Sonntag, 5. April 2015

Rezension: Blind Walk - Patricia Schröder




Titel: Blind Walk
 Autorin: Patricia Schröder
 Seiten: 448
  Verlag: Coppenrath
   Preis: 17, 95 Euro    
Ersterscheinung: 01. 06. 14
  Reihe: Nein








Kurzbeschreibung:
Als die 17-jährige Lida Donelley zusammen mit ihrem Freund Jesper an einem sogenannten „Blind Walk", einem Event aus dem Internet, teilnimmt, rechnet sie mit nicht mehr als ein bisschen Nervenkitzel. Zusammen mit fünf anderen Jugendlichen werden Lida und Jesper mit verbundenen Augen in der Wildnis ausgesetzt, ausgestattet mit einem Kompass und ein paar wenigen Gegenständen. Doch von Anfang an ist die Stimmung in der Gruppe hochexplosiv. Die Situation droht zu eskalieren, als die Jugendlichen nach kurzer Zeit die Leiche einer der Männer finden, die sie in den Wald gebracht haben. Lida beschleicht das unheimliche Gefühl, dass sie beobachtet werden. Schon bald wird dieser erste Verdacht zur bösen Gewissheit: Irgendjemand da draußen macht Jagd auf sie. Und der Jäger scheint es dabei vor allem auf sie, Lida, abgesehen zu haben.

Meinung:
Also der Klappentext klang ja ziemlich interessant, hat bei mir aber völlig falsche Vorstellungen geweckt. Auf jeden Fall habe ich nicht damit gerechnet, dass auch ein Hauch Übernatürliches eine Rolle spielen wird. Es gibt nämlich zwei Handlungsstränge, einmal die Blind Walk-Geschichte aus der Sicht von Lida und dann noch die sehr undurchsichtige Geschichte des Jugendlichen Sten, der nach einem Unfall im Koma liegt und als „Geist“ durch die Welt geht.

Diesen zweiten Handlungsstrang fand ich lange Zeit echt gewöhnungsbedürftig. Das liegt nicht daran, dass ich keine Fantasy mag, denn ganz im Gegenteil, aber hier hat es einfach nicht gepasst. Dieser Handlungsstrang wurde ohne Sinn und Zweck dem Leser vorgeworfen, ist bis weit über die Hälfte des Buches total verworren, bis hin zu unsinnig und ich konnte damit einfach nichts anfangen und mich dementsprechend auch nicht damit anfreunden. Später verbindet sich dieser Strang zwar mit dem Rest der Geschichte, aber ich bin immer noch der Meinung, dass man den Plot auch anders hätte erzählen können, oder zumindest besser einführen hätte können. 

Auch der Blind Walk selbst konnte nicht ganz halten, was ich mir darunter vorgestellt habe. Kaum treffen die einzelnen Teilnehmer aufeinander gibt es unnötigen Streit und Zank, der sich durch dreiviertel des Buches zieht und fast alle Figuren waren mir schnell unsympathisch und bleiben zusätzlich noch ziemlich flach und oberflächlich. Spannung kam bei mir auf den ersten 300 Seiten auch sehr selten auf. Ich war genervt von den Zickereien und konnte mich nur schwer in die Figuren einfühlen. 

Die letzten 150 Seiten werden dann, Gott sei Dank, etwas besser. Man bekommt endlich Hinweise auf die Hintergründe und den vermeintlichen Sinn des Ganzen, außerdem kommt auch endlich etwas Spannung auf. Trotzdem fand ich nach Beenden des Romans immer noch alles nicht wirklich stimmig und irgendwie unecht. Außerdem fand ich die Botschaft des Romans zu einem bestimmten Thema (will ich hier nicht verraten, sonst ist die Spannung noch geringer) eher etwas kritisch. 

Fazit:
Ein Roman, der in meinen Augen nicht im Geringsten hält was er verspricht. Dieser zweite Handlungsstrang war für mich unnötig und eher störend und auch die Entwicklung der Geschichte nimmt teilweise unnatürliche Züge an. Da die letzten 150 Seiten doch etwas Spannung aufkam reicht es gerade noch für ein 2. Buchherz, aber Lesespaß ist etwas anders.
 Diese Rezension gehört zur Kunterbunt- Challenge (#KabuCh).

Infos zur Autorin (Quelle: Coppenrath.de):
Patricia Schröder, 1960 geboren, lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und einer Handvoll Tieren auf Eiderstedt, wo sie als freie Autorin arbeitet. Sie begann mit Rundfunkessays, später kamen Texte für Anthologien dazu. Inzwischen sind von ihr zahlreiche Kinder- und Jugendromane veröffentlicht und in andere Sprachen übersetzt worden.

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