Freitag, 4. März 2016

*Rezension* Der Ruf des Henkers - Björn Springorum




Titel: Der Ruf des Henkers
Autor: Björn Springorum
ISBN:  978-3522202169
Seiten: 352
Verlag: Thienemann 
Ersterscheinung: 15. Februar 2016
Preis: 14,99 €  gebunden

Kurzbeschreibung
England, Mitte des 19. Jahrhunderts Unfreiwillig gerät Richard Winters in die Hände des berüchtigsten Henkers von ganz England. An der Seite von William Calcraft führt er fortan das finstere Leben eines Henkerslehrlings, auf Schritt und Tritt begleitet von Tod, Galgen und Raben. Rasch merkt er, dass sein strenger Meister ein Geheimnis verbirgt, das seine Welt für immer aus den Angeln heben wird. Richard muss beweisen, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Doch als er in London ausgerechnet seine große Liebe wiedertrifft, steht urplötzlich noch viel mehr auf dem Spiel …

Meinung
Aufmerksam auf dieses Buch geworden bin ich durch die Aktion des Thienemann-Esslinger Verlages. Der Klappentext hörte sich gut an und das Cover gefiel mir auch sehr gut. Da ich Historisches gerne mittendrin lese und Fantasy gerne mag, musste ich dieses Buch natürlich lesen und möchte mich hiermit auch nochmal beim Verlag für dieses Leseexemplar bedanken.

Erzählt wird die Geschichte des berühmten Henkers William Calcraft. Diesen gabs in Echt und er muss ein ziemlich grausamer Mensch gewesen sein. Nach einem kurzen Prolog wurde ich sofort in das Geschehen hinein geworfen und durfte gleich Zeuge einer ersten Hinrichtung sein.

Der Plot wird aus zwei Sichten in der Vergangenheit in der Ich-Perspektive dargestellt. Außerdem gab es noch einige Kapitel, welche Ausschnitte aus Rose Tagebuch waren. Dadurch brachte mir der Autor die Charaktere näher, welche mir auch ziemlich gut gefielen. Richard, ein für mich etwas ziemlich naiver Junge, der den Beruf des Henkers erlernen darf.  Im Laufe des Buches wurde er ziemlich schnell erwachsen und musste einiges ertragen. William, der Meister, ein verschlossener älterer Mann, den auf jeden Fall ein Geheimnis umgibt. Er hat einen üblen Ruf, was aber bei seinem Beruf ja nicht unüblich war. Langsam erfuhr ich dann auch das grausame Geheimnis und begab mich weiter auf die Reise mit den beiden. Die Nebencharaktere wurden auch gut dargestellt und die Umgebungsbeschreibungen waren einfach klasse.

Durch den vielen Perspektivenwechsel steigerte sich natürlich die Spannung gewaltig, es gab viele unerwartete Ereignisse und Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Ich persönlich hätte mir doch noch mehr Fantasy-Einschübe gewünscht. Gut, es ging viel um die Wechselbälger (Dunkelelfen), doch irgendwie kam dies dann doch etwas zu kurz. Eines wusste ich von Anfang an: Elisabeth, die am Anfang von Calcraft vom Strick gerettet wurden, war nicht die, als die sie sich ausgab. Alles andere kam auf jeden Fall unerwartet und ließ mich ganz schön staunen.

Das Ende kam dann doch ziemlich schnell und gab dem Ganzen noch das gewisse Extra. Es war zwar doch einigermaßen abgeschlossen, dennoch ließen einige Sätze Freiraum für einen weiterführenden Band, den es hoffentlich auch geben wird.

Der Schreibstil war flüssig und leicht. Die Kapitel wurden kurz gehalten und jeder Kapitelanfang begann in einem gezeichneten Torbogen. Das empfohlene Alter von 13 – 16 Jahren finde ich in Ordnung. Man wird als Leser zwar mit dem Tod konfrontiert, was aber von Herrn Springorum ausgezeichnet und nicht so grausam dargelegt wurde.

Fazit
Mich konnte „Der Ruf des Henkers“ überzeugen. Ein paar Kleinigkeiten die mich gestört haben, dennoch ein stimmiger und interessanter Plot mit viel Spannung und vielen Emotionen. Mir hat ein wenig der Fantasy-Teil gefehlt, trotzdem vergebe ich sehr gute 4 von 5 Buchherzen und eine Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Junggebliebene.

 
Vielen Dank an den Thienemann Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplares.

Infos zum Autor: (Quelle Amazon)
Björn Springorum, geboren 1982 in Calw, würde am liebsten am zweiten Stern rechts abbiegen, im Kleiderschrank eine neue Welt entdecken, durch einen Kaninchenbau ins Wunderland fallen, mit einem Ring unsichtbar werden, nur durch das Lesen eines Buches nach Phantásien reisen oder eine recht wagemutige Partie Quidditch spielen. Weil sich das alles als schwieriger herausstellt als gedacht, schreibt er eben solange seine eigenen Geschichten. Björn Springorum studierte Englisch und Geschichte, lebt, schreibt und liest in Stuttgart und wird von zwei Katzen gehörig auf Trab gehalten.

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