Samstag, 8. November 2014

Rezension: Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid - Gabriella Engelmann




Titel: Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid
  Autorin: Gabriella Engelmann
  Seiten: 261  
Verlag: Arena 
Preis: 9,99     
Ersterscheinung: 01. 06. 2010
 Reihe: Teil 1 von 5







Kurzbeschreibung:
Bella würde alles dafür tun, die Schönste zu sein – doch ihre hübsche Stieftochter Sarah ist ihr dabei ein Dorn im Auge. Sarah muss um ihr Leben fürchten und sucht Unterschlupf in einer WG. Die sieben Jungs kümmern sich rührend um ihre neue Mitbewohnerin und Sarah wähnt sich in Sicherheit. Doch als sie einen Modelvertrag unterschreibt, setzt Bella alles daran, ihre Konkurrentin ein für alle mal zu beseitigen.

Meinung:
Ich habe nun schon einige Märchenadaptionen gelesen und fand sie oft richtig gut. Nachdem ich nun auch schon von den Büchern von Gabriella Engelmann so viel Gutes gehört habe, habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. 

Jedoch ist diese Freude schon ziemlich bald in Skepsis und danach in Enttäuschung umgeschlagen. Denn die Geschichte hält sich so starr an die Vorlage, dass man sich erstens eh schon fast denken kann, was als nächstes passiert und zweitens alles total unrealistisch wirkt. Früher hat die Grundstruktur von Schneewittchen gut funktioniert und es hat so gepasst, aber in die heutige Zeit  passen die Handlungen der Figuren größtenteils einfach nicht und es wirkt viel konstruiert und aufgesetzt. 

So konnte ich nicht verstehen, wieso Sarahs Vater seine Tochter mit seiner ungeliebten Frau alleine lässt und nicht einfach mit ihr zusammen geht. Auch dass Bella ihre Stieftochter aus purem Neid und so skrupellos umbringen will, hat irgendwie so nicht gepasst. Dazu hätte es genauere Erklärungen geben müssen, ebenso wie zu dem sprechenden Spiegel, der einfach ohne irgendwelche weitere Ausführungen in die Geschichte geschmissen wird. Und solch unverständliche Handlungsverläufe gibt es leider wirklich ziemlich viele.

Auch die Charaktere sind leider alles andere als eine Glanzleistung geworden. Auch hier gilt, dass sich zu sehr an die Vorlage gehalten wurde und es dementsprechend nur „Schwarz“ und „Weiß“ gibt. So ist Sarah super hübsch, zu allen total hilfsbereit und einfach nur schrecklich naiv. Und auch ihre große Liebe im Buch bleibt total blass und wieso sie sich verliebt kann man erst recht nicht nachvollziehen. 

Nach der ganzen Kritik gibt es auch noch etwas was wirklich positiv herausgestochen ist und zwar der locker-leichte Schreibstil der Autorin. Die Geschichte hat sich trotz meiner stetig steigenden Enttäuschung und Abneigung noch relativ schnell und flüssig lesen lassen und mir zwischendurch haben mir die Formulierungen auch noch ein kleines Lächeln aufs Gesicht gezaubert. 

Erzählt wird der Großteil der Geschichte aus Sarahs Sicht, aber zwischendurch gibt es auch noch kurze Kapitel aus Bellas Perspektive, so dass man zumindest ein bisschen in ihren verqueren Charakter hineinblicken kann. Auch wenn es mir, wie gesagt, viel zu wenig an Motiven und Erklärungen war, gab es hiermit zumindest einen erwähnenswerten Versuch die Hintergründe greifbarer zu machen.

Fazit:
Leider nicht überzeugend. Es wurde sich viel zu starr an die Vorlage gehalten, wodurch in der heutigen Zeit alles etwas unpassend, konstruiert und unglaubwürdig wirkt. Der gute Schreibstil kann nur noch knapp auf 2 Buchherzen retten, aber lesenswerte Unterhaltung sieht für mich anders aus. 

Infos zur Autorin: (Quelle Amazon)
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Seit ihrem Umzug nach Hamburg fühlt sie sich im Norden pudelwohl und entdeckte dort auch ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Autorendaseins von Romanen sowie Kinder - und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann veröffentlicht ebenfalls unter dem Pseudonym Rebecca Fischer.

Kommentare:

  1. Hi!
    Ich kann dir da nur zustimmen. Auch ich habe viel gutes von den Büchern gehört, jedoch mag ich persönlich dieses sehr genau halten an die Märchenvorlage auch nicht besonders, weswegen ich das Buch abgebrochen habe.

    Eine sehr schöne Rezension.

    LG Puppette

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu, vielen dank für das Lob.

      Ja ich musste mich am Ende auch schon zwingen, es wirklich zu beenden. Einem anderen Märchenbuch von ihre werde ich noch eine Chance geben, aber wenn das dann genauso abläuft, schmeiß ich die anderen ungelesen von meinem SuB.

      lg, Steffi

      Löschen