Samstag, 28. Juni 2014

Rezension: Todesdunkel - A. J. Waines




Titel: Todesdunkel
Autorin: A. J. Waines
  Seiten: 448
Verlag: blanvalet
 Preis: 14, 99 €
Ersterscheinung: 26. 05. 14
  Reihe: ?
*klick*  zu Amazon




 



Kurzbeschreibung:
Unter den Brücken Londons wartet der Tod …

An einem diesigen Sonntagmorgen wird die Psychologin Juliet Grey Zeugin eines Leichenfunds unter der Londoner Hammersmith-Brücke. Der Anblick der Toten lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren: Die junge Frau ist ihr als Patientin bekannt – und sie trägt Juliets Kleidung. Als die Psychologin kurz darauf eine kryptische Nachricht erhält, in der eine weitere Leiche angekündigt wird, gerät sie selbst in den Fokus der Ermittlungen. Detective Brad Madison glaubt an ihre Unschuld, doch wer hat es auf Juliet abgesehen? Und wie viel Zeit bleibt ihr, bis sich die Schlinge um ihren Hals zuzieht?

Meinung:
Zu Beginn und eigentlich auch über den ganzen Roman hinweg, lernt man Protagonistin Juliet Grey kennen und erfährt vieles über ihren Charakter, aber auch über ihre schmerzhafte Vergangenheit. Sie hat in der Kindheit ihren Bruder bei einem Brand verloren und dieses Ereignis hat die Familie mehr oder minder auseinandergerissen. Doch trotzdem hat Juliet ihren Weg gemacht, im Nachhinein noch Psychologie studiert und versucht nun, das Beste für sich und ihre Klienten herauszuholen. Dabei ist Juliet zwar stets sympathisch und durch die Erzählungen aus der Ich-Perspektive kann man sich auch in sie hineinversetzten, jedoch gibt es einige Situationen, in denen es schwer fehlt, ihre Handlungen zu verstehen. So steckt sie die Leichenfunde eigentlich immer relativ schnell wieder weg, bzw. unterschätzt die Gefahr, die für sie selber darin lauern könnte. Sie macht zu viel auf eigene Faust, was zwar zumeist eher stümperhaft rüber kommt, aber dennoch oft funktioniert. Doch irgendwann geht sowas eben trotzdem immer schief…

Es dauert nicht lange, bis die erste Leiche gefunden wird und daraufhin die Verbindungen zur  Juliet gezogen werden müssen, doch zwischen den einzelnen Leichen erzählt die Autorin oft viel zu ausschweifend und manchmal auch nicht wirklich nachvollziehbar. Die Angst und Bestürzung die die Morde auslösen versickern irgendwie immer etwas schnell in vielen unwichtigen Details, wodurch die Spannung zwischen den einzelnen Leichenfunden doch etwas auf der Strecke bleibt. 

Doch davon mal abgesehen, fand ich die Art und Weise, wie die Autorin ihre Hinweise und falschen Fährten auf den Täter und die Verbindung zu Juliets Leben gestreut hat, echt gut. Fast jede Figur wird mal glaubhaft verdächtigt und auch wenn er dann erstmal ausgeschlossen wurde, heißt dass nicht, dass er damit endgültig aus dem Rennen ist.

Natürlich bahnt sich auch wieder eine Liebesgeschichte an. Eigentlich in diesem Roman sogar zwei. Zum einen trauert Juliet noch ein wenig ihrer alten Liebe zu dem Künstler Andrew hinterher, die sie, trotz unüberwindbarer Differenzen, noch nicht so ganz loslassen kann. Auf der anderen Seite ist da Detective Brad Madison, der viel Zeit in den Fall investiert. Ich konnte zwar Juliets Hang zu Andrew nicht so wirklich nachvollziehen, aber im Endeffekt haben die Liebesdinge viel weniger Raum eingenommen, als eigentlich von mir gedacht. Die Sache zwischen Brad und ihr wird zumeist eher nur angedeutet und geht nie über das Anfangsstadium hinaus.  Also alles in allem verkraftbar und nie unangenehm. 

Ebenso positiv fand ich das Ende. Zwar hatte ich den Täter auch schon mal so auf meiner Liste, jedoch werden die Gründe und Zusammenhänge nochmal gut erklärt und (endlich) spannend ausgeführt. Außerdem werden auch im Nachhinein alle offenen Handlungsstränge aufgeklärt und alle Fragen beantwortet.  

Fazit:
Ein Debüt-Roman, der viel Potential und einige ziemlich gute Ideen und Umsetzungen erkennen lässt. Doch leider ist der Schreibstil manchmal sehr ausschweifend und nicht alle Handlungen der Protagonistin nachvollziehbar, weshalb die durchgängige Spannung, die so ein Roman braucht und auch leicht hätte bieten können, etwas auf der Strecke bleibt. Am Ende gibt’s solide 3 Buchherzen, aber keine direkte Leseempfehlung. 
 Herzlichen Dank an den blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars.


Infos zur Autorin (Quelle Amazon):
AJ Waines ist seit fünfzehn Jahren als Psychotherapeutin tätig und lebt mit ihrem Mann in Southhampton. Todesdunkel ist ihr erster Roman und wurde von den englischen Lesern begeistert aufgenommen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen