Titel: Ungelöst - Die erste Zeugin
Autor: Arno Strobel
Sprecher: Dietmar Wunder
Laufzeit: 9 h 39 Min - ungekürzt
Verlag: Argon Hörbuch
Preis: ab 14,99 € - 1 MP³ - CD (gekürzt),
ab 19,50 € im Download (ungekürzt) - Im Abo günstiger
Ersterscheinung: 25. Februar 2026
Reihe: Teil 1 von ??
Kurzbeschreibung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff erkennt
eine verschwundene Frau auf einem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass
sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre
es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des
Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals
ebenfalls in die Sache verwickelt.
Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei. Als Luisa die
Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist die Polizei
verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich
an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie
sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer jetzt Nicole
Klement in seiner Gewalt hat.
Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall
hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss.
Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber
warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennt, dass sie
etwas Entscheidendes übersehen hat, das allen Beteiligten zum
Verhängnis werden könnte.
Meinung:
Ich hab mich
sehr auf das neue Buch von Arno Strobel gefreut. Und mit Luisa
Menkhoff gibt es eine Protagonistin mit bekanntem Namen, denn ihr
Vater Bernd Menkhoff kam ja schon in mehreren Büchern des Autors vor.
Dennoch muss ich
sagen, dass ich mich zu Beginn etwas schwer getan habe, so richtig in
die Geschichte zu finden. Es ging mir einerseits irgendwie zu
schnell, dass der Fokus auf persönliche Sympathien unter den Figuren
gelegt wurde und ich es nicht wirklich glaubwürdig fand, dass Luisa,
als eigentlich Außenstehende, so schnell in den Fall integriert
wurde. Aber andererseits fand ich den Start recht langgezogen, da so
wenig passiert ist und der Fall hat mich anfangs nicht so wirklich
fesseln können.
Dabei war die
Ausgangslage ziemlich interessant, nicht nur weil die bekannte Figur
von Bern Menkhoff durch seine Tochter nochmal mehr Konturen und Tiefe
bekommt, sondern auch, weil Luisa ja mit 5 Jahren entführt wurde und
nun auch in den neuen Fall persönlich verstrickt ist. Und auch ihre
Fähigkeit des fotografischen Gedächtnisses ist eigentlich total
interessant, aber hier fand ich die Erinnerungen/Erzählungen
irgendwie zu langgezogen, um mich wirklich mitzuziehen.
Gebessert hat
sich das eigentlich erst im Mittelteil, als die Sache konkreter und
gleichzeitig durch einige unerwartete Wendungen auch undurchsichtiger
wird. Da bin ich kurz auch mal ins Überlegen gekommen, ob da was
anderes dahinter stecken könnte, habe aber doch auch immer im
Hinterkopf gehabt, dass eine Täuschung möglich wäre. Hier hat
der Autor seine falschen Fährten geschickt gelegt und interessant
verpackt.
Was mir mit der
Zeit auch immer besser gefallen hat, war das Zusammenspiel der
Ermittler und ja, irgendwie hat dann auch Luisa gut dazu gepasst.
Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass ein 2. Fall mich dann
schneller/besser mitziehen könnte.
Das Ende fand
ich ok und prinzipiell zufriedenstellend, auch wenn ich das allzeit
beliebte Rundum-Geständnis des Täters langsam schon etwas plump
finde. Auch wenn so ein Geständnis natürlich viele offene Fragen auf einfachem Weg
beantwortet.
Sprecher
Dietmar Wunder hat wieder einen soliden Job gemacht und auch gut zu
Polizist Ramin gepasst. Zu Luisa eher nicht so und da er auch eher
langsam, betont und tiefgründig liest, aber die Spannung nicht
unbedingt total erhöht, kann das wahrscheinlich auch etwas dazu
beigetragen haben, dass ich etwas länger gebraucht habe, um wirklich in
die Geschichte zu finden.
Fazit:
Interessante
Ausgangslage, dennoch hab ich anfangs doch recht lange gebraucht, um
wirklich in die Geschichte zu finden und sie spannend zu finden. Im
Mittelteil hat es sich gebessert, da kamen einige interessante und
undurchsichtige Wendungen hinzu und der Fall hat dann auch mehr Fahrt
aufgenommen und ich mochte das Zusammenspiel der unterschiedlichen
Charaktere. Das Ende fand ich ok, auch wenn es mal wieder ein
praktisches Rundum-Geständnis des Täters gab. Insgesamt würde ich 3,5 Buchherzen vergeben, sehe aber schon, dass das Ermittlerteam
Potential hat, das in weiteren Fällen gut passen könnte.
Herzlichen Dank an den Argon Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs.
Infos zum Autor (Quelle: Argon-verlag):
Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen
Hörern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu
den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den
größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im
Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den
Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den
Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman
gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno
Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.
Info zum Sprecher (Quelle: Argon-verlag):
Dietmar Wunder ist einer der profiliertesten Synchronsprecher und
Dialogregisseure und als deutsche Stimme von James-Bond-Darsteller
Daniel Craig bekannt. Mit seiner markanten, sehr wandlungsfähigen Stimme
ist er ein äußerst beliebter Hörbuchsprecher, der nuancenreich Spannung
vermitteln kann.
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