Montag, 27. April 2015

Rezension: Bartimäus 2: Das Auge des Golem - Jonathan Stroud




Titel: Bartimäus - Das Auge des Golem
 Autor: Jonathan Stroud
  Seiten: 671    
Verlag:  cbt 
Preis: TB: 8,95 € 
Ersterscheinung: 07. 06. 2005  
Reihe: Teil 2 von 4








Kurzbeschreibung:
»Klar habe ich damit gerechnet, dass mich eines Tages wieder irgendein Schwachkopf mit spitzem Hut beschwört, aber doch nicht derselbe wie beim letzten Mal!«

Der junge, ehrgeizige Nathanael strebt eine Karriere im Zaubereiministerium des britischen Imperiums an. Sein erster Auftrag: Er soll eine Gruppe von nichtmagischen Widerständlern dingfest machen, die mit Anschlägen die Zaubererwelt in Atem hält. Zur Widerstandsbewegung gehört auch die 15-jährige Kitty, die über außergewöhnliche Abwehrkräfte gegen Magie verfügt. Nathanael setzt alles daran, Kitty und ihre Verbündeten aufzuspüren. Doch als diese entkommen, hilft nur eines: Bartimäus muss wieder her!

Meinung:
Es ist nun doch schon wieder viel zu lang her, dass ich den ersten Band gelesen habe. Zwar war die grobe Erinnerung noch da, aber die Feinheiten haben die Zeit leider nicht überdauert. Dementsprechend hatte ich mir erhofft, mit einem spannenden Anfang sofort wieder in die Geschichte katapultiert zu werden, aber genau das Gegenteil war der Fall. Die ersten 150 Seiten haben sich echt gezogen und ich war schon kurz davor das Buch zur Seite zu legen. Denn irgendwie gibt es ziemlich viel Geschwafel und es dauert ewig bis die Geschichte wirklich in Gang kommt, aber dann habe ich es nicht eine Sekunde lang bereut, doch weiter gelesen zu haben. 

Nathanael hat sich in den letzten beiden Jahren die seit dem ersten Band vergangen sind durchaus weiter entwickelt, aber keineswegs zum Positiven. Er ist nun ziemlich weit oben an der Spitze der Macht und will immer weiter und ist dafür auch bereit über Leichen zu gehen.  Da aber ab und an doch noch sein Gewissen hervortritt, habe ich ja die Hoffnung für ihn noch nicht ganz aufgegeben. 

Dieses Mal erfährt man endlich mehr über die Welt in der die Geschichte spielt und zwar auch, wie das Leben für die Gewöhnlichen so abläuft und dies ist teilweise ziemlich erschreckend. Die Widerstandskämpferin Kitty ist dabei eine ziemlich interessante Figur, die den Leser gut auf die andere Seite der Medaille mitnimmt und ganz gegensätzliche Einblicke zu Nathanaels Sicht der Dinge gewährt. 

Last but not least bleibt natürlich noch Bartimäus. Ich weiß noch, dass ich ihn im ersten Band durchaus beeindruckend und lustig, aber dennoch ein bisschen hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibend fand. Diesen Eindruck hatte ich im zweiten Band überhaupt nicht mehr. Ich habe mich über seine Art und seine spritzig-frechen Kommentare mehr als einmal kaputtgelacht und seine Sicht der Dinge war es auch, die dafür gesorgt hat, dass ich nach dem langweiligen Beginn überhaupt weiter gelesen habe. Ich finde seinen Charakter immer noch höchst interessant und extrem gut erarbeitet. 

Der Schreibstil ist wieder sehr leicht lesbar, durch Bartimäus Schlagfertigkeit extrem humorvoll und eher auf junge Leser ausgerichtet. Dennoch sorgt vor allem der Mix aus Humor, tollen Charakteren und einer interessanten Handlung auch bei älteren Lesern für tolle Unterhaltung. Es gibt auch dieses Mal wieder ergänzende Kommentare von Bartimäus in Fußnoten die anfangs den Lesefluss etwas unterbrechen, aber ich habe mich schnell wieder daran gewöhnt und fand dieses Mal die Anzahl auch viel angemessener als im vorherigen Teil.

Fazit:
Abgesehen von den ersten 150 Seiten eine sehr lesenswerte Fortsetzung der Bartimäus-Reihe. Die Charaktere sind wieder extrem gut erarbeitet und nun erfährt man auch endlich etwas mehr über die Welt an sich. Zusätzlich gibt es eine stimmige und recht spannende Handlung und Lachanfälle sind garantiert. Deshalb gibt es von mir auch dieses Mal wieder solide 4 Buchherzen.

Infos zum Autor (Quelle: Amazon):
Als Kind war Jonathan Stroud (*1970) häufig krank und musste viel Zeit im Krankenhaus oder zu Hause im Bett verbringen. Um der Langeweile zu entfliehen, begann er, intensiv zu lesen: Bald war der Boden seines Zimmers mit Büchern komplett bedeckt. Außerdem zeichnete Jonathan Stroud und erfand selbst mit Begeisterung Geschichten. Nach dem Englischstudium arbeitete er einige Jahre als Lektor für Walker Books in London, wo er alles über Kinderbücher lernte. 1999 erschien sein erster Fantasyroman "Drachenglut". Damit war Jonathan Stroud klar, was er in seinem Leben tun wollte. 2001 hängte er seinen Job endgültig an den Nagel, um nur noch Schriftsteller zu sein. Im selben Jahr heiratete er und wurde Vater.

Infos zur Reihe (bereits komplett erschienen):
1. Baritmäus - Das Amulett von Samarkand *klick zu meiner Rezension*
2. Bartimäus - Das Auge des Golem
3. Bartimäus - Die Pforte des Magiers
4. Bartimäus - Der Ring des Salomo

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