Mittwoch, 14. September 2016

Rezension: Die Petrusmünze - Daniel Holbe




 Titel: Die Petrusmünze
  Autor: Daniel Holbe
  Seiten: 363
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Ersterscheinung dieser Neuauflage: 15. 08. 2016
Reihe: Nein
Preis: 9,99 €






Kurzbeschreibung:
Wer ist der wahre Papst?
Die deutsche Historikerin Marlene Schönberg erhält einen geheimnisvollen Anruf. Ein Mann erklärt, er besitze Informationen über eine Reliquie, die den Vatikan ins Wanken bringen könnten. Als Marlene den Mann besuchen will, findet sie sich vor einem Gefängnis in Marseille wieder. Robert Garnier steht in Verdacht, seinen Vater vor dem Papstpalast in Avignon getötet zu haben. Zusammen mit seinem Anwalt beginnt Marlene zu ermitteln: Es geht um eine Münze – die Petrusmünze, an der man den wahren Papst erkennt. Ein erster fehlgeschlagener Anschlag auf sie verrät Marlene, dass sie auf der richtigen Spur ist.

Meinung:
Eigentlich les ich solche Kirchenthriller ja nur ab und zu. Jetzt ist das aber schon der zweite innerhalb weniger Wochen. Während ich beim letzten etwas kritisiert habe, dass sich der Autor in zu vielen Details verloren hat, ist hier fast das Gegenteil der Fall. 

Natürlich gibt es auch hier sehr viele Details und interessantes Wissen. Vor allem da der Autor sehr viele Szenen aus der Vergangenheit einbaut, aber zu dem Grundthema der Kirchenspaltung  im 14. Jahrhundert und den Gegenpäpsten hätte ich mir anfangs doch ein paar genauere Infos gewünscht. Da meine kirchengeschichtlichen Grundlagen doch ziemlich löchrig sind habe ich so nämlich eine Weile gebraucht um diesen Teil der Grundproblematik wirklich zu verstehen. 

Die Idee an sich, dass es eine Münze gibt, die von Petrus selbst stammt und an den legitimen Papst weitergegeben wird, fand ich sehr interessant. Auch, dass es dieses Mal nicht um einen der üblichen Geheimbünde geht, sondern mit den Katharern ein eher unbekanntes, aber durchaus dunkles Thema aufgegriffen wird, fand ich unterhaltsam und gut lesbar. 

Der Handlungsaufbau ist vor allem anfangs durch die vielen verschiedenen Perspektiven ein bisschen verwirrend, aber wird mit der Zeit immer spannender, kurzweiliger und stimmiger. Natürlich gibt es viele Schatz- und Antwortsuchen, Gefahren und Betrug und auch eine Liebesgeschichte wird mit integriert. Diese ist aber gut in die Handlung eingebaut und wirkt nicht, wie so oft, aufgesetzt oder zu dominant. 

Die Figuren sind zum Teil recht facettenreich und gut erarbeitet, auch wenn bei den Protagonisten noch ein bisschen mehr Tiefe nicht geschadet hätte. Doch auch so erledigen sie ihren Job.

Der Erzählstil ist durch die vielen Perspektiven und Zeitsprünge doch teilweise recht anspruchsvoll, vor allem, da anfangs eben ein bisschen zu wenige Erklärungen geliefert werden und man vieles erst nach und nach wirklich versteht. Dennoch hat sich der Thriller für mich gut und flüssig lesen lassen.

Fazit:
Ein interessanter Kirchenthriller. Vom Aufbau her ist „Die Petrusmünze“ ein typischer Vertreter dieses Genres und auch wenn ich mir manchmal ein paar genauere Infos zum Grundthema gewünscht hätte, konnte mich die Geschichte kurzweilig unterhalten und fesseln. Alles in allem gute Unterhaltung, die ich mit 4 Buchherzen belohne.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.


Infos zum Autor (Quelle: aufbau-verlag.de):
Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie in der Wetterau unweit von Frankfurt. Einem großen Publikum wurde er bekannt, als er in den Romanen „Todesmelodie“ und „Teufelsbande“ die Figuren des verstorbenen Krimiautors Andreas Franz weiterleben ließ. Zuletzt veröffentlichte er die Bestseller „Schwarzer Mann“ und „Der Fänger“. Im Aufbau Taschenbuch ist sein Thriller „Die Petrusmünze“ lieferbar.


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