Mittwoch, 2. September 2015

Rezension: Lucian - Isabel Abedi




Titel: Lucian
 Autorin: Isabel Abedi
 Seiten: 560
Verlag: Arena
 Preis: TB 9,99 €    
Ersterscheinung: Jan. 2011
 Reihe: Nein







Kurzbeschreibung:
Immer wieder taucht er in Rebeccas Umgebung auf, der geheimnisvolle Lucian, der keine Vergangenheit hat und keine Erinnerungen. Sein einziger Halt ist Rebecca, von der er jede Nacht träumt. Und auch Rebecca spürt vom ersten Moment an eine Anziehung, die sie sich nicht erklären kann. Aber noch bevor sie erfahren können, welches Geheimnis sie teilen, werden sie getrennt. Mit Folgen, die für beide grausam sind. Denn das, was sie verbindet, ist weit mehr als Liebe.

Meinung:
Nachdem ich von der Autorin bereits „Isola“ und „Whisper“ gelesen hatte und ziemlich begeistert war, wollte ich „Lucian“ schon lange lesen. Der Klappentext hat mich einfach angesprochen und mit dem Wissen, dass mir der Stil der Autorin gefällt,  habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. 

Jedoch ist mir schon zu Beginn aufgefallen, dass es sich hierbei um eine ganz anders aufgebaute Geschichte handelt. Während es bei den anderen Büchern um große Spannung geht, die gekonnt mit unheimlichen Momenten und Wendungen versehen wird, dauert es hier extrem lange, bis man überhaupt erfährt, was es mit Lucian auf sich hat und dann geht es plötzlich extrem schnell. 

Die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit uns Protagonistin Rebecca und ihr normales Leben genau vorzustellen. Da Rebecca eine recht sympathische Jugendliche ist und auch die anderen Figuren recht interessant sind, war das größtenteils auch ok. Doch als dann Lucian auf der Bildfläche erscheint und es sich zwischen den beiden ewig hinzieht, war mir das alles doch etwas zu langatmig. Es passieren teilweise eigenartige Sachen, aber man bekommt einfach zu wenig Hinweise oder Antworten, sodass es mich mit der Zeit doch etwas genervt hat. Auch fand ich einige Reaktionen und Darstellungen ziemlich übertrieben (z. B. dass Rebecca so zusammenbricht). Dafür wurde zwar am Ende noch eine Erklärung gefunden, mit der ich mich anfreunden konnte, aber eine andere Wendung hätte mir da doch besser gefallen. Und dieses Gefühl hatte ich während des Lesens nicht nur einmal.

Die Grundidee hinter der ganzen Sache fand ich richtig toll und besonders. Denn es geht nicht einfach um Engel, wie ich zu Beginn vermutet hatte, sondern um viel mehr. Die Autorin hat sich darüber wirklich Gedanken gemacht und eine tolle Idee in die Geschichte eingebaut, die jedoch noch viel mehr Potential gehabt hätte. Vor allem war es für mich wirklich unverständlich, wieso sie erst so lange und ausführlich über jede Kleinigkeit erzählt und dann das Ende, wenn es endlich mal spannend wird, so schnell und fast lieblos abhandelt.

Der Schreibstil ist gut lesbar. Zwar ziemlich ausführlich und mit der Zeit etwas langatmig, aber dennoch blitzen zwischendurch  immer mal wieder die großen Emotionen durch.

Fazit:
Ein Buch, welches vor allem durch seine tolle Grundidee besonders ist. Jedoch hat mir die Umsetzung nicht immer so gut gefallen, einiges wurde in meinen Augen ziemlich übertrieben und vor allem ist die Geschichte viel zu ausführlich und wirkt zu oft etwas langatmig. Wirkliche Spannung kommt erst gegen Ende des Romans auf, jedoch wird dies dann auch ziemlich schnell beendet.  Die Figuren haben mir ganz gut gefallen und emotional konnte mich die Geschichte manchmal berühren. Alles in allem gibt es knappe 3 Buchherzen, aber keine wirkliche Leseempfehlung. 

Infos zur Autorin (Quelle: Arena-verlag.de):
Isabel Abedi hat 13 Jahre lang als Werbetexterin gearbeitet. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands. Ihr Roman "Whisper" wurde für den deutschen Jugendliteraturpreis 2006 nominiert, der Roman "Isola" war Spiegel-Bestseller. Isabel Abedi lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

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