Montag, 21. Dezember 2015

Rezension: Centum Night: Der freie Fall - Lou Timisono




Titel: Centum Night - Der freie Fall 
Autorin: Lou Timisono
Seiten: 360 

Verlag: Balladine Publishing
 Preis: 16, 95 € 
Ersterscheinung: 22. 05. 14
  Reihe: Teil 1 von 3








Kurzbeschreibung:
Mehr und mehr Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt eines Landes verhilft der dortigen Elite zu einem Luxusrefugium, während die verarmte Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Crime Zone leben muss. Zwischen diesen Territorien befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten werden. Wünsche nach emotionaler Nähe und sexuelles Verlangen werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Hier, in Solocity, gibt es keine Gewalt. Da geschieht das Undenkbare. In Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Agent Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht.

Meinung:
Von dystopischen Romanen kann ich ja einfach nicht genug bekommen und so hat mich „Centum Night: Der freie Fall“ auch gleich angesprochen. Wieder mal ein höchst erschreckender Weltentwurf, der gar nicht so weit hergeholt zu sein scheint. 

Die Idee der Autorin, dass unsere Sprache schon jetzt immer mehr englische Wörter aufweist und dies in der Zukunft noch schlimmer wird, fand ich eigentlich ganz gut und vor allem realistisch. Doch leider ist es mir bei der Umsetzung extrem schwer gefallen ins Buch zu finden. Von Beginn an gibt es ziemlich viele fremde Begriffe, die in der vorliegenden Welt eine bestimmte Rolle spielen und die der Leser erstmal verinnerlichen muss, um wenigstens einen groben Überblick zu behalten. Dabei hilft zwar das ausführliche Glossar am Ende des Romans, aber es stört den Lesefluss schon extrem bei jedem Begriff erst überlegen und dann bei erneutem Nichtwissen wieder Blättern und Nachlesen zu müssen. 

Der Anfangsteil ist eher ruhig und einführend. Man lernt die Gegebenheiten dieser Welt kennen und merkt schon bald, was da alles nicht stimmt. Im Mittelteil hatte ich dann endlich ein bisschen ins Buch gefunden und war auch ab und an von erschreckenden Szenen und Entwicklungen mitgerissen, aber so wirklich nah gefühlt habe ich mich den Figuren leider nie.

Zum einen liegt das an der großen Fülle an Figuren und Perspektiven. Eigentlich mag ich das echt gerne, weil man durch viele Perspektivenwechsel auch einen guten Gesamtüberblick erhält. Aber hier waren es mir schon etwas zu viele Figuren und vor allem haben die meisten keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Solange es nicht gerade um die Protagonisten ging musste ich immer wieder überlegen wer nun dieser oder jener General ist, welche Position er vertritt und wofür er steht. Aber auch bei den Protagonisten ist es mir schwer gefallen mich auch nur irgendwie mit ihnen zu identifizieren. Sie sind mir alle fern geblieben und ihre Schicksale mehr oder minder unbeteiligt an mir vorbei gegangen. 

Am schlimmsten wurde es jedoch im Schlussteil, so die letzten 70 Seiten. Die Wendungen und Entwicklungen waren vorher schon eher sprunghaft und wenig beschrieben, aber auf diesen letzten Seiten wurde es nochmal schlimmer. Es passiert so viel und eigentlich werden kaum Worte darüber verloren und es kommt weder richtige Tragik, noch echtes Gefühl dabei auf. Es ist alles verworren und ein großes, undurchsichtiges hin und her. 

Fazit:
„Centum Night: Der freie Fall“ ist eine weitere Dystopie mit einem interessanten Weltenentwurf, jedoch konnte ich mich mit der Umsetzung leider viel zu selten anfreunden. Ich habe schwer in die Geschichte gefunden und es gibt zu viele Perspektiven und Entwicklungen, die alle viel zu oberflächlich beschrieben werden und damit kaum bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich konnte zu keiner Figur irgendeine Bindung aufbauen und am Ende überschlägt sich alles und ist extrem verworren. Ich glaube kaum dass ich die Geschichte im Gedächtnis behalten werde und gute Unterhaltung sieht für mich anders aus. Für die gute Idee und die wenigen beeindruckenden Szenen gibt es noch ein zweites Buchherz, aber keine Leseempfehlung. 
 Herzlichen Dank an Balladine Publishing und den Literaturtest für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Infos zu Autorin (Quelle: balladinebooks.de):
Lou Timisono hat Englische Literatur und Philosophie studiert. Sie lebt abwechselnd in Cambridge, England, und Orange, Frankreich.
www.loutimisono.com

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen