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Montag, 13. Juni 2016

Rezension: Nicht von dieser Welt - Arne Ulbricht




Titel: Nicht von dieser Welt
  Autor: Arne Ulbricht
  Seiten: 290
Verlag: KLAK
Ersterscheinung: 26. 02. 2016
Reihe: Nein
Preis: 14,90 €






Kurzbeschreibung:
Heinz ist ein Single, der gern liest, Schach spielt und seinen Hund verwöhnt. Ein Mann, der weder Handy noch Fernseher besitzt, nicht auf Facebook ist und sich nicht für Fußball interessiert. Seinen Lebenstraum, junge Menschen als Lehrer für Sprache und Literatur zu begeistern, hat Heinz eigentlich längst begraben…

Doch plötzlich steht er in einem Klassenraum eines Gymnasiums der Generation Selfie und WhatsApp gegenüber. Dort sitzen Olaf und seine Freunde, die die Schüler gegen Heinz aufwiegeln und vor keiner Eskalation zurückschrecken. Aber da sind auch sein skurriler Kollege Sker und vor allem zwei Schüler, die seinen Schutz brauchen. Vor einer Klassenfahrt hofft Heinz auf einen Neuanfang. Doch es kommt anders und Heinz entschließt sich, den Schülern in diesem Psychokrieg eine grausame Lektion zu erteilen.

Meinung:
Ich lese ja zwischendurch ganz gern mal Bücher, die nicht unbedingt in meine bevorzugten Genres fallen, mich aber aus irgendeinem Grund ansprechen.

„Nicht von dieser Welt“ ist ein Buch, welches genau unter diese Beschreibung passt. Die Darstellung eines eher untypischen Lehrers im heutigen, harten Schulalltag, der dabei gezwungen ist sich irgendwie anzupassen und sich weiterzuentwickeln. Dabei wird zwar mit dem Satz „das eindringliche Psychogramm eines Lehrers […], der aus seinem Scheitern verhängnisvolle Konsequenzen zieht“ schon angedeutet, dass die Entwicklungen nicht unbedingt eine positive Richtung einschlagen, aber ich war trotzdem sehr gespannt.

Ich kann auch sagen, dass mir die Grundkomponenten des Romans wirklich gut gefallen haben. Die Darstellung von Protagonist Heinz mit all seinen Eigenheiten und die Art, wie die Schüler, die Kollegen, der Druck und die Machtspiele auf authentische und eindrucksvolle Weise beschrieben wurden, fand ich vom Prinzip her ziemlich authentisch und überzeugend. 

Heinz ist anfangs eigentlich guter Dinge, will nur das Beste für sich und seine Schüler und scheitert immer mehr daran. Und dabei sorgt dieses Scheitern und Allein-gelassen-werden für teils erschreckende Reaktionen und Entwicklungen, die vor allem gegen Ende überzogen, aber im Großteil durchaus nachvollziehbar dargestellt werden. 

Aber trotzdem gab es in der Gesamtbetrachtung immer wieder kleinere Komponenten, die mich etwas von der Geschichte fern gehalten haben. Irgendwie bin ich mit dem Schreibstil nicht wirklich warm geworden. Obwohl die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird und ich die Entwicklungen gedanklich auch nachvollziehen konnte, wirklich mit- und nachfühlen konnte ich sie leider zu selten. Die Sätze sind zumeist kurz, prägnant, und mir trotz der humorvollen Komponente auch irgendwie zu kühl und etwas abweisend. 

Und auch das Ende war mir definitiv zu übertrieben und für mich nicht wirklich zufriedenstellend, weshalb ich das Buch trotz guter Grundlagen mit keinem wirklich guten Gefühl beiseitelegen konnte. 

Fazit:
Ein Buch, welches mich von der Idee und den Grundlagen her angesprochen hat, aber in der Umsetzung irgendwie nicht vollständig überzeugen konnte. Es ist mir alles ein bisschen fern geblieben und auch das Ende fand ich einfach zu übertrieben, weshalb ich am Ende kein positives Gefühl hatte. Schlussendlich würde ich sagen, der Roman ist definitiv nicht schlecht, aber einfach nicht für mich gemacht. Ich vergebe objektiv noch knappe 3 Buchherzen, auch wenn es vom Gefühl her eher in Richtung 2 geht.
Vielen Dank an den KLAK-Verlag und den Literaturtest für die Bereitstellung des Leseexemplars.


