Sonntag, 26. Juli 2015

Rezension: Der Club der Traumtänzer - Andreas Izquierdo




Titel: Der Club der Traumtänzer
Autor: Andreas Izquierdo
 Seiten: 448
Verlag: Dumont   
Preis: 9, 99 €   
Ersterscheinung: 08. 10. 14  
Reihe: Nein








Kurzbeschreibung:
Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen: Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Doch dann fährt er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule an. Und die kennt sich mit Schwererzieh-baren wie ihm bestens aus. Als Wiedergutmachung soll Gabor fünf Sonderschülern Tango beibringen. Das Problem ist nur, dass alle Schüler einen IQ unter 85 und eigentlich keinen Bock auf Tanzen haben. Die Sache gerät außer Kontrolle: Die Kids stellen sein Leben auf den Kopf, sein ärgster Konkurrent wittert die große Chance, ihn aus der Firma zu drängen, und zu allem Überfluss verliebt er sich in eine Frau, die ihm nicht gleich zu Füßen liegt. Als eines der Tangokids schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte er wird diesen Jungen retten, egal, was er dabei aufs Spiel setzt.

Meinung:
„Der Club der Traumtänzer“ hat mich in fast allen Punkten wirklich positiv überrascht. Zum einen fand ich Protagonisten Gabor schon von Beginn an nicht wirklich unsympathisch.  Klar, er ist Ich-Bezogen und überheblich, hat aber trotzdem einen gewissen Charme. Mit der Zeit entwickelt er sich weiter und natürlich sind das schon große Sprünge, aber trotz allem fand ich es hier glaubhaft dargestellt. 

Im Übrigen entwickelt Gabor durch die langsame Offenlegung seiner Vergangenheit ebenfalls noch eine gewisse Tiefe, die ich so nicht erwartet hätte. Aber auch die anderen Figuren, allem voran natürlich die 5 Tanzschüler sind etwas Besonderes. Auch hier kommt man nicht ganz ohne Klischees aus, aber trotz allem hat der Autor diese so gering wie möglich gehalten, bzw. gut dagegen gearbeitet. So müssen die 5 Schüler alle ihr Päckchen tragen und auch wenn Gabor versucht zu helfen, kann er nicht alles mit einem Fingerschnippen zum Guten wenden, sondern muss einsehen, dass kleine Hilfen oftmals besser sind als nichts.

Das Besondere an diesem Roman war für mich die tolle Abwechslung zwischen Humor und emotionaler Tragik. Es gibt so viele Szenen die vor Sarkasmus und Humor nur so Strotzen und kurz darauf war ich extrem berührt.  Vor allem zu Beginn musste ich so oft laut auflachen und am Ende sind auch ein paar Tränen geflossen. 

Der Schreibstil der Geschichte ist einfach toll. Extrem anschaulich und lebendig, immer genau richtig und höchst emotional. Man könnte ihn wirklich mit einer Choreographie vergleichen, da alles seinen angestammten Platz zu haben scheint und Tanzen in der Geschichte ja eine zentrale Rolle spielt.  

Auch wenn die Handlung an sich durchaus etwas vorhersehbar ist, stört das überhaupt nicht. Es kommt auf die Art und Weise der einzelnen Entwicklungen und dabei hat der Autor immer wieder kleine Highlights eingebaut.  

Fazit:
„Der Club der Traumtänzer“ ist ein besonderer Roman, der zwar nicht ganz ohne Klischees auskommt, jedoch stört das kaum. Der Autor hat fast immer einen realistischen Weg gefunden und man wird zum Träumen eingeladen. Die Charaktere sind einzigartig und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Und vor allem die gekonnte Abwechslung zwischen Humor und emotionaler Tragik machen den Roman extrem lesenswert. Von mir gibt es deshalb die vollen 5 Buchherzen und eine unbedingte Leseempfehlung.
Diese Rezension gehört zur Kunterbunt- Challenge (#KabuCh). 

Infos zum Autor (Quelle: Amazon):
Andreas Izquierdo, geboren 1968, ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Er veröffentlichte u. a. den Roman >König von Albanien< (2007), der mit dem Sir- Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman >Apocalypsia< (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Im DuMont Buchverlag erschien von ihm >Das Glücksbüro< (2013).
www.izquierdo.de

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    ich kann mich dir da nur anschließen. Ich war auch hin und weg von diesem tollen Buch. Mich hat die Geschichte sehr berührt.
    LG
    Yvonne

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    1. Huhu,
      ja echt toll, ich galube ich werde mir auch mal das Glücksbüro näher angucken, denn davon habe ich bisher auch viel Gutes gehört.

      lg, Steffi

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