Samstag, 29. Februar 2020

Rezension: The Grace Year: Ihr Widerstand ist die Liebe - Kim Liggett

Titel: The Grace Year - Ihr Widerstand ist die Liebe
  Autorin: Kim Liggett
  Seiten: 416   
Verlag: Dressler
  Ersterscheinung: 24. 02. 20  
Preis: HC: 22, 00 €; ebook: 14,99 €   
Reihe: eher Nein?



Kurzbeschreibung:
„Niemand spricht über das Gnadenjahr. Es ist verboten.“

In Garner County heißt es, dass junge Frauen die Macht besitzen, Ehemänner aus ihren Betten zu locken und Jungen in den Wahnsinn zu treiben. Um diese Kräfte zu verlieren, werden sie für ein Jahr in die Wildnis verbannt. Wer zurückkommt, wird verheiratet oder ins Arbeitshaus geschickt. Aber es kommen nie alle lebend zurück.

Nur in ihren Träumen ist Tierney James frei, umgeben von Rebellinnen. Doch als ihr Gnadenjahr beginnt, spürt sie erst, wie tief verwurzelt der Hass ist. Denn nicht die Natur oder die tödlichen Wilderer, die ihnen auflauern, sind die größte Gefahr. Es sind die Mädchen selbst.

Meinung:
„The Grace Year“ ist wieder so ein Buch, bei dem ich gar nicht weiß, wie ich meine Meinung in Worte fassen soll, da mir so viele Gedanken dazu durch den Kopf gehen. Aber ich versuche es trotzdem.

Die Kurzbeschreibung hat mich gleich angesprochen und auch das Cover hat etwas Anziehendes. Und wirklich Wahnsinn, so einen packenden und mitreißenden Start in eine Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Sofort nach dem Start habe ich die Magie zu dem Buch gespürt, bzw. war einfach mitten drin und total schockiert, aber auch neugierig, wie es weiter geht. 

Protagonistin Tierney lebt ihn einer grausamen Welt, vor allem für Frauen. Sie sind nichts wert, haben keinerlei Rechte und die Männer behandeln sie wie Vieh. Das alleine ist jetzt nicht besonders, aber dazu kommt auch noch, dass auch die meisten Frauen untereinander nur auf ihren Vorteil aus sind und sich am Versagen der anderen ergötzen. Und das alles so authentisch und bewegend beschrieben ist, und man es sich einfach extrem gut so vorstellen kann, weil es ja auch in der wirklichen Welt leider viel zu oft genau so passiert. Ich könnte aktuell kein anderes Buch benennen, wo ich emotional so in der Geschichte drin war, wie bei diesem. Vor allem mit heiß lodernder Wut und Unverständnis, aber auch mit Hoffnungsschimmern und zarten Gefühlen. 

Protagonistin Tierney ist eine tolle Protagonistin. Sie ist mutig und stark und hat einen klaren Kopf und eigentlich auch klare Ziele. Aber damit ist sie auch anders, wie die anderen und hat einen harten Weg vor sich, der sie teilweise an ihre Grenzen bringt und an dem sie teilweise auch fast scheitert.
Die meisten Nebenfiguren sind eher oberflächlich beschrieben und austauschbar, aber die, auf die es ankommt, haben auf jeden Fall auch Persönlichkeit und auch die ein oder andere Überraschung zu bieten.

Die Handlung ist vor allem in der ersten Hälfte und am Ende extrem spannend, die Autorin spielt geschickt mit ihren Figuren und auch mit den Lesern, sodass man selbst immer wieder unsicher wird, was hinter allem steckt und sich doch auch auf falsche Fährten locken lässt. 

Im Mittelteil waren mir manche Entwicklungen fast ein bisschen zu abgedreht bzw. fand ich leider auch die Liebesgeschichte zu oberflächlich beschrieben und zu schnell abgehandelt. Wobei ich sie trotzdem nachvollziehbar und im Kern berührend fand, auch wenn da einfach mehr möglich gewesen wäre. Aber das Ende macht diesen kleinen Durchhänger wirklich nochmal mehr als wett, ich war fassungslos, mein Herz ist zerrissen und obwohl es ein eher offenes Ende ist, die ich eigentlich nicht mag, hat es hier einfach sehr gut gepasst. 

Der Schreibstil der Autorin ist einfach genial. Sie scheut sich nicht davor Grausamkeiten zu Beschreiben und schafft einfach eine wahnsinnig mitreißende Atmosphäre. Dazwischen gibt es aber auch wieder die leisen und hoffnungsvollen Töne und wirklich auch einige unerwartete Überraschungen und Wendungen. 

