kriminalromane verwendet.

Infos zur Reihe:
2. Bluthatz

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