Freitag, 11. September 2015

Hörbuchrezension: Deadline - Renee Knight




Titel: Deadline
Autor: Renee Knight  
Laufzeit: 7 h 25 - gekürzte Lesung 
Verlag: der Hörverlag / Goldmann
Preis: 12,99 €  MP3 CD
Ersterscheinung: 27. Juli 2015  
Reihe: Nein 







Kurzbeschreibung:
Catherine wird niemals diesen Tag vor zwanzig Jahren vergessen. Was damals passierte, sollte für immer ein Geheimnis bleiben, von dem niemand jemals erfahren darf. Doch dann hält sie dieses Buch in den Händen, das ihre Geschichte bis ins Detail erzählt. Bestürzt blättert sie eine Seite nach der anderen um. Wer kann so genau von den damaligen Ereignissen wissen, und was will dieser jemand von ihr? Als sie die letzte Seite erreicht, fürchtet sie, die Antwort gefunden zu haben. Sie endet mit ihrem gewaltsamen Tod. Catherine ahnt, dass dies nicht nur eine Drohung ist …

Meinung:
Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Ich war schon vor Beginn des Lesens sehr gespannt, was denn das für ein großes Geheimnis ist und wie die Geschichte ausgeht. 

Auch der Einstieg in die Handlung war ganz nach meinem Geschmack. Es wird von Beginn an eine große Spannung nach der Frage dieses Geheimnisses aufgebaut und es werden immer wieder kleine Andeutungen gemacht, die die Fantasie auf Hochtouren bringen. 

Unterstützt wird das ganze durch eine abwechselnde Erzählweise mit verschiedenen Handlungssträngen. Der Hauptteil beschäftigt sich mit Catherine und dem Autor des Buches, Stephen Brigstocke. Jedoch gibt es im Verlauf auch einige Rückblenden und Kapitel aus anderen Sichten. Bei dem Hörbuch wird dieser Unterschied durch die verschiedenen Sprecher besonders deutlich und hat mir gut gefallen. 

Als dann die Offenbarung des Geheimnisses unausweichlich ist und man erfährt was damals passiert zu sein scheint, war ich war ich von der Banalität echt enttäuscht. Nach der langen Zeit die dazwischen liegt waren mir die Reaktionen darauf auch viel zu heftig. Catherines Ehemann wird zum totalen Arschloch und auch Stephen Brigstocke verliert sich immer mehr in krankhaften Fantasien und entwickelt einen regelrechten Wahn. Das schaukelt sich auch alles immer weiter hoch, wobei die Spannung dann etwas auf der Strecke bleibt. 

Doch bevor man die Lust daran endgültig verlieren kann, entwickelt sich alles ganz anders als erwartet. Es gibt eine weitere Wendung, die ich so nicht mehr auf dem Zettel hatte und viele, für die Handlung positive Entwicklungen daraus. Dadurch wird am Ende doch noch alles stimmig und ergibt einen Sinn. 

Die Charaktere sind zwar alles andere als Sympathieträger, wirken zumeist eher unnahbar, etwas kaltherzig und verdreht, jedoch gibt es die eine oder andere Überraschung. Auch wenn man sich während dem Großteil der Handlung eher selten in sie hineinversetzen kann, ergibt sich am Ende doch ein stimmiges und passendes Gesamtbild. 

Nicht nur der starke Unterschied durch die verschiedenen Sprecher hat mir gut gefallen, sondern auch ihre Leistung im Allgemeinen. Sie haben alle sehr angenehme Stimmen und schaffen es den Figuren Leben einzuhauchen und eine düstere Atmosphäre zu erschaffen. 

Fazit:
Guter Beginn, etwas schwächerer, leicht konfuser und übertriebener Mittelteil und ein starkes Ende mit überzeugenden Wendungen und Entwicklungen. Alles in allem bleibt am Ende ein zufriedenes Gefühl zurück und ich habe mich die gut 7 Stunden  sehr gut unterhalten gefühlt, weshalb ich trotz des kleinen Defizits 4 Buchherzen und eine Lese- bzw. Hörempfehlung vergebe. 
Vielen Dank an den Hörverlag für die Bereitstellung des Hörbuches.

Infos zur Autorin (Quelle: randomhouse.de):
Renée Knight hat Dokumentationen für die BBC produziert, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihre Fernseh- und Filmdrehbücher wurden von der BBC, Channel Four und Capital Films erworben. Sie absolvierte den renommierten Schreibkurs der Faber Academy und legt mit »Deadline« ihren ersten Roman vor. Renée Knight lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in London.
 
Infos zu den Sprechern (Quelle: randomhouse.de):
Claudia Michelsen „gehört zu den besten Schauspielerinnen im Deutschen Fernsehen“, so die FAS. Seit 2013 ermittelt sie im „Polizeiruf 110” in Magdeburg. Für ihre Rolle in der Verfilmung von Uwe Tellkamps „Der Turm” erhielt sie den Publikums-Bambi, den Hessischen Filmpreis, den Grimme-Preis und die Goldene Kamera. Im Fernsehfilm "Grenzgang" spielte Claudia Michelsen die weibliche Hauptrolle, wofür sie 2014 ein weiteres Mal mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Ebenfalls 2014 war sie im Kino in Til Schweigers „Honig im Kopf“ zu sehen.

Der Theater- und Filmschauspieler Michael Mendl, geb. 1944, spielte in vielen Erfolgsfilmen mit (u.a. "Kleine Haie", "Schlafes Bruder", "14 Tage lebenslänglich") und brillierte als Willy Brandt in "Im Schatten der Macht".

Gabriele Blum, 1954 geboren, absolvierte ihre Schauspiel- und Regieausbildung am Mozarteum Salzburg. Sie zählt zu den Gründerinnen der Bremer Shakespeare Company und des TaB (Theater aus Bremen). Neben ihrer Arbeit am Theater ist sie auch als Hörbuchsprecherin, TV-Coach und Dozentin für Schauspiel tätig.

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