Mittwoch, 18. Juni 2014

Rezension: Zufällig Hawaii - Sabine Landgraeber




Titel: Zufällig Hawaii 
Autorin: Sabine Landgraeber    
Seiten: 254
Verlag:
CreateSpace Independent Publishing Platform
 Preis: ebook 2,99, TB 9,99 € 
Ersterscheinung: März 14
  Reihe: Teil 1 von ??







Kurzbeschreibung:
Luisa hat ihr Leben satt. Sie sitzt stundenlang am Computer, hängt nur noch im Internet rum und hat jeglichen Kontakt zum wirklichen Leben verloren. Ihr Freund Alex, den sie auch nur von Facebook kennt, lädt sie ein, ihn zu besuchen und so landet Luisa zufällig auf Hawaii.
Doch anstatt mit einem Mai Tai und einem gut aussehendem Mann in Waikiki am Strand zu sitzen, findet sie sich unter einer Autobahnbrücke wieder, überfallen und ausgeraubt. Luisa versucht Anja, ihrer ehemals besten Freundin, zu erreichen. Vergeblich. Der wortkarge Polizist Beni Korea will ihr helfen und scheint sehr an ihr interessiert zu sein. Aber dann bekommt Luisa noch viel größere Probleme und auch Detective Korea weiß keine Lösung. Anja ist die Einzige, die ihrer besten Freundin den Weg zeigen kann.

Meinung:
Also aufgrund des Covers und der Kurzbeschreibung habe ich eigentlich einen typischen Chick-Lit Roman erwartet – seichte Liebesgeschichte mit Happy End. Doch auch wenn man Teile davon erkennen kann, bietet „Zufällig Hawaii“ eindeutig mehr.

Vor allem zu Beginn jagt eine Katastrophe die nächste und diese Entwicklungen werden auch relativ tiefgründig und realistisch beschrieben. Dementsprechend leiden die Protagnisten hautnah, was auch den Leser nicht kalt lässt. 

Luisa muss sich auf einem harten Weg mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und feststellen, dass sie in den letzten Jahren nicht mehr wirklich gelebt hat. Zusätzlich gibt es einen zweiten Handlungsstrang, in dem der Leser Luisas frühere Freundin Anja etwas besser kennenlernt. Nachdem diese zu Beginn sehr kalt und abgebrüht wirkt, kommen ihr mit der Zeit doch Zweifel und ihr, auf den ersten Blick, perfektes Leben ist dabei, Stück für Stück auseinander zu brechen. Und alles nur wegen einer Sache die vor einigen Jahren geschah und aufgrund dessen sie die Freundschaft mit Luisa beendet hat. Dieses spannende Geheimnis um Anjas und Luisas Freundschaftsabbruch zieht sich durch einen Großteil des Romans. Mit der Zeit kann sich der Leser zwar schon einigermaßen denken, was damals passiert ist, jedoch hat mir die Art der Auflösung gut gefallen.

Zumindest die beiden Hauptcharaktere zeigen, dass in ihren viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick erwartet. Das kann man auch bei einigen der Nebencharaktere (z. B. Detective Korea, oder Japanerin Dorothy) vermuten, jedoch gibt es hierfür eher keine stichhaltigen Beweise. Generell fand ich es ein bisschen eigenartig, dass alle Figuren, die Luisa auf Hawaii trifft, so extrem hilfsbereit und selbstlos waren. Das kann gut mit der Mentalität dort zusammenhängen, jedoch wirkt das für mich zuerst mal etwas übertrieben. 

Dennoch fand ich es ganz interessant und spannend, so viel von Hawaii kennenzulernen. Diese eingestreuten Beschreibungen sind der Autorin gut gelungen und man konnte sich in diesen Szenen realistisch nach Hawaii träumen. Doch davon abgesehen konnte mich der Schreibstil nicht so ganz packen. Er ist wirklich nicht schlecht und lässt sich auch ohne Probleme lesen, aber er ist eben auch nicht besonders herausragend. Er ist einfach sehr schlicht und hat auch die ein oder andere Wiederholung. Während Luisas Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird, ist Anjas Teil in der 3. Person verfasst. Diese Lösung passt eigentlich ganz gut, da man sich einwandfrei mit Luisa identifizieren kann. 

Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte und die verläuft, trotz einiger angedeuteter Irrwege, so wie ich sie erwartet hatte. Jedoch liegt das Augenmerk der Geschichte nie hauptsächlich darauf und das fand ich ganz angenehm. 

Leider muss ich sagen, dass der Schluss, trotz der vielen zufriedenstellenden Entwicklungen, eher etwas negativ behaftet bleibt. Das liegt einfach daran, dass das Ende viel zu abrupt kommt und dies gar nicht zu der bisherigen Struktur der Handlungsentwicklung passt. Es wirkt irgendwie so, als hätte man die Sache jetzt schnell beenden müssen, damit noch Platz für einen Folgeband bleibt.

Fazit:
Ein leichter sommerlicher Roman, der trotz allem einiges an Tiefgang bietet und schwerwiegende Themen anschneidet. Die Mischung ist der Autorin gut gelungen und sie hat die hoffnungsvollen Aspekte und Wendungen ganz natürlich und glaubhaft erarbeitet. Jedoch ist vor allem bei den Nebencharakteren, sowie beim Schreibstil noch Potential vorhanden und das Ende einfach zu abrupt. Von mir gibt´s solide 3,5 Buchherzen für einen nicht ganz perfekten, aber unterhaltsamen Roman, in dem man viel von Hawaii erfährt.
Ich danke der Autorin für die Bereitstelllung des ebook-Leseexemplars.

Infos zur Autorin (Quelle: sabine-landgraeber.de):
Regisseurin, Autorin, Fotografin.
Ich will viel. Ich hatte schon viel. Ich bin immer noch auf der Suche.
Ich lebe seit über 20 Jahren in Berlin. Meine Arbeit als Regisseurin für Fernsehserien und Filme führt mich immer wieder in andere deutsche Städte, aber Berlin ist meine Heimat.
Vor zwei Jahren habe ich, neben meiner Arbeit als Regisseurin, auch angefangen zu schreiben. Daraus resultiert ist jetzt mein erster Roman, "Zufällig Hawaii".
Genaueres über meine Tätigkeit als Regisseurin können Sie auf der Seite meiner Agentur erfahren.
Das Reisen ist meine große Leidenschaft. Die hat mich schon in die hintersten Winkel der Welt geführt, aber es gibt einen Ort, an den ich immer wieder besonders gerne zurückkehre: Hawaii.

Infos zur Reihe:
1. Zufällig Hawaii

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