Freitag, 23. Mai 2014

Rezension: Die unendliche Geschichte - Michael Ende




Titel: Die unendliche Geschichte
Autor: Michael Ende  
Seiten: 480
Verlag: Thienemann
 Preis: geb. 19, 99 €
  Ersterscheinung: 1979
  Reihe: Nein








Kurzbeschreibung:
Bastian Balthasar Bux gerät in einem Antiquariat an ein Buch, das ihn auf magische Weise anzieht: Die unendliche Geschichte. Er stiehlt es und liest auf dem Schulspeicher vom grenzenlosen Reich Phantásien, in dem sich auf unheimliche Weise das Nichts immer weiter ausbreitet. Ursache dafür ist die Krankheit der "Kindlichen Kaiserin", die einen neuen Namen braucht, um gesund zu werden. Den kann ihr aber nur ein Menschenkind geben. Bald merkt Bastian, dass er mehr und mehr in die Handlung um den jungen Krieger Atréju und dessen Aufgabe, ein solches Menschenkind zu finden, hineingerät. Sollte er selbst jenes Menschenkind sein?

Meinung:
Ich gehöre ja schon eher zu der Generation, die nicht mehr mit der unendlichen Geschichte aufgewachsen ist. Ich habe zwar als Kind irgendwann mal den Film gesehen, aber mehr als ein paar einzelne Erinnerungsstücke und die Grundgeschichte waren da nicht mehr übrig, dachte ich zumindest. Doch mit der Zeit habe ich festgestellt, dass ich doch noch relativ viel aus der ersten Hälfte des Buches wusste.  Denn die zweite Hälfte wurde in die Verfilmung gar nicht mit aufgenommen.

Eigentlich habe ich gut und schnell ins Buch hineingefunden. Man kann sich zu Beginn sehr gut mit Protagonist Bastian identifizieren und wird sofort von der einzigartigen Welt mit ihren vielen Ideen und phantastischen Wesen gefangen genommen. Im ersten Teil gab es für mich eine gute Mischung aus mystischen Beschreibungen, neuen Geschichten und Abenteuern. 

Danach begibt sich der Leser aber in unbekannte Gefilde. Denn nachdem Bastian Phantasien gerettet hat, erlebt er selbst eine abenteuerliche Reise, auf der er sich immer mehr verändert und dabei seine Erinnerungen an die Menschenwelt verliert. Ich muss sagen, dass mir dieser Teil beim Lesen schon selbst ein bisschen unendlich vorkam. Zum einen lag es daran, dass ich das Buch zu einer stressigen Zeit gelesen habe, und deshalb vergleichsweise immer nur wenig am Stück lesen konnte, aber zum anderen lag es für mich doch ein bisschen am Aufbau der Geschichte.

Denn in diesem zweiten Teil werden noch mehr einzelne und noch speziellere Geschichten erzählt, als bisher. Dabei waren es mir dann teilweise auch etwas zu viele neue Wesen und Beschreibungen, die viel Raum eingenommen haben und weshalb sich diese Abschnitte dann doch etwas zäh lesen ließen. Außerdem waren Bastians Entwicklungen negativ, weswegen man ihn bald nicht mehr wirklich sympathisch findet. Zusätzlich verliert der Autor etwas von seiner Natürlichkeit aus dem ersten Teil und die einzelnen Geschichten und Entwicklungen wirken oft entweder zu undurchsichtig oder dann auch wieder zu offensichtlich, um die Spannung vom ersten Teil zu halten.

Doch auch wenn die Geschichte in der zweiten Hälfte ein bisschen zäher wirkt, die Geschichte selbst immer noch geheimnisvoll und lesenswert. Besonders werden hier natürlich pädagogischen Hintergründe, z. B. dass man mit dem Zufrieden sein sollte, das man ist und hat, und auch, dass man sich auf wahre Freunde immer verlassen kann, deutlich. 

Fazit:
Die unendliche Geschichte ist ohne Frage zu Recht ein großer Klassiker. Vor allem die erste Hälfte ist wahrlich atemberaubend, fesselnd und überzeugend.  Leider sind viele Entwicklungen und Szenen aus dem zweiten Teil eher etwas zäh und zu überladen. Doch trotzdem bleibt die Geschichte lesenswert und unterhaltsam. Am Ende vergebe ich gute 3,5 Bucherherzen für ein charismatisches Buch, das vor tollen Ideen nur so strotzt. 


Infos zum Autor (Quelle: Amazon):
Zunächst versucht er sich als Schauspieler, Filmkritiker und Sketchautor zu etablieren. Als diese Versuche scheitern, schreibt der 27-Jährige sein erstes Buch. Keiner will es drucken - es ist Michael Endes späterer Welterfolg "Jim Knopf". Am 12. November 1929 kam Michael Ende in Garmisch-Partenkirchen zur Welt. Sein Vater war Kunstmaler, die Mutter Preziosenhändlerin. Der Junge wächst im Atelier des Vaters in München-Schwabing auf; und so gehörten Kunst, Kultur und Politik von früh an zu seinem Leben. "Die Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer" (1960), "Momo" (1972) und "Die unendliche Geschichte" (1979) waren seine größten Erfolge. Michael Ende starb 1995.

Kommentare:

  1. Mutig, so einen Klassiker so kritisch zu rezensieren.

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    1. Huhu,
      naja soo kritisch find ich das jetzt aber gar net, da ich ja durchaus die positven Seiten hervorgehoben habe und ihm auch seinen Klassisker-Standart nicht aberkannt habe. Ich war eben nur net so hellaufbegeistert wie die meisten anderen^^
      Und dass dann auch ehrlich zuzugeben ist ja die Pflicht der Blogger :)

      lg, Steffi

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  2. Ein echter Klassiker, schade das der Autor schon gestorben ist.

    LG..Karin..

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    1. Ja, es ist wirklich ein tolles Buch, mit vielen faszinierenden Ideen, dass man unbedingt gelesen haben sollte.
      Jedoch reicht das jetzt auch wieder für ne Weile. ^^ Aber ja, ist wirklich schade, dass er verstorben ist. :(

      lg, Steffi

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  3. Am liebsten lese ich es, wenn es draußen so richtig schön stürmisch ist. Wie bei Bastian :D
    lg Ker Stin

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    1. Hihi, na zumindest bei uns wars gestern genau so stürmisch :D

      Aber da hatte ich das Buch schon fertig^^

      lg, Steffi

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  4. Es ist ewig her, daß ich dieses Buch gelesen habe, damals fand ich es absolut faszinierend, allein darum, weil es in zwei verschiedenen Schriftfarben geschrieben war.
    Ob ich es heute auch noch so toll finden würde, weiß ich nicht, aber ich behalte es einfach so in Erinnerung, wie ich es als Jugendliche empfunden habe und da war es ein absolutes 5 Sterne-Buch ;-)

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    1. Mh, ja ich glaub manchmal ist es besser sich auf die Erinnerung zu verlassen. Denn zumindest bei mir ist es schon so, dass ich jetzt durch meine Blogger-Zeit sehr viel kritischer mit Büchern geworden bin, als vorher.
      Es ist also durchaus möglich, dass die unendliche Geschichte vor dieser Zeit auch bei mir als absolutes Highlight hängen geblieben wäre^^
      Aber naja, auch so ist es ja net sooo schlecht weg gekommen.

      lg, Steffi

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