Donnerstag, 25. September 2014

Rezension: Das Wahrheitsserum - Michael Cordy




Titel: Das Wahrheitsserum
Autor: Michael Cordy
Seiten: 416
  Verlag: Heyne
  Preis: ?? Nicht mehr lieferbar
Ersterscheinung: 06. 03. 06
Reihe: Nein

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Kurzbeschreibung:
Professor Carlo Bacci gelingt eine sensationelle Entdeckung: Er findet eine Droge, die wahre Liebe erzeugen kann. Von dem Gedanken besessen, seine Erfindung der ganzen Welt zugänglich zu machen, sucht er einen Finanzier. Er entschließt sich für eine renommierte Privatbank in der Schweiz, die sich im Besitz der Familie Kappel befindet. Doch der Seniorchef der Bank, Helmut Kappel, hat ganz andere Pläne mit Baccis Erfindung: Er sieht die Chance, sich mit der Droge jeden Menschen gefügig machen zu können.

Meinung:
Also die Grundidee hinter „Das Wahrheitsserum“ ist wirklich fesselnd. Die wahre Liebe künstlich erzeugen zu können, damit jeder sein Glück finden kann. Aber natürlich hat dies alles auch eine Kehrseite, denn man kann dieses Mittel auch dazu gebrauchen andere von sich abhängig zu machen. Und darum geht es in dem Thriller von Michael Cordy.

Dabei bietet der Prolog einen ziemlich spannenden Einstieg in die Geschichte, doch danach lässt die Spannung erstmal nach. Es plätschert alles etwas sehr vor sich hin, die ganzen wissenschaftlichen Erklärungen mögen zwar die Sache realistisch erscheinen lassen, verleihen dem Roman aber auch ein wenig Langatmigkeit. Außerdem hat man das Gefühl, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist und man schon von vornherein weiß wie es weiter- und ausgeht. 

Doch spätestens ab der Hälfte gelingt es dem Autor den Leser wieder ans Buch zu fesseln. Auch wenn man zwar mit seinen Vermutungen größtenteils Recht hatte, gibt es einige zusätzliche Wendungen die ich so nicht erwartet hätte und die nochmal viel Spannung mitbringen. 

Die Charaktere sind soweit ganz solide erarbeitet. Zwar gibt es das ein oder andere Klischee und manchmal fehlt auch ein bisschen Tiefe, aber sonst machen sie einen soliden Job. Man kann mit ihnen fühlen, bangen und leiden. 

Der Schreibstil des Autors ist ziemlich flüssig und durch die vielen, sehr kurzen und spannend endenden Kapitel muss man immer unbedingt wissen wie es weiter geht. Aber neben der Spannung sind auch die emotionalen Anteile gut und nachvollziehbar beschrieben. 

Aber wirklich gut gefallen hat mir die Entwicklung der Gewissenskonflikte und der ethischen Bedenken. Denn so wurde sehr schön deutlich, wie aus einer positiven Erfindung schnell etwas Böses werden kann, wie es ja leider auch oft genug im wahren Leben passiert. 

Das Ende selbst, kann man trotz seines offenen Stils  als abgeschlossen und zufriedenstellend betrachten. Nur den Bezug zum Titel sucht man auch nach dem Beenden des Romans vergeblich, denn mit einem Wahrheitsserum hat es trotz allem nichts zu tun. Dies ist etwas schade und vor allen unnötig, da es ja genügend passendere Titel gegeben hätte.

Fazit:
Ein Thriller mit einer tollen Hintergrundidee, der in der ersten Hälfte aber ein bisschen langatmig wird. Die zweite Hälfte kann dann richtig gut fesseln und unterhalten. Die Charaktere sind solide erarbeitet, aber ein bisschen mehr Tiefe hätte ihnen nicht geschadet. Am Ende habe ich mich gut unterhalten gefühlt und wurde auch ein bisschen zum Nachdenken angeregt, weshalb ich dem Roman gute 3,5 Buchherzen verleihe.


Infos zum Autor (Quelle: randomhouse.de):
 Michael Cordy war bis 1993 als Marketingleiter in einem englischen Konzern tätig, bis ihm mit „Das Nazareth-Gen“ auf Anhieb ein Bestseller gelang, der in über 25 Ländern erfolgreich war. Mit Mutation konnte er sich als einer der besten britischen Thrillerautoren etablieren. Michael Cordy lebt mit seiner Frau Jenny in London.

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