Samstag, 14. Februar 2015

*Rezension* 28 Tage lang - David Safier


Titel: 28 Tage lang
Autor: David Safier
ISBN:  978-3463406404
Seiten: 416
Verlag: Kindler
Ersterscheinung: 14. März 2014
Preis: 16,95 €  gebunden

Kurzbeschreibung
Warschau 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage. .
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.

Meinung
Dies ist mal ein ganz anderer Safier, sonst kennt man ihn ja, wenn er doch etwas lustigere Bücher schreibt. 28 Tage lang dagegen ist ein nicht so einfacher Roman über ein sehr heikles Thema: Judenverfolgung und Ermordung. Erst mal Hut ab, sich an so ein Thema zu wagen....

Ich lese eigentlich gerne solche Bücher über die frühere Zeit (z.B. Schindler`s Liste) und war somit natürlich überwältigt von der Handlung in diesem Buch. Der Autor berichtete über den Aufstand im Warschauer Ghetto und ich muß gestehen, diesmal fand ich die Kaltblütigkeit der menschlichen Rasse einfach nur erschreckend. Viele Emotionen im Buch erschlossen sich mir, aber leider nur negative. Ich spürte den Hass, die Wut und die Verzweiflung der Darsteller und fühlte mit ihnen mit.

Trotzdem erschienen mir die Charakteren etwas flach und ich hätte mir über jeden einzelnen etwas mehr Informationen gewünscht. Außerdem tat ich mich mit den polnischen Namen etwas schwer. Zwischenzeitlich wußte ich nicht mehr wer wer war und das stockte meinen Lesefluss etwas. Die Hauptprotagonistin Mira hat mich sehr beeindruckt. Sie kam trotz der Situation stark und vernünftig vor. Sie hatte alles andere als ein einfach Leben und mußte jeden Tag ums Überleben kämpfen. Mittendrin flüchtete sie, als Ausgleich sozusagen, immer in ihre Fantasygeschichte 777 Inseln. Dort fühlte sie sich wohl und konnte mit ihrer toten Schwester kommunizieren. Aus dieser Phantasiewelt schöpfte sie wieder neue Kraft, um den Kampf weiter zu kämpfen. Alle anderen Darsteller liefen so nebenbei, wie gesagt, mehr Infos wäre schön gewesen.

Am Ende ist alles gut ausgegangen, auch wenn bis dahin noch viele Freunde und Bekannte ihr Leben lassen mußten. Ich muß sagen, ich hätte nicht in dieser Zeit leben wollen. War es überhaupt dort lebenswert???

Der Schreibstil des Autors war mir etwas zu schwer und langatmig. Das Buch war nicht so einfach zu lesen und was mich am meisten störte, war die Ausdrucksweise. Irgendwie nicht zeitgemäß...Aber das ist ja Geschmackssache. Die Kapitel wurden kurz gehalten und am Ende des Buches erfuhr ich noch einige Hintergrundinformationen aus einem Gespräch zwischen Michael Töteberg und David Safier, warum er dieses Werk geschrieben hat.

Cover
Dies ist mal ein Cover, das mir so überhaupt nicht gefällt. Schmucklos und einfach naja......Der Titel passt auf jeden Fall zum Inhalt.

Fazit
Ich weiß nicht so ganz genau, wie ich „28 Tage lang“ bewerten soll. Es gab einige gute Szenen, aber auch einige schlechte. Die Handlung fesselte mich zwar, aber war in einigen Passagen ganz schön langatmig. Schwere Kost und kein einfaches Thema. Ich vergebe trotzdem gute 3 von 5 Buchherzen und eine bedingte Leseempfehlung.


Infos zum Autor: (Quelle Amazon)
David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der letzten Jahre. Seine ersten beiden Romane "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Außerdem arbeitet David Safier als Drehbuchautor. Für seine TV-Serie "Berlin, Berlin" gewann er den Grimme-Preis sowie den International Emmy (den amerikanischen Fernseh-Oscar). David Safier lebt in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

Kommentare:

  1. Hey Heike,
    immer wenn ich das Cover "28 Tage lang" sehe, muss ich direkt an "28 Days Later" denken. Das ist verwirrend. :/ Schöne Rezension!
    Viele Lesegrüße, Emmi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Emmi,
      diese Verbindung ist mir nicht aufgefallen, aber ist natürlich doof, wenn man solche Assoziationen hat.....vielen Dank für das Lob....
      Lg. Heike

      Löschen