Dienstag, 16. August 2016

Rezension: Das Joshua-Profil - Sebastian Fitzek




Titel: Das Joshua-Profil
Autor: Sebastian Fitzek
Seiten: 432  
Verlag: Lübbe Hardcover
Preis: 19,99 €

Ersterscheinung: 26. 10. 15
Reihe: Nein, 

aber Bonusgeschichte "Die Blutschule"





Kurzbeschreibung:
Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß ... im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.

Meinung:
Da ich nun schon ein paar Fitzek-Thriller gelesen habe und immer wieder überrascht und begeistert war, war ich natürlich auch auf das „Joshua-Profil“ gespannt. Die Bonusgeschichte „Die Blutschule“, die auch im Hauptroman eine Rolle spielt, liegt zwar auch schon hier rum, aber gelesen ist sie noch nicht. Jedoch konnte ich dadurch auch keinen Nachteil feststellen. 

Richtig toll fand ich wie immer die gewählten Grundthemen. Dieses Mal geht es um Predictive Policing, also die Möglichkeit Verbrechen vorherzusagen, bevor diese überhaupt geschehen und auch um Kindesmissbrauch. Vor allem Predictive Policing ist natürlich wieder ein höchst aktuelles Thema, mit dem der Autor wieder zum Nachdenken anregt und dem Leser auch viele interessante und erschreckende Infos an die Hand gibt, ohne wirklich belehrend zu wirken. 

Die Handlung an sich ist zwar durchaus unterhaltsam, hat mich dieses Mal aber doch nicht so ganz überschwänglich überzeugt.

Der Start in die Geschichte ist recht spannend, wenn auch ziemlich verwirrend und mysteriös. Danach flaut die Spannung leider ein bisschen ab, es dümpelt alles manchmal, trotz der vielen gefährlichen Situationen und der Perspektivenwechsel, ein bisschen vor sich hin.

Dass Herr Fitzek auch einen Hang zu Übertreibungen hat, ist ja nichts Neues. Aber bisher hat mich das Gesamtkonstrukt immer so beeindruckt, dass es nicht so aufgefallen ist. Dieses Mal gab es einfach an vielen Punkten auch ein paar kleinere Mängel oder Unstimmigkeiten. Wie die leichte Langatmigkeit im Mittelteil, aber auch das Gefühl, dass einiges doch ziemlich konstruiert und übertrieben gewirkt hat und auch die Figuren fand ich dieses Mal nicht alle so auf dem Punkt. 

Protagonist Max ist mir nicht wirklich so nah gekommen, wie ich mir das gewünscht hätte und auch Jola war für ihr Alter einfach viel zu reif und hat dadurch doch etwas Authentizität eingebüßt. Jedoch gab es auch tolle und beeindruckende Figuren, wie zum Beispiel den Anwalt Toffi, oder auch Max´s Bruder Cosmo.

Das Ende hingegen fand ich wieder absolut genial und in Verbindung mit dem tollen und eindrucksvollen Nachwort hat es die Mängel der vorangegangen Geschichte gefühlsmäßig doch wieder ziemlich ausgeglichen. Also nach Beenden des Romans bzw. des Nachwortes hab ich mich trotz der vorherigen Kritikpunkte wieder überrascht, unterhalten und überzeugt gefühlt. 

Fazit:
Das „Joshua-Profil“ ist bestimmt nicht Fitzeks bester Thriller und lässt durchaus auch ein paar kleinere Mängel erkennen. Jedoch fand ich die Grundthemen interessant umgesetzt und er hat mich auch wieder berührt und zum Nachdenken angeregt. Vor allem in Verbindung mit dem persönlichen und höchst wirkungsvollen Nachwort hatte ich nach dem Lesen, trotz der Kritikpunkte, ein gutes und überzeugtes Gefühl. Deshalb runde ich die eigentlichen 3,5 Buchherzen auf knappe 4 auf und vergebe auch eine Leseempfehlung. 

Infos zum Autor (Quelle: amazon.de):
Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. "Therapie", erschienen 2006, war sein erstes Werk - und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie - und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender "Mailoholic" ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

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