Donnerstag, 18. Dezember 2014

Rezension: Aquarius - Thomas Finn




Titel: Aquarius
  Autor: Thomas Finn
    Seiten: 416  
Verlag: Piper
  Preis: broschiert: 16,99 €
  Ersterscheinung: 13. 10. 14
  Reihe: Nein







Kurzbeschreibung:
Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine geschieht ein Unglück: Die Mine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu Bewusstsein kommt, findet er sich in einem Keller wieder, gefangen mit anderen Männern, die unter Drogen gesetzt und so wehrlos gemacht wurden. Nur mit Mühe kann er sich befreien und flüchtet nach Egirsholm, eine kleine, wohlhabende Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken - und das sogar auf der Landstraße oder in ihrem Haus! Etwas geht vor sich, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Das Meer ist unruhig. Und es ist wütend.

Meinung:
Der Thriller beginnt schon extrem spannend und diese Spannung wird auch bis zum Ende gehalten. Dazwischen gibt es zwar immer mal wieder einige eingeschobene historische Daten und Fakten, die teilweise schon ein wenig die Handlung ziehen können, aber ich fand auch diese Darstellungen alle extrem interessant. Zum einen zeigt dies deutlich, wie gut und wie aufwendig der Roman recherchiert wurde und zum anderen kannte ich viele dieser Ereignisse, Legenden und Sagen noch gar nicht, da ich aus dem Süden Deutschlands komme und mir die Geheimnisse aus dem Norden zumeist fremd sind. 

Einige der kleineren Wendungen sind durchaus etwas vorhersehbar. Doch auch das hat der Spannung keinen Abbruch getan, da es außen rum so viele Möglichkeiten gibt sich an der Nase herum führen zu lassen, dass man auf jeden Fall immer wieder überrascht und überrumpelt wird. Dies ist mir weit mehr als einmal passiert und jedes Mal war ich wieder erstaunt, dass ich dem Autor auf den Leim gegangen bin.

Die Mystery-Elemente haben mir richtig gut gefallen und wurden auch wirklich passend und plausibel in die Handlung eingearbeitet. Es gibt der ganzen Geschichte einfach nochmal einen zusätzlichen Kick. Und auch wenn man mit Fantasy normal nicht so viel am Hut hat, sollte man sich damit gut arrangieren können. 

Der Schreibstil ist extrem flüssig und lebendig. Wie bereits erwähnt gelingt es dem Autor ja auch den Leser bei den zahlreichen historischen Erzählungen in seinen Bann zu ziehen. Die Atmosphäre ist von Anfang an etwas düster und geheimnisvoll und die Actionszenen sind höchst rasant und sehr anschaulich beschrieben. Außerdem enden viele Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger, so dass man auch dadurch zum unbedingten Weiterlesen animiert wird. 

Die Charaktere wirken auf den ersten Blick zumeist eher etwas einfach und mit ein paar Klischees behaftet. Jedoch können die Protagonisten ihre Aufgabe gut umsetzen und den Leser bedingungslos auf ihrer Seite ziehen. Und auch bei den Nebencharakteren zeigt sich im Verlauf der Geschichte schnell, dass einige doch ziemlich wandelbar und keineswegs einfach gestickt sind. 

Fazit:
Für mich ein mehr als überzeugender Mystery-Thriller, den ich kaum noch aus der Hand legen konnte. Auch wenn die Geschichte objektiv betrachtet vielleicht einige kleinere Mängel aufweisen kann, ist das Zusammenspiel von Handlung, Spannung, Wendungen, Charakteren und Schreibstil so gewaltig, dass man diese gar nicht merkt und ich sehr gerne die vollen 5 Buchherzen und eine unbedingte Leseempfehlung vergebe. 
 Vielen Dank an den Piper-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Infos zum Autor (Quelle: Amazon):
Thomas Finn wurde 1967 in Chicago geboren, wuchs in Deutschland auf und lebt heute in Hamburg.
Der ausgebildete Werbekaufmann und Diplom-Volkswirt ist preisgekrönter Spiele-und Romanautor und hat einige Jahre als Lektor und Dramaturg in einem Drehbuchverlag sowie als Chefredakteur des führenden deutschen Phantastik-Magazins Nautilus gearbeitet. Im Spielebereich stammen zahlreiche Abenteuer-Publikationen aus seiner Feder, darunter weit über ein Dutzend Titel des beliebten deutschen Fantasy-Rollenspiels "Das Schwarze Auge", zu dessen Redaktionsstab er zählt.
Hauptberuflich arbeitet er heute als Roman-, Spiele-, Theater- und Drehbuchautor. Für seinen bei Ravensburger erschienenen Roman "Das unendliche Licht" gewann er 2007 die Segeberger Feder, den einzigen Jugendbuchpreis Schleswig Holsteins

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen