Freitag, 16. Dezember 2016

*Rezension* Geister - Nathan Hill




Titel: Geister
Autor: Nathan Hill
ISBN: 978-3492057370
Seiten: 864
Verlag: Piper
Ersterscheinung: 4. Oktober 2016
Preis: 25,00 €  gebunden

Kurzbeschreibung
Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson . Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist.

Meinung
„Geister“ ist das Debüt des Autors Nathan Hill und durch viele positive Ressounancen bin ich aufmerksam auf dieses Buch geworden. Der Klappentext hörte sich irrsinnig spannend an und für mich stand fest, ich muss es lesen. Meine Erwartungen wurden leider nicht zu 100% erfüllt und ich kann dieses Werk nur mittelmäßig einstufen. Ich hatte mir doch etwas anderes darunter vorgestellt.

Der Start ins Buch gelang mir recht gut und am Anfang machten mir zwar die über 800 Seiten etwas Angst, aber dann ging es eigentlich. Gut, an einigen Stellen war es schon etwas langatmig und zog sich etwas, aber ich kam gut voran. Der Autor hat in seinem Erstlingswerk viele aktuelle gesellschaftliche Probleme angesprochen und miteinander verwoben. Dies war teils gut, teils aber auch etwas verwirrend. Eindeutig bestand das Hauptthema darin, eigene Entscheidungen im Leben zu treffen. Ob die manchmal richtig oder falsch waren, blieb dahin gestellt. Dennoch dreht sich das Leben immer oft darum, was und wie mache ich es…

Die Handlung wurde abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit erzählt. Dadurch kamen die persönlichen Emotionen und Gefühle sehr authentisch rüber und das Leben von Samuel und seiner Mutter konnte noch intensiver miterlebt werden.

Dadurch erhielten auch die Charaktere einen besonderen Stellenwert. Sie wirkten überzeugend und real auf mich, auch wenn ich manche Entscheidungen nicht so ganz nachvollziehen konnte. Die Umgebungsbeschreibungen hätten nach meinem Geschmack noch etwas mehr sein können.

Das Ende gefiel mir so überhaupt nicht und ich war schon etwas enttäuscht. Nach so vielen Seiten dann doch etwas ratlos zurückgelassen worden, musste ich noch einige Zeit über das Ganze nachdenken.

Der Schreibstil von Herrn Hill hat mich sehr beeindruckt. Ruhig und dennoch irgendwie anziehend steuerte mich der rote Faden durchs Buch, auch wenn ich mich an einigen Stellen doch etwas mehr konzentrieren musste, da es sehr anspruchsvoll war. Das Werk selbst ist in 10 Teile eingeteilt, welche wiederum in kurze Kapitel unterteilt wurden. Die Schriftgröße war ok und die Seitenanzahl megamäßig. Auflockerungen gab es auch mittendrin. An einigen Stellen gab es „Entscheide selbst“ Seiten, welche kursiv gehalten wurden.

Fazit
„Geister“ war jetzt für mich nicht so ein Meisterwerk, wie es oft gepriesen wurde. Es war ok, ich hatte einige (mehrere) gute Lesestunden, es war auch Spannung vorhanden, aber dennoch war es für meinen Geschmack nicht grandios. Ich vergebe somit sehr gute 3 von 5 Buchherzen und eine Leseempfehlung, für alle mit viel Durchhaltevermögen.

Vielen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplares.

Infos zum Autor: (Quelle Amazon)
Nathan Hill ist 38 und lebt in Chicago und St. Paul, Minnesota, wo er an der University of St Thomas Englische Literatur unterrichtet. Seine Erzählungen erschienen in zahlreichen Magazinen und Zeitungen, sie waren nominiert für den Pushcart und den Barthelme Preis. »Geister« ist sein erster Roman und wird derzeit in über zwanzig Sprachen übersetzt.

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