Freitag, 21. August 2015

Hörbuchrezension: Ein Mann namens Ove - Fredrik Backman


Titel: Ein Mann namens Ove
Autor: Fredrick Backman  
Laufzeit: 10 h 36 - ungekürzt
Verlag: Argon Hörbuch / Fischer Krüger
Preis: ab 9,95 € als Datei
Ersterscheinung: 21. 08. 2014 
Reihe: Nein 
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Kurzbeschreibung:
Ove ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein viel zu großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr in seinem Leben. Doch als nebenan eine junge Familie einzieht, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet, beginnt eine so komische wie herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, Liebe, das richtige Werkzeug und was sonst noch wirklich zählt im Leben.

Meinung:
Ich war ja zu Beginn schon eher etwas skeptisch. Die ersten 45 Minuten ging mir Oves extremes Verhalten schon ein bisschen auf die Nerven. Dazu kam auch noch, dass sich irgendwie alles wiederholt und auch Heikko Deutschmann mit seiner Stimme eine ziemlich gleichbleibende Atmosphäre erzeugt. Jedoch kann ich im Nachhinein sagen, dass hier ein bisschen durchhalten angesagt ist, es sich aber wirklich lohnt. Denn als die neuen Nachbarn einziehen, Oves Leben regelrecht auf den Kopf gestellt wird und man ihn mit der Zeit auch etwas besser kennen lernt, ändert sich alles sehr zum Positiven.

Erzählt wird die Geschichte in zwei abwechselnden Handlungssträngen. In der Gegenwart begleitet man Ove bei seinen täglichen Ritualen, bei den Versuchen sich das Leben zu nehmen und erlebt hautnah, wie die neue Familie von Nebenan sein Leben umkrempelt. Der andere Handlungsstrang gibt Einblick in Oves Vergangenheit. Man erfährt, weshalb er so geworden ist und auch, wie er seine geliebte Sonja kennengelernt hat. 

Diese abwechselnde Erzählweise hat mir eigentlich recht gut gefallen, da sie ein gutes Verhältnis an Emotionen, Humor und Tragik in den Roman bringt. Und das macht diese Geschichte auch aus. Wenn man sich mal an den brummigen und exzentrischen Ove gewöhnt hat, muss man extrem oft über seine Taten, Aussagen und Gedanken lachen. Es ist so lustig, wenn er seinen neuen Nachbarn kontinuierlich als Idioten bezeichnet oder davon spricht, dass er in dieser Woche schon so oft im Krankenhaus war, obwohl erst vier Tage vergangen sind.

Aber es gibt auch genügend berührende, traurige und nachdenkliche Momente. Zwar hätte ich persönlich nicht alle Stellen der Vergangenheit so ausführlich gebraucht, aber es war schon in Ordnung so, da man sich erst dadurch richtig gut in die Geschichte und vor allem in Ove einfühlen kann.

Daran hat natürlich auch Heikko Deutschmann seinen Anteil, der sich im Verlauf der Geschichte noch als sehr angenehmer Sprecher für diese Art der Geschichte herausstellt und den verschiedenen Situationen auf passende Weise Leben einhaucht. Man nimmt ihm jede Gefühlsregung und Stimmveränderung ab, sieht es wie einen Film vor sich ablaufen und spürt es manchmal auch ganz tief in sich drin. 

Bei den Figuren werden natürlich auch einige Klischees bedient, jedoch stört das überhaupt nicht. Sie passen alle wunderbar in die Geschichte und werden mit der Zeit fast real. 

Fazit:
Wenn man den etwas holprigen Beginn überstanden hat, entwickelt sich eine wunderbare Geschichte mit viel Humor und Herzenswärme, aber auch einer Spur Tragik und einigen Themen zum Nachdenken. Auch der Sprecher macht einen guten Job und haucht den jeweiligen Situationen regelrecht Leben ein. „Ein Mann namens Ove“ ist in der Gesamtbetrachtung ein Buch, das einfach Spaß macht. Deshalb gibt es von mir sehr gute 4 Buchherzen und eine unbedingte Lese- oder Hörempfehlung.
  
Infos zum Autor (Quelle: Amazon.de):
Fredrik Backman, geboren 1981, war Journalist, Blogger, Gabelstaplerfahrer, Gastronomiehilfskraft und vieles mehr – heute ist er Familienvater und einer der erfolgreichsten Autoren Schwedens. Sein Debüt ›Ein Mann namens Ove‹ eroberte weltweit die Herzen und die Bestsellerlisten und wurde mit Rolf Lassgård fürs Kino verfilmt. Auch Fredrik Backmans folgende Romane sind große internationale Erfolge. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Solna bei Stockholm.

Infos zum Sprecher (Quellen: Wikipedia und Amazon.de):
Heikko Deutschmann (* 13. Februar 1962 in Innsbruck) ist ein österreichischer Schauspieler.
Vor seinem Einstieg beim Fernsehen 1984 mit dem Film Walkman Blues war Deutschmann als Bühnenschauspieler und Musiker (Gesang, Klavier, Cello, Gitarre, Schlagzeug) tätig. Seinen Durchbruch im deutschen Fernsehen hatte Deutschmann 1995 mit der ZDF-Serie Der Mond scheint auch für Untermieter. Es folgten Gastrollen unter anderem bei Ein Fall für Zwei, Polizeiruf 110 und Tatort sowie Hauptrollen in einigen Fernsehfilmen für Sat1 und in der Serie Die Gerichtsmedizinerin.
Deutschmann hat zahlreiche Hörbücher gesprochen, wird als der Mann mit der Stimme gefeiert und liest mit viel Gefühl und feinem Humor.


Kommentare:

  1. Hallo Steffi,

    meine Frau hat das Hörbuch gestern gerade von einer Ihrer Kunden mit nach Hause gebracht und ich dachte schon - naja und das hörst du dir nicht an. Auch das Cover spricht mich nicht wirklich so an.

    Aber deine Rezi macht mich neugierig und ich werde es doch mal versuchen :) Danke dafür.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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  2. Huhu Uwe,
    na das ist ja ein Zufall :D Also das Cover hat mich erst auch nicht wirklich angesprochen, jetzt im Nachhinein finde ich, dass es super zur Geschichte passt.

    Na, dann hoffe ich, dass es dir auch gefällt. Ich werde bei dir mal die Augen nach einer Rezension offen halten :D

    lg, Steffi

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