Infos zum Autor (Quelle: Klakverlag.de):
Arne Ulbricht, geboren 1972 in Kiel, ist Lehrer und Autor. In seinen viel diskutierten Büchern Lehrer: Traumberuf oder Horrorjob? (2013) und Schule ohne Lehrer (2015) setzt er sich kritisch mit dem Schulbetrieb auseinander. Seine zahlreichen Kolumnen und Artikel sind im Sammelband Lehrer, ein unverschämt attraktiver Beruf (2015) erschienen, und sein Buch Lesen ist cool! (2016) ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das Vor- und Selbstlesen.
Nicht von dieser Welt ist Arne Ulbrichts erster veröffentlichter Roman.

Dienstag, 5. Mai 2015

*Rezension* Der Nachtzirkus - Erin Morgenstern




Titel: Der Nachtzirkus
Autor: Erin Morgenstern
ISBN: 978-3550088742
Seiten: 464
Verlag: Ullstein
Ersterscheinung: 15. März 2012
Preis: 9,99 €  Taschenbuch 
 (gebunden nur gebraucht erhältlich ab 2,36 €)

Kurzbeschreibung
Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.

Meinung
Dies ist das Debüt der Autorin und ich muss sagen, es ist ihr wirklich gelungen. Das Buch entfaltet einen Zauber, aus dem man ganz schwer rauskommt.  Ich wurde in eine Welt voller Fantasie und Posie gezogen und es verleitete mich zum Träumen.

Schon von der ersten Seite an bemerkte ich, dass dieses Werk etwas Besonderes an sich hatte. Auf der einen Seite an war es spannend und auf der anderen zauberhaft und sehr emotional. Die beginnende Liebesgeschichte zwischen Celia und Marco, die eigentlich nicht sein darf, da sie Zauberkonkurrenten in einem Wettkampf sind, endet fast dramatisch, doch zum Glück gibt es jemanden, der ihnen hilft.

Liebevoll legte Frau Morgenstern ihr Augenmerk auf noch so kleinste Details. Die Handlung selbst, das Duell zwischen zwei Magierschulen, blieb mir allerdings etwas unschlüssig. Gut, sie zauberten sich gegenseitig Zirkuszelte mit Attraktionen her, aber mehr auch schon nicht. Zu einem richtigen Kampf kam es nicht. Dafür wurden aber meines Erachtens alle Mitwirkenden ausgezeichnet dargestellt. Egal ob Haupt- oder Nebendarsteller, jeder wurde gekonnt in Szene gesetzt und bekam seinen eigenen Part in der Geschichte.

Der Schreibstil von Frau Morgenstern hat etwas Besonderes an sich. Wundervoll leicht, sehr bildlich und mit einer Magie versehen, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Kapitellängen waren angenehm und die Schriftgröße genau richtig.

Cover
Welch wunderschönes Cover. Eigentlich ziemlich viel in schwarz gehalten, doch einige silbrig glitzernde Verschnörkelungen und rote Farbakzente werten es noch mehr auf, als es schon ist. Auf jeden Fall ein Hingucker in jedem Bücherregal.

Fazit
„Der Nachtzirkus“ ist ein Buch, welches nur so voller Magie, Phantasie und Atmosphäre strotzt. Spannung und eine Liebesgeschichte wurde mit eingeknüpft und es entstand ein sehr bildgewaltiger Roman. Einen Punktabzug muss ich geben, da mir persönlich das Magiertunier, der Hauptstrang, etwa zu lasch war. Somit vergebe ich gute 4 von 5 Buchherzen und eine klare Leseempfehlung.


Infos zur Autorin: (Quelle Amazon)
Erin Morgenstern ist Autorin und Multimedia-Künstlerin. Ihre Werke, sagt sie, seien alle auf die eine oder andere Weise "Märchen". Die studierte Theaterwissenschaftlerin sammelt aus antiken Schlüsseln hergestellten Schmuck und lebt zusammen mit ihrer Katze in Salem, Massachusetts. Der Nachtzirkus ist ihr erster Roman.

