Sprecher: Uve Teschner
Laufzeit: 12 h 19 Min - ungekürzt
Verlag: Ronin Hörverlag
Reihe: Teil 4 von (bisher) 4 einer eher lose zusammenhängenden Serie
Verheiratete Menschen sind glücklicher, gesünder und produktiver. Um den Bürgern des Vereinten Königreiches den Hafen der Ehe schmackhaft zu machen, erlässt die Regierung ein Gesetz, das Verheirateten Privilegien verschafft: bessere Schulen für die Kinder, bessere Kredite, bessere Gehälter, Häuser in besseren Wohngegenden. Alles, was man für das schöne Leben tun muss, ist einen Smart-Marriage-Vertrag zu unterschreiben. Doch was bedeutet es, wenn man seine Beziehung einem Algorithmus anvertraut? Ein Witwer versucht verzweifelt, den Tod seiner Frau zu vertuschen, weil er nicht zwangsverheiratet werden will. Eine Hausfrau und Mutter macht Karriere als Vloggerin, bringt dabei aber ihre Familie an den Rand des Ruins. Ein Serienmörder wird zum Paartherapeuten, und ein queeres Paar gerät wegen seiner smarten Ehe in tödliche Gefahr...
Meinung:
Nachdem ich auch schon die anderen der Near Future Romane des Autors gelesen habe und zum Teil echt genial fand, war klar, dass „The Marriage Act“ noch folgen wird. Und das war wirklich gut, denn für mich war es sogar der beste Teil dieser losen Serie.
Es geht darum, dass möglichst viele Ehen „smart“ werden sollen. Also Unterstützung erhatlen, durch kleine Audits, die die Gespräche aufnehmen, analysieren und bei Bedarf Hilfestellungen geben. Dafür gibt es von der Regierung auch noch einige Privilegien, wie Häuser in besseren Wohngegenden usw.
Generell wird schnell klar, dass dies ein sehr krasses Konzept ist, aber der Autor zeigt uns durch fünf verschiedene Perspektiven sehr eindringlich die Möglichkeiten und Gefahren dieser nicht all zu futuristischen Zukunftsidee auf.
Und was soll ich sagen, außer wow, wow, wow, das hat mich echt wieder voll mitgerissen.
Die verschiedenen Perspektiven hatten fast alle was total mitziehendes und haben ein gutes, erschreckendes Gesamtbild der Situation gezeichnet. Und die Situation ist wirklich erschreckend, vor allem auch deshalb, weil sie nicht weit von unserer Realität weg ist bzw. man sich vorstellen könnte, dass genau sowas kommen könnte.
Das neue Ehegesetz bringt auf den ersten Blick eigentlich einige Vorteile, aber schnell werden auch die Schattenseiten deutlich und wie viel Macht damit die Regierung oder einzelne Vertreter haben. Also wirklich sehr berührend und dabei hat der Autor es auch geschafft, dass ich teilweise sogar mit den Bösewichten mitfühlen konnte. Das Schicksal der meisten der beleuchtenden Figuren ist eher tragisch, aber oftmals doch auch passend.
Das Ende fand ich prinzipiell zufriedenstellend. Und ich mochte auch wieder die kleinen Verknüpfungen zu den bisherigen Teilen dieser Reihe.
Sprecher Uve Teschner hat gewohnt gut gelesen und die Geschichte schnell lebendig werden lassen.
Fazit:
Für mich der bisher beste Teil dieser losen Near-Future-Reihe. Realistisches Szenario bei dem sowohl die Vorteile, als auch die Nachteile sehr gut erarbeitet und aufgezeigt werden. Die Charaktere haben mich wirklich mitreißen können und es gab durchaus wieder einige handfeste Thrillermomente. Für dieses Highlight vergebe ich gerne die vollen 5 Buchherzen.
Info zum Sprecher (Quelle: argon-verlag.de):
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