Fazit:
„The Grace Year“ ist ein besonderes Buch. Es weckt tiefe Emotionen im Leser, reißt ihn mit und lässt ihn auch lange nach dem Lesen nicht mehr los. Dabei hat mir im Mittelteil nicht alles perfekt gefallen, aber trotzdem bin ich einfach total begeistert und hin und weg, auch von den überraschenden Wendungen und den zarten Hoffnungsschimmern. Obwohl im Titel von einer Rebellion gesprochen wird, verläuft diese anders und leiser als gedacht, aber schon passend und irgendwie stimmig, trotz des etwas offenen Endes. Ich vergebe trotz der Kritikpunkte die vollen 5 Buchherzen und eine wirklich von Herzen kommende Leseempfehlung.
Herzlichen Dank an den Dressler Verlag und Lovelybooks für die Bereitstellung des Leseexemplars und die Leserunde.


Infos zur Autorin (Quelle: oetinger.de):
Mit 16 Jahren verließ Kim Liggett ihre ländliche Heimatstadt im Mittleren Westen, um in New York Karriere als Sängerin zu machen. Sie war Backgroundsängerin für einige der größten Rockbands der 80er Jahre. Sie liebt Tarot-Karten und ist eine leidenschaftliche Sammlerin seltener Parfümfläschchen. In den USA veröffentlichte sie bereits mehrere Jugendbücher.



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Donnerstag, 27. Februar 2020

Top Ten Thursday #192 - Flops aus den Lieblingsgenres

Huhu ihr Lieben,

heute gibts wieder einen neuen Top Ten Thursday und diese Aktion wird von Aleshanee von Weltenwander weitergeführt. Es geht darum Bücher-Listen zu bestimmten Themen zu erstellen und sich dann darüber auszutauschen.

Wenn ihr auch mitmachen oder einfach nur stöbern möchtet, könnt ihr gerne bei Aleshanee vorbeischauen.
Das Thema für diese Woche lautet:

10 Bücher aus deinem/n Lieblingsgenre/s, die dir überhaupt nicht gefallen haben


Zu meinen Lieblingsgenres gehören auf jeden Fall Jugendfantasybücher, vor allem Dystopien und Thriller, deshalb hab ich heute aus den beiden Genres meine Top Ten gewählt.

Und ich muss sagen, dass ich doch positiv überrascht war, denn das waren in den letzten Jahren zum Glück gar nicht mal so viele, die mir wirklich überhaupt nicht gefallen haben. Ich hatte zwar schon auch immer mal einige Flops, aber die waren öfter auch aus anderen Genres.
Aber natürlich hab ich die 10 trotzdem locker voll bekommen.

Die Links führen euch zur jeweiligen Rezension.
- Infernale 2: Rhapsodie in Schwarz -
- Bannwald - Julie Heiland
- Requiem - Lauren Oliver
- Das verbotene Eden: David und Juna - Thomas Thiemeyer
- Breathe: Gefrangen unter Glas - Sarah Crossan

- Rotkäppchens Traum - Max Bentow
- The Chain: Durchbrichst du die Kette, stirbt dein Kind - Adrian McKinty
- Angstgespenster - John Burley
- Oktoberfest - Christoph Scholder
- Schatten der Toten - Elisabeth Herrmann


Was sagt ihr zu meiner Auswahl? Kennt ihr das ein oder andere Buch davon?




Das Thema für nächste Woche lautet: 
10 Bücher von Autoren, deren Nachname mit einem A anfängt (zur Not auch Vorname)

Liebe Grüße,
Steffi

Samstag, 22. Februar 2020

Hörbuch-Reihen-Rezension: Iron Flowers - Tracy Banghart

Titel: Iron Flowers
Autorin: Tracy Banghart
Sprecherinnen: Coco Plümer & Theresa Horeis
  Laufzeit:  5 h 50 Min + 5 h 33 Min - gekürzt
 Verlag: Goya libre
Preis: ab 6,09 € - je 4 CD´s pro Hörbuch
Ersterscheinung  02. 05. 18 + 31. 01. 19  
Reihe: 2 Bände




Kurzbeschreibung:
In einer Welt, in der Frauen und Mädchen keine Rechte haben, ist Serina und Nomi ihr Schicksal vorgegeben: Die pflichtbewusste Serina muss sich darum bemühen, eine Grace zu werden - eine der schönen und angesehenen Hofdamen im Palast des Thronfolgers -, während ihre rebellische Schwester Nomi ihr als Magd dienen soll. Doch dann wird Nomi für das glamouröse Leben im Palast ausgewählt und Serina in ein brutales Frauengefängnis verbannt. Die Schwestern kämpfen mit allen Mitteln darum, ihren Käfigen zu entfliehen.