Dienstag, 9. Dezember 2014

*Rezension* Die Meisterin aus Mittenwald - Christiane Martini


Titel: Die Meisterin aus Mittenwald
Autor: Christiane Martini
ISBN:  978-3945458099
Seiten: 384
Verlag:  Monogramm Verlagsgesellschaft
Ersterscheinung: 8. Oktober 2014
Preis: 13,00 €  broschiert

Kurzbeschreibung
Kaum, dass Anna siebzehn Jahre alt ist, scheint ihr Leben schon zu Ende zu sein: Im Jahre 1702 soll sie ins Kloster gebracht werden, nachdem die Kirche ihre Mutter als Hexe beschuldigt und umgebracht hat. Auf dem beschwerlichen Weg durch tiefe Alpenschluchten und schwindelnd-hohe Pässe geschieht ihren Bewachern der Inquisition ein dramatischer Unglücksfall, der für Anna aber die Freiheit bringt. Sie kann entkommen und nimmt die Identität eines jungen Mannes an. Ihrem brennenden Lebenswunsch folgend, gelingt es ihr, eine Lehre als Geigenbauer in Mittenwald zu beginnen. Annas Traum, die Kunst des Geigenbaus wie Niemand sonst zu beherrschen, gerät in Gefahr, als sie sich in den Gesellen Moritz verliebt und beide Opfer einer blutigen Intrige werden, in die ihr Meister und ein skrupelloser, venezianischer Söldner verstrickt sind. Auf einmal steht wieder alles auf dem Spiel und eine atemlose Flucht nach Venedig beginnt.

Meinung
„Die Meisterin aus Mittenwald“ ist ein gelungener historischer Roman einer Autor, von der ich noch nichts gelesen hatte. Historische Bücher gehören eigentlich nicht zu meinem Hauptgenres, aber mittendrin lese ich gerne mal einen. Deshalb war ich ganz gespannt, wie dieser sein würde.

Ich kam ganz gut in die Geschichte hinein und stellte schon schnell fest, das Frau Martini über ihr Werk sehr gut recherchiert hatte. Die Ortsbeschreibungen waren gekonnt und ich konnte mir alles bildlich sehr gut vorstellen. Auch die Charakteren wurdne gut in Szene gesetzt und erschienen mir real und authentisch. Die anwachsende Liebesgeschichte zwischen Anna und Moritz gestaltete sich als glaubhaft und nicht übertrieben. Großes Kino waren natürlich die Gefühle und Emotionen überhaupt. Sie stürzten wie Wellen auf mich ein, wodurch ich teilweise traurig, schockiert, überrascht und noch vieles mehr war. Eine tolle Mischung....

Durch die sehr lebendige Handlung tauchte ich in eine Welt, in der ich nicht leben möchte. Sie wurde auf den Punkt gebracht und beschreibt alles, mit was sich die Menschen damals abmühen mußten. Frauen werden als Hexen bezeichnet, nur weil sie sich mit Kräutern auskennen. Morde passieren und werden anderen untergeschoben. Es fehlt an Gerechtigkeit und Anstand. Aber so war es halt damals.

Der Schreibstil der Autorin war gut und genau angemessen. Ich konnte das Buch flüssig lesen. Die Schriftgröße und die Kapitellängen fand ich als angenehm.

Cover
Für einen historischen Roman ist das Cover genau richtig. Warme Farbe, wie braun und orange stechen einem ins Auge. Mir gefällts und hat mich gleich angesprochen.

Fazit
„Die Meisterin aus Mittenwald“ ist ein gelungener, historischer Roman, der mir einige gute Lesestunden gebracht hat. Kein Meisterwerk, aber trotzdem schön zu lesen. Er bekommt von mir gute 3 von 5 Buchherzen und eine Leseempfehlung für jene, die solche Bücher mögen.

 
Vielen Dank an den Buch Contact und dem Monogramm Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplares.

Infos zur Autorin: (Quelle MonogrammVerlag)
Christiane Martini ist Diplom-Musiklehrerin und Absolventin des Konzertexamens. Ihr Engagement als Tonkünstlerin ist vielfältig. Sie unterrichtet in ihrer eigenen Musikschule, komponiert und konzertiert.Darüber hinaus arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Genres. Bisher veröffentlichte sie musikalische Lehrwerke, Krimis und Unterhaltungsromane.

Montag, 22. September 2014

*Rezension* Alles Liebe, deine Lise - Brigitte van Aken


Titel: Alles Liebe, deine Lise
Autor: Brigitte van Aken
ISBN: 978-3944572130
Seiten: 247
Verlag: Mixtvision
Ersterscheinung: 21. August 2014
Preis: 16,90 €  gebunden

Kurzbeschreibung
Nach einer Abtreibung steckt Lises Mutter die fünfzehnjährige Tochter ins Internat. Lise vermisst ihr Zuhause, ihre Großmutter und ganz besonders Nishan, den Vater ihres ungeborenen Kindes. Trost findet sie in den Emails an ihre Oma. Auf diese Weise begibt sich Lise auf Spurensuche in die Vergangenheit und entdeckt erstaunliche Parallelen in ihrer beider Leben.

Meinung
Da ich schon viele gute Bücher vom Mixtvision Verlag gelesen habe, war ich natürlich ganz gespannt auf „Alles Liebe, deine Lise“ und machte mich voller Erwartungen daran. Und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht.

Frau van Aken beschreibt diesmal die bewegende Lebensgeschichte von Lise und eigentlich auch die ihrer Oma. Dies wird in Form von E-Mails dargestellt, was aber keineswegs störend ist. Der Lesefluss wurde dadurch nicht beeinflusst, ganz im Gegenteil, das Buch ließ sich super schnell lesen.

Lise ist eine sehr starke Protagonistin und das Buch lebt von ihrer Darstellung. Trotz vieler Probleme bewältigt und meistert sie alles. Auch ihre Oma hat so einiges erleben müssen und so gestehen beide sich gegenseitig ihre tiefsten Geheimnisse. Dies wurde so gefühlvoll und mit voller Emotionen dargestellt, das ich an manchen Stellen richtig aufatmen mußte.

Viele unerwartete Wendungen überraschten mich und ich fand das Buch einfach traumhaft schön. Es ist wirklich selten, das man so eine zwischenmenschliche Beziehen von Enkelin und Oma so rüberbringen kann. Aber nicht nur das, auch das ganze Umfeld wurde von der Autorin sehr detailgerecht und sehr real dargestellt. Bildlich ein wahres Kopfkino.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig. Die 247 Seiten hatte ich ganz schnell durch und es machte mir riesigen Spaß in die Geschichte rund um Lise mit einzutauchen. Ganz toll fand ich auch noch bei einigen Kapitelenden die Kommunikation zwischen Lise und ihrer Mutter. Diese wurde in kursiv gehalten und setzt sich somit perfekt ab. Auch die SMS von Nishan, Lises Freund, wurden in einer anderen Schriftart gestaltet.

Das Ende ist für mich gut gewählt und absolut logisch und lässt keine Fragen offen. Ein typischen Happy-End eben.

Cover
Das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches. Der Fotoapparat nimmt eine wichtige Rolle im Buch ein. Die Farbgestaltung gefällt mir auch sehr gut.

Fazit
„Alles Liebe, deine Lise“ ist wieder einmal ein sehr gutes, vorallem sehr emotionales Buch vom Mixtvision Verlag. Ich kann es nur jedem ans Herz legen und vergebe somit 3,5 von 5 Buchherzen und eine klare Leseempfehlung.


Vielen Dank an den Mixtvision Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplares.

Infos zur Autorin: (Quelle Amazon)
Brigitte van Aken, geboren 1962 in Belgien, studierte Niederländisch, Geschichte und Religion auf Lehramt. Sie unterrichtet an einer Schule in Turnhout und schreibt Bücher für Jugendliche und Erwachsene. Daneben ist sie als Regisseurin und Schauspielerin für Theater und Musicals tätig.

Sonntag, 27. Oktober 2013

*Rezension* Das Blut der Unschuldigen - Julia Navarro


Titel: Das Blut der Unschuldigen
Autor: Julia Navarro
ISBN:  978-3442379620
Seiten: 816
Verlag: Blanvalet
Ersterscheinung: 20. August 2013
Preis: 9,99 €  Taschenbuch

Kurzbeschreibung
»Ich bin ein Verräter, und ich habe Angst«, schreibt ein Mönch der Inquisition während einer grausamen Belagerung. In seiner Chronik bezeugt er unvorstellbares Unrecht. Jahrhunderte später gelangt diese Schrift in die Hände mächtiger Verschwörer, die das unschuldig vergossene Blