Dienstag, 6. Januar 2015

Rezension: Stirb leise, mein Engel - Andreas Götz





Titel: Stirb leise, mein Engel
  Autor: Andreas Götz
 Seiten: 368
Verlag: Oetinger
Preis: ebook: 0,00 €, geb. 16,95 €
Ersterscheinung: 20. 01. 2014  
Reihe: Nein
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Kurzbeschreibung:
München, das Ende eines heißen Sommers. Drei Mädchen sterben innerhalb weniger Wochen wie es scheint, aus eigenem Entschluss. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn alle drei wollten mit ihrer großen Liebe in den Tod gehen. Und sie ahnten nicht, dass ausgerechnet er, der mit ihnen sterben wollte, sich als ihr schlimmster Feind entpuppen würde.

Meinung:
Die Kurzbeschreibung hat mich von Beginn an angesprochen und da das Buch schon eine Weile kostenlos als ebook zu haben ist, habe ich gerne die Chance genutzt.

Die Geschichte selbst startet auch ziemlich spannend. Man ist sozusagen live dabei, als der Täter ein Mädchen unter falschen Voraussetzungen zum Selbstmord treibt und sich an ihrem Todeskampf ergötzt. Zwischendurch gibt es immer wieder Kapitel aus der Sicht des unbekannten Täters, in der er sich neue Opfer sucht, sein Spiel mit ihnen und diese in den Tod treibt. Dabei wird mit der Zeit immer deutlicher, was eigentlich dahinter steckt und wie alles zusammenhängt. 

Der Hauptteil der Geschichte wird aus der Sicht des 16-jährigen Saschas erzählt. Sascha hat den gewaltsamen Tod seines Vaters noch nicht wirklich verkraftet und ist dementsprechend ziemlich ängstlich und oft unsicher, auch wenn er das Herz am rechten Fleck hat. Dass er nun das erste Mal so richtig mit aufkeimenden Gefühlen und Eifersucht konfrontiert wird, macht die Sache auch nicht leichter. Und das war es auch, was mich mit ihm relativ wenig warm werden ließ. Denn er reagiert oft typisch pubertär und einfach unpassend, so dass mich seine Eifersuchtsattacken und ähnliches mit der Zeit doch ziemlich genervt haben. 

Obwohl Saschas Mutter  zwar die Kriminalkommissarin ist, die die vermeintlichen Selbstmorde unterstucht, gerät er eher durch Zufall in die ganze Geschichte. Dennoch ist ihm bald klar, dass da mehr dahinter steckt und versucht zusammen mit seiner Nachbarin Joy dem Rätsel auf die Spur zu kommen. 

Dabei ist die Idee hinter dem Thriller wirklich faszinierend. Auch der grobe Aufbau der Geschichte mit dem regelmäßigen Perspektivenwechsel, den Geheimnissen und Wendungen funktioniert größtenteils echt gut. Was dem Roman aber doch immer wieder etwas die Spannung nimmt, sind eben die ausschweifend erzählten privaten Angelegenheiten aus Saschas Sicht. Unsicherheit, Liebe, Eifersucht, Trotz usw. die zwar für einen tiefgründigen, aber nicht ganz sympathischen Charakter sorgen und die Dramatik immer wieder etwas herunterschrauben. 

Geschrieben ist „Stirb leise, mein Engel“ ziemlich gut. Die Geschichte lässt sich schnell lesen und die Kapitel aus der Sicht des Täters ziehen den Leser schnell in den Bann. Besonders erwähnenswert ist hierbei, wie sehr sich die einzelnen Perspektiven auch deutlich im Stil unterscheiden. 

Fazit:
Ein Jugendthriller mit toller Idee und überzeugendem Grundkonzept. Jedoch hätte man die Umsetzung durchaus etwas straffen und die vielen kindischen Szenen von Protagonist Sascha etwas kürzen können. So kann man die Geschichte ganz gut lesen, vor allem wenn sie kostenlos ist. Jedoch ist es wirklich kein Muss, weshalb es von mir solide 3 Buchherzen gibt. 
Die Rezension gehört zur Kunterbunt- Challenge (#KabuCh).

Infos zum Autor (Quelle: Amazon):
Andreas Götz, geboren 1965, studierte Germanistik und arbeitet als freier Autor von Hörspielen für mehrere Rundfunkanstalten, als Journalist und Übersetzer. "Stirb leise mein Engel" ist sein erster Jugendroman.

Kommentare:

  1. Ich weiß nicht, ob das mit dem Kommentar veröffentlichen geklappt hat, deshalb jetzt einfach nochmal. Sorry, wenn er öfter auftaucht.

    Hallo,

    ich hab das Buch auch für die Taks-Challenge gelesen, deshalb interessiert mich deine Rezension sehr.

    Wenn man vielleicht etwas älter als Sascha ist, ich bin da auch schon ein wenig drüber, scheinen seine Probleme vielleicht wirklich "nichtig". Dennoch haben sie mich gar nicht so genervt, weil ich sie für sein Alter echt realistisch finde. Er ist gerade erst 16, da dreht sich hauptsächlich alles um Mädchen und Streit mit der Mutter. Nicht bei allen natürlich, aber bei vielen und daher finde ich das durchaus passend.

    Ich lese sehr viele Thriller und habe auch recht früh damit angefangen, sodass mir dieser insgesamt auch zu seicht war, weil ich einfach "härteres" gewöhnt bin. Aber als Jugendthriller fand ich ihn eigentlich gut. :)

    Grüße,
    Julia

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    1. Huhu,
      danke für deinen Kommentar und keine Sorge, er ist eh nur einmal aufgetaucht :)
      Also ich lese auch sehr viele Jugendromane und kann mich eigentlich gut mit den Problemen identifizieren, aber hier hat es mich einfach wirklich etwas genervt. Und die Thiller-Elemente fand ich ja auch richtig gut und auch für einen Jugendthriller nur eben in der Verbindung mit dem Rest hätte ich mir auch für einen Jugendthriller ein bisschen was anderes gewünscht.

      Aber ich fand ihn ja auch nicht so schlecht :)

      lg, Steffi

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