Meinung:
Die Cover und die Kurzbeschreibung haben mich schon länger angesprochen, da ich ja Dystopien und starke Frauen ja sehr gerne mag.

Deshalb mochte ich das Setting ganz gerne, das fiktive Land Viridia, in dem die Frauen wenig zu sagen haben und auch die unterschiedlichen Schwestern Serina und Nomi, für die es ganz anders kommt, als gedacht.

Anfangs war ich vor allem von Nomis rebellischer Art angetan, aber auch Serina hatte was besonderes, auch wenn ich zu Beinn nicht ganz mit ihr mitgehen konnte, da sie sich so dem System angepasst hat, aber mit der Zeit ändert sich das. Serina muss schnell selbst zur Rebellin werden und macht das auch wirklich gut, während Nomi leider immer mehr verblasst.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der beiden Schwester, wofür beim Hörbuch auch zwei unterschiedliche Sprecherinnen eingesetzt wurden. Sie haben beide einen soliden Job gemacht, sodass ich sie schon gerne gehört habe, aber ihre Stimmen sind sich schon auch irgendwie sehr ähnlich, weshalb man schon bewusst aufpassen musste, um die Wechsel nicht zu verpassen.

Prinzipiell fand ich einfach, dass die Geschichte sehr viel Potential hatte und ich habe Teil 1 deshalb auch noch mit knappen 4 Sternen bewertet, aber leider konnte der Abschlussband das Potential nicht ganz ausreizen. Es bleibt einfach alles viel zu oberflächlich, vor allem auch die Nebencharaktere, zu denen ich leider wenig Verbindung aufbauen konnte und wie gesagt, fand ich auch Nomis Entwicklung irgendwie zu schwach.

Die Handlung an sich hat durchaus einige interessante Ansätze und auch unerwartete Wendungen, aber vieles kann man sich doch auch denken. Aber ich fand sie im Großteil schon stimmig und unterhaltsam, aber irgendwie hat mir einfach das gewisse Etwas gefehlt, um mich richtig zu packen.

Leider merkt man bei den Hörbüchern auch deutlich, dass sie gekürzt wurden, vor allem im 2. Teil hat mir irgendwie doch einiges gefehlt. Hier hätte ich es wohl doch besser gefunden, wenn sie ungekürzt gewesen wären, so viele Seiten haben die Bücher ja auch nicht.

Das Ende an sich fand ich schon ganz ok und ich kann auch damit leben, auch wenn eben auch hier bei weitem nicht das volle Potential genutzt wurde.

Fazit:
Eine Geschichte mit bekannter Idee, aber interessantem Setting und viel Potential, das aber leider nicht voll genutzt werden konnte. Dafür war die ganze Geschichte einfach viel zu oberflächlich, sodass ich auch selten wirklich mitgerissen wurde. Dabei gibt’s in der Handlung durchaus die ein oder andere Überraschung, aber es war insgesamt einfach zu wenig. Vor allem, da sich die anfangs selbstbewusste Nomi eher zu ihrem Nachteil entwickelt und man den Hörbüchern anmerkt, dass sie gekürzt sind. Alles in allem eine Geschichte, die man ganz gut lesen bzw. hören kann, aber man hat auch nichts verpasst, wenn man sie auslässt. Deshalb gibt es solide 3 Buchherzen.
 
Infos zur Autorin (Quelle: jumboverlag.de):
Tracy Banghart wurde in Maryland, USA, geboren. Sie studierte Englisch am Davidson College in North Carolina und Verlagswesen an der Oxford Brookes University in England. Nach einiger Zeit in der Verlagsbranche erfüllte sie sich ihren Traum vom Schreiben. Zurzeit lebt sie mit ihrem Mann, ihrem Sohn und vielen Haustieren auf Hawaii. 
 
 
Infos zu den Sprecherinnen (Quelle: jumboverlag.de)
Coco Plümer wurde 1997 als Älteste von fünf Geschwistern in Hamburg geboren. Früh entwickelte sie Freude an Sprache. Im Jugendalter machte sie erste Schauspielerfahrungen. Nach dem Abitur 2015 begann sie ihre Ausbildung im Hamburger Schauspielstudio Frese, wo sie im Sommer 2018 ihren Abschluss gemacht hat. Seitdem ist sie am Mecklenburgischen Staatstheater engagiert.
 
Theresa Horeis wurde 1992 in Stade geboren, wo sie 2011 auch ihr Abitur im Fachbereich Pädagogik und Psychologie abgeschlossen hat. Ihre Begeisterung für Film und Theater zog sie in ihre jetzige Wahlheimat Hamburg. Dort absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg. Darüber hinaus spielt sie zurzeit am Altonaer Theater "Pippi Langstrumpf" und arbeitet als Synchronsprecherin. 



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Infos zur Reihe (zu Amazon verlinkt):
1. Iron Flowers - Die Rebellinnen


Donnerstag, 20. Februar 2020

Top Ten Thursday #191 - Es wird rosa!

Huhu ihr Lieben,

heute gibts wieder einen neuen Top Ten Thursday und diese Aktion wird von Aleshanee von Weltenwander weitergeführt. Es geht darum Bücher-Listen zu bestimmten Themen zu erstellen und sich dann darüber auszutauschen.

Wenn ihr auch mitmachen oder einfach nur stöbern möchtet, könnt ihr gerne bei Aleshanee vorbeischauen.
Das Thema für diese Woche lautet:

10 Bücher mit einem vorwiegend ROSA Cover

 

Ich mag ja die Coverfarben-Aufgaben gerne, da kommen immer so stimmige Gesamtlisten dabei raus :D Bei Rosa war ich trotzdem erst etwas skeptisch, ob ich die Liste voll bekomme, aber nach etwas Suchen hatte ich doch wieder viele Bücher zur Auswahl, die ich einfach nicht mehr auf dem Schirm hatte.

So konnte ich meine Liste auch wieder ausschließlich mit gelesenen Büchern füllen, die ich auch gut fand und hab sogar unterschiedliche Genre und sogar Krimis und Thriller drin (bei der Farbe hab ich das gar nicht gedacht). Also ich bin echt zufrieden mit der Liste.

Achso, nur zwischen Rosa und Pink hab ich jetzt keinen Unterschied gemacht. Pink ist offiziell (laut Google) und vor allem auch für mich persönlich nur eine andere Nuance von Rosa ;).

Die Links führen euch zur jeweiligen Rezension.

- Invisible - Poznanski/Strobl
- Stirb, mein Prinz - Tanja Carver
- Wolfang muss weg! - Cathrin Moeller

- Gray Kiss - Michelle Rowen *2. Teil der Reihe, deshalb führt der Rezi-Link zum 1. Teil*
- So groß wie deine Träume - Viola Shipman
- Herz aus Glas - Kathrin Lange *Eins der Bücher, das für mich ein Einzelband hätte bleiben sollen*
- Marked: Eine teuflische Liebe - Sue Tingey *Wurde leider nicht mehr weiter übersetzt*


Was sagt ihr zu meiner Auswahl? Kennt ihr das ein oder andere Buch davon?




Das Thema für nächste Woche lautet: 
10 Bücher aus deinem/n Lieblingsgenre/s, die dir überhaupt nicht gefallen haben

Liebe Grüße,
Steffi

Dienstag, 18. Februar 2020

Rezension: Tannenstein - Linus Geschke

Titel: Tannenstein
  Autor: Linus Geschke
   Seiten: 384   
Verlag: dtv
 Ersterscheinung: 31.01.19, 
als Taschenbuch: 24.01.20 
Preis: TB: 10, 95 €    
Reihe: Teil 1 von 3



Kurzbeschreibung:
Wenn der Wanderer kommt, sterben Menschen. Elf in Tannenstein, einem abgelegenen Ort nahe der tschechischen Grenze. Ein Tankwart im Harz, eine Immobilienmaklerin aus dem Allgäu. Der Killer kommt aus dem Nichts, tötet ohne Vorwarnung und verschwindet spurlos.

Der Einzige, der sich ihm in den Weg stellt, ist Alexander Born: ein Ex-Polizist mit besten Kontakten zur Russenmafia. Einst hatte der Wanderer seine Geliebte getötet, jetzt will Born Rache – und wird Teil einer Hetzjagd, die dort endet, wo alles begann: Tannenstein.

Meinung:
Manchmal lese ich ja gerne Geschichten, bei denen es etwas härter zugeht. Zum Einen sind sie spannend und zum Anderen könnten sie auch oft aus dem Leben gegriffen sein. Die wahren Abgründe kennen zum Glück nur die wenigsten von uns, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht vorhanden sind.

Bei „Tannenstein“ habe ich solch einen Thriller erwartet und ihn auch bekommen. Schon der Prolog hat mich sofort ans Buch gefesselt. Obwohl man ja durch die Kurzbeschreibung schon weiß, was passieren wird, fand ich die Atmosphäre bereits da total fesselnd. Und dies hat sich auch durch die Haupthandlung gezogen. Obwohl ich anfangs etwas gebraucht habe, die vielen unterschiedlichsten Perspektiven auseinanderzuhalten und zuzuordnen, fand ich sie alle auf ihre Weise interessant und wollte wissen, welche Rollen die Figuren noch spielen werden bzw. wie alles zusammenhängt.

Protagonist ist der gefallene Polizist Alexander Born. Er kommt frisch aus dem Gefängnis und hat nichts besseres zu tun, als sich gleich wieder auf krumme Pfade zu begeben, da er Rache für den Tod seiner Geliebten will und bereit ist, dafür auch über Leichen zu gehen. Ich fand seinen Charaktere sehr interessant, wenn auch durchaus mit einigen Ecken und Schwächen versehen. Er ist gleichzeitig hart und verletzlich, aber vor allem hat er einen eigenen Moralkodex, der zum Teil recht abgedreht ist, aber teilweise kann man ihn auch verstehen.

Prinzipiell ziehen sich die Themen menschliche Abgründe und die Moralfrage, also die Frage danach, wie weit man mit guten Gründen gehen kann, ohne selbst zu den Bösen zu gehören durch die gesamte Handlung und ich fand die Darstellung sehr gut und es hat mich auch immer aktiv zum Nachdenken angeregt.

Neben dem Protagonisten gibt es noch einige Nebencharaktere, die ich eigentlich auch alle ganz gut beschrieben fand. Sowohl die klassisch Bösen, als auch die Guten, und natürlich vor allem die, die dazwischen agieren.

Die Handlung ist extrem spannend, aber auch nichts für schwache Nerven. Es geht um Gewalt, um Systemkriminalität und Menschenhandel und natürlich um Rache und menschliche Abgründe. Dazwischen gibt es auch ein paar zarte Töne, wie Freundschaft und Liebe, wobei ich die Liebesgeschichte zwischen Born und seiner Helferin Norah nicht gebraucht hätte. Dazwischen gibt es aber auch tolle und unerwartete Wendungen und auch der Schreibstil passt dazu. Er ist brutal, schnörkellos und einfach direkt, aber doch auch mit feinen Noten verziert.

Am Ende gibt es einen spannenden Showdown, wobei ich eine Entwicklung durchaus auch etwas schade fand, da man aus einer Figur noch mehr hätte machen können. Aber insgesamt fand ich den Abschluss ziemlich gut und zufriedenstellend, da auch die meisten offenen Fragen beantwortet wurden. Dabei gibt es natürlich kein Friede-Freude-Eierkuchen, sondern es ist schon klar, dass es weitergehen wird.

Fazit:
Ein extrem spannender und fesselnder Thriller, der nichts für schwache Nerven und ziemlich brutal ist, aber auch mit seinen moralischen Fragen und den besonderen Charakteren überzeugen kann. Es gibt platzierte und glaubhafte Lichtblicke und auch einige unerwartete Wendungen, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Dazwischen gibt es auch ein paar Ecken und Kanten, die ich nicht alle gut fand, aber sie passen perfekt zur Geschichte und machen sie erst realistisch. Insgesamt fand ich den Thriller wirklich mitreißend und besonders, weshalb ich gerne die vollen 5 Buchherzen vergebe und auf die Fortsetzung gespannt bin.
Vielen Dank an den Dtv Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.


Infos zum Autor (Quelle: dtv.de):
Linus Geschke, 1970 in Köln geboren, arbeitet als freier Journalist für ›SPIEGEL ONLINE‹, die ›Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‹ und das ›Manager Magazin‹. Für seine Reisereportagen hat er mehrere Journalistenpreise gewonnen. Mit seinem Thriller ›Tannenstein‹ gelang ihm auf Anhieb der Sprung auf die Bestsellerliste. 


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Infos zur Reihe:
1.Tannenstein
3. ??

Sonntag, 16. Februar 2020

Rezension: Der Hund, der die Welt rettet - Ross Welford

Titel: Der Hund, der die Welt rettet
 Autor: Ross Welford
  Seiten: 368  
 
Verlag: Coppenrath
 Ersterscheinung: 01. 01. 20
 
Preis: 16, 00 €    
Reihe: Nein




Kurzbeschreibung:
Scheinbar zufällig freundet sich die elfjährige Georgie, stets in Begleitung ihres Hundes Mister Masch, mit einer exzentrischen Wissenschaftlerin an, die eine spannende Erfindung gemacht hat: eine Virtual-Reality-Brille, durch die man eine völlig realistische 3D-Version der Zukunft sehen kann. Und Georgie darf sie testen!

Doch plötzlich bricht in der Stadt eine tödliche Krankheit aus und bedroht alle Hunde. Bald wird auch Georgies geliebter Mister Masch krank! Den beiden bleibt nur eine Wahl: Eine Reise in die Zukunft soll alle Hunde der Erde retten. Und vielleicht sogar die gesamte Menschheit…

Meinung:
Vor drei Jahren war ich ziemlich begeistert von „Zeitreise mit Hamster“, dem Debütroman von Ross Welford. In der Zwischenzeit hatte ich gar nicht mitbekommen, dass der Autor schon weitere Romane in diese Richtung veröffentlicht hat, sondern bin erst jetzt darauf aufmerksam geworden.
Aber deshalb war aber sofort klar, dass ich „Der Hund, der die Welt rettet“ gerne lesen will.

Und auch dieses Buch ist wieder sehr besonders, auch wenn es mich leider nicht ganz so packen konnte, wie ich mir das gewünscht habe. Ich war dieses Mal irgendwie nicht so wirklich vollständig in der Geschichte drin, da es mir ein bisschen zu viel von allem war. Ich konnte einfach nicht ganz mitgehen und auch nicht ganz so herzlich darüber lachen, sondern meistens nur darüber lesen und das fand ich etwas schade.

Denn auch in diesem Buch gibt es ein großes Abenteuer für die junge und besondere Protagonistin. Georgie ist sehr aufgeweckt und mutig und steht schon in so jungen Jahren fest hinter ihrer Meinung. Dabei ist diese Meinung manchmal auch etwas schnell gebildet, aber das macht sie auch authentisch.

Aber auch die anderen Figuren haben das Buch bereichert und ihm Leben eingehaucht. Wie z. B. Georgies bester Freund Ramzy, der einfach total treu und liebenswert ist, oder die etwas verrückte Wissenschaftlerin Dr. Pretorius und natürlich auch die Hunde, allen voran natürlich Mister Masch, der einfach alles frisst was ihm unter die Schnauze kommt.

Der Schreibstil ist flüssig, der Zielgruppe von Kindern ab 10 Jahren angepasst und sehr bildlich und humorvoll. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Georgie.

Und auch der Plot war unterhaltsam und meist spannend und es wurden auch wichtige Themen wie z. B. Freundschaft, Verlust, neue Chancen und Tierliebe angesprochen. Dabei fand ich die meisten Aspekte des Endes auch echt gut und zufriedenzustellend, auch wenn mir der Showdown selbst aber deutlich zu viel des Guten war.

Fazit:
Ein besonderes und humorvolles Abenteuer, das sich gut lesen lässt und auch gute Ideen und herzallerliebste Charaktere hat, aber mich doch nicht vollständig packen konnte, da es mir einfach ein bisschen zu viel und manchmal etwas zu übertrieben war. So konnte ich nicht vollkommen in die Geschichte eintauchen und nicht komplett mit allem mitgehen, vor allem der Showdown war schon ziemlich heftig, aber das Ende an sich mochte ich echt gerne, weshalb ich das Buch trotzdem gerne gelesen habe. Ich vergebe solide 3 Buchherzen und kann mir schon vorstellen, dass vor allem die Zielgruppe begeistert von der Geschichte ist. 
Vielen Dank an den Coppenrath Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars. 

 
Infos zum Autor (Quelle: spiegelburg-shop.de):
Ross Welford war Journalist und Fernsehproduzent, bevor er entschied, sich ganz und gar dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Frau, seinen Kindern, einem Border Collie und einer Menge tropischer Fische in London. „Zeitreise mit Hamster“ war sein Debüt.


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Donnerstag, 13. Februar 2020

Top Ten Thursday #190 - Der Valentinstag naht, weshalb die Liebesgeschichten rufen

Huhu ihr Lieben,

heute gibts wieder einen neuen Top Ten Thursday und diese Aktion wird von Aleshanee von Weltenwander weitergeführt. Es geht darum Bücher-Listen zu bestimmten Themen zu erstellen und sich dann darüber auszutauschen.

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Das Thema für diese Woche lautet:  


♥ Valentinstag ♥  10 deiner liebsten Liebesgeschichten

 

Puh, schon wieder Valentinstag. Da ich ja reine Liebesgeschichten immer seltener Lese, bzw. es aktuell meistens am Besten finde, wenn die Liebeseschichte zwar glaubhaft ist, aber eher nebenbei läuft, oder gar keine vorkommt und wir das Thema bereits die letzten beiden Jahre hatten (hier und hier), hab ich schon ne Weile suchen müssen, um passende Bücher zu finden. Am Ende hab ich die Liste aber trotzdem wieder gut vollbekommen, auch mit älteren Büchern, bei denen ich die Liebesgeschichte damals gut fand.

Falls es Rezensionen dazu gibt, sind sie verlinkt.
- Zeit im Wind - Nicholas Sparks (Hier mag ich vor allem den Film sehr gerne, das Buch war aber auch gut)
- Biss - Reihe - Stephanie Meyer (Obwohl ich eher weniger Team Edward war, mochte ich die Bücher damals auch echt gerne)
- Die letzte Stunde: Thompson-Sisters - Charles Sheehan-Miles (Für mich eine tolle Reihe mit beeindruckenden Liebesgeschichten, diese ist zwar sehr tragisch, aber auch bewegend)
- Einfach himmlisch  Michelle Helman
- Blutrote Küsse (Cat & Bones Reihe) - Jeaniene Frost

- Ophelia Scale-Reihe - Lena Kiefer
- Der Geschmack von Glück - Jennifer E. Smith
- Die Gabe des Winters - Mara Erlbach
- Der Wind immt uns mit - Katharina Herzog
- Mein bester letzter Sommer - Anne Freytag


Was sagt ihr zu meiner Auswahl? Kennt ihr das ein oder andere Buch davon? 



Das Thema für nächste Woche lautet: 
10 Bücher mit einem vorwiegend ROSA Cover

Liebe Grüße,
Steffi

Dienstag, 11. Februar 2020

Hörbuchrezension: Der Hof der Wunder - Kester Grant

Titel: Der Hof der Wunder
Autorin: Kester Grant
 Sprecherin: Marie Bierstedt
Laufzeit: 9 h 26 Min - ungekürzt     
Verlag: Random House Audio   
Preis: ab 14,45 € - 2 MP3 - CD´s  
Ersterscheinung: 9. Dezember 2019    
Reihe: Teil 1 von 3




Kurzbeschreibung:
In einem alternativen Paris des Jahres 1829 ist die Revolution fehlgeschlagen. Skrupellose Aristokraten und kriminelle Gilden regieren die Stadt. Nina, Angehörige der Diebesgilde, versucht, das junge Mädchen Ettie zu retten. Denn ausgerechnet der Oberste der Gilde des Fleisches, spezialisiert auf Menschenhandel und Prostitution, hat es auf Ettie abgesehen. Nina und Ettie bleibt nichts anderes übrig, als sich den verfeindeten Gilden anzudienen und bis zur großen Zusammenkunft der Gilden, dem legendären Hof der Wunder, zu überleben. Doch dann droht in ganz Paris ein Krieg auszubrechen...

Meinung:
Eigentlich hab ich es ja weniger mit historischen Romanen, aber hier klang die Ausgangslage einfach sehr interessant und auch der beworbene Fantasyanteil hat mich interessiert. 

So bin ich eigentlich noch ganz gut ins Buch gestartet, konnte nachfühlen, wie es der armen Nina geht, als sie ihr Schwester verliert und sie sich in der Gilde der Diebe und am Hof der Wunder mit seinen starren Regeln durchkämpfen muss, aber dann hat mich die Geschichte einfach etwas verloren.

Einerseits war vieles zu viel, die Zeitsprünge und auch mein Problem, die Figuren und das komplexe Gildensystem durch die französischen Namen nur sehr schwer auseinanderhalten zu können. Aber andererseits war es mir auch zu wenig, da Umgebungsbeschreibungen oder auch Erklärungen zur fehlgeschlagenen Revolution, oder zum Leben vom allgemeinen Volk fast komplett gefehlt haben und für mich da kein stimmiges Bild entstanden ist. So hätte die Handlung auch einfach irgendwo spielen können. 

Aber auch der Plot selbst ist mir zu viel vor sich hingeplätschert. Es ging irgendwie etwas zu viel um Ninas persönlichen Feldzug. Auch wenn ich ihre Gründe nachvollziehen konnte und mit ihr auch oft einer Meinung war, war der Weg dahin einfach nicht ganz meins. Vor allem als gegen Ende auch noch eine überraschende Entwicklung deutlich wird, die ich so gar nicht nachvollziehen konnte. 

Nina selbst ist auch ein sehr spezieller Charakter. Einerseits finde ich es schön, dass sie nicht das klassische Klischee von der großen Schönheit verkörpert, aber doch ist sie irgendwie unfehlbar. Sie ist klug und mutig, aber doch auch irgendwie rücksichtslos. Also ich hab ihre Geschichte zum Teil ganz gern begleitet, aber wirklich warm geworden bin ich nicht mit ihr. 

Ein paar der Nebencharaktere fand ich ziemlich gut, die meisten sind aber einfach zu undurchsichtig geblieben, sodass ich mich schwer getan habe, sie immer auseinanderzuhalten. 

Was ich richtig gut fand, war die Tatsache, dass Nina zwar einige Männerherzen erobert, das bisher aber keine wirkliche Rolle spielt und auf eine klassische Liebesgeschichte einfach verzichtet wurde. Das ist mal was Besonderes und passt total. Ich hoffe, dass die  Autorin auch in den Fortsetzungen so verfährt. 

Was jetzt den Fantasyanteil im Buch darstellen soll, weiß ich leider nicht so wirklich. Wahrscheinlich nur die Tatsache, dass es in einem alternativen Paris spielt. Mir persönlich ist das leider zu wenig.

Das Ende fand ich ok, aber hat mich jetzt auch nicht umgehauen. Es war auf jeden Fall nochmal ein Showdown und auch eher offen, aber da es ja der Auftakt einer Reihe ist, passt es grob schon so.

Ein großer Lichtblick ist Sprecherin Marie Bierstedt. Ich kannte ihre Stimme bereits und mag sie sehr gerne. Sie passt zur jungen Nina, erzählt aber auch mit viel Ausdruck und viel Gefühl. 

Fazit:
Ein durchwachsener Auftakt. Einerseits war mir vieles zu viel, sodass ich die Nebenfiguren schwer auseinanderhalten konnte und auch mit Nina nicht immer ganz warm wurde, andererseits hätte ich gerne mehr von den Hintergründen und von Paris selbst erfahren und auch die angekündigte Fantasy erlebt. So konnte man die Geschichte schon ganz ok hören, auch dank der guten Sprecherleistung, aber die Handlung hat mich mit der Zeit immer mehr verloren und richtig gefesselt war ich einfach nicht. Ich kann mir trotzdem vorstellen, auch die Fortsetzung zu hören, aber ein unbedingtes Muss ist es definitiv nicht. Insgesamt gibt es eher knappe 3 Buchherzen.  
Herzlichen Dank an den Random House Audio Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs.


Infos zur Autorin (Quelle: randomhouse.de):
Kester Grant ist eine britisch-mauritische Schriftstellerin. Geboren in London und aufgewachsen in England, im Kongo und auf Mauritius, fühlt sie sich heute mit ihrem Ehemann, ihren Hunden und Katzen überall dort zu Hause, wo ihr die besten Ideen zum Schreiben kommen. „Der Hof der Wunder” ist ihr erster Roman.

Info zur Sprecherin (Quelle: randomhouse.de):
Marie Bierstedt, geboren 1974, kam schon früh zum Film. So war sie bereits in den 1980er Jahren in Serien wie „Praxis Bülowbogen” zu sehen. 1988 spielte sie die Hauptrolle in dem Film „Die Mondjäger”. Nach dem Abitur konzentrierte sie sich dann aber auf das Synchronisieren. Sie ist unter anderem die deutsche Stimme von Anna Faris, Kirsten Dunst, Kate Beckinsale und Anne Hathaway. Am bekanntesten ist ihre Stimme als Kristin Kreuk in der Serie „Smallville” und als Alyson Hannigan in „Buffy”. In der Erfolgsserie „Grey’s Anatomy” lieh sie Chyler Leigh ihre Stimme.



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