Montag, 3. August 2015

Rezension: Ronja Räubertochter - Astrid Lindgren




 Titel: Ronja Räubertochter
 Autorin: Astrid Lindgren
 Seiten: 240
Verlag: Oetinger   
Preis: 14, 90 €   
Ersterscheinung: 01. 02. 1982  
Reihe: Nein








Kurzbeschreibung:
Ronja, die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis, wächst mitten im Wald auf, zwischen Räubern, Graugnomen und Wilddruden. Eines Tages trifft sie auf Birk, den Räubersohn aus der verfeindeten Sippe von Borka, und freundet sich mit ihm gegen den Willen ihrer Eltern an. Ein märchenhaftes Buch voller Fantasie, und ein Plädoyer gegen Vorurteile und Ungerechtigkeit.

Meinung:
In meiner Kindheit hat Ronja Räubertochter keine Rolle gespielt, irgendwie ist diese Geschichte an mir vorbei gegangen. Jedoch bin ich die letzten Jahre immer wieder auf dieses Buch gestoßen, weshalb ich nun, da ich einen Klassiker lesen musste, die Chance ergriffen habe. 

Und ich kann nur bestätigen, dass es sich hierbei um ein ganz wundervolles Kinderbuch handelt. Die Geschichte bietet von allem etwas, wie z. B. Räuber, Abenteuer, ein aufmüpfiges, mutiges Mädchen, Leben im Wald, unerlaubte Freundschaft und unbekannte Fantasiewesen. Schon alleine das macht Ronja Räubertochter zu einem spannenden und fesselnden Buch. 

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn hinter all den für Kinder so interessanten Faktoren steckt noch so viel mehr. Die Autorin hat so viele verschiedene Themen des Erwachsenwerdens in ihre Abenteuergeschichte eingebaut, dass man nur so staunen kann. So muss sich Ronja mit Vorurteilen beschäftigen, sich ihren Eltern entgegenstellen und eigene Entscheidungen treffen, mutig sein und sich auch mit Liebe und Verlust auseinandersetzten. Und all das geschieht so normal und glaubhaft und ohne auch nur irgendwie belehrend zu wirken. 

Der Schreibstil ist ziemlich verschnörkelt, sehr bildhaft und meiner Meinung nach eignet sich dieses Buch sehr gut zum Vorlesen. Es lädt direkt dazu ein die Stimme zu verstellen und den einzelnen Figuren Leben einzuhauchen. Außerdem gibt es auch einige lustige Szenen, die für einige Lacher sorgen könnten.  

Zum Schreibstil muss ich aber auch meinen einzigen Kritikpunkt loswerden: Dadurch dass das Buch im Original bereits 1981 erschienen ist, ist die Sprache doch teilweise ein bisschen veraltet, weshalb ich mir vorstellen könnte, dass manche Ausdrücke oder Satzbauten für die Kinder der heutigen Zeit ein bisschen schwer verständlich sein könnten. 

Ein Highlight hingegen stellen noch die vereinzelten schwarz/weiß Zeichnungen dar. Diese veranschaulichen manche Beschreibungen noch zusätzlich und lockern die Geschichte auch für jüngere Leser / Zuhörer noch etwas auf.

Fazit:
Ein richtig tolles Kinderbuch, das extrem viel bietet. Durch seine vielfältigen Ideen ist es für Kinder ansprechend und durch die vielen behandelten Themen auch noch lehrreich, ohne irgendwie belehrend zu wirken. Der Schreibstil ist sehr verschnörkelt und anschaulich, jedoch könnten einige der veralteten Ausdrücke für die Kinder der heutigen Zeit etwas schwer verständlich sein. So gibt es von mir sehr gute 4 Sterne und eine deutliche Leseempfehlung. 

Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
Eine kleine freche Göre, die die Welt der Erwachsenen auf den Kopf stellt, änderte schlagartig ihr Leben: Gerade noch Sekretärin beim Königlichen Automobilklub in Stockholm, wurde Astrid Lindgren 1945 sprichwörtlich über Nacht berühmt. Sie hatte eine Romanfigur erfunden, die wie sie eine Weltkarriere machen sollte: Pippi Langstrumpf. Lindgren, die 1907 in Vimmerby, Småland, geboren wurde, arbeitete fortan als Kinderbuchlektorin und Autorin. Ihr Erfolg war einmalig. Lindgren, die selbst Kinder hatte, mischte sich immer wieder in aktuelle politische Debatten ein und kämpfte bis zu ihrem Tod 2002 für die Rechte von Kindern. Das tut auch Pippi Langstrumpf, deren anarchische Charakterzüge die allzu strengen Regeln der Erwachsenen erfolgreich torpedieren. Ein großartiges Erbe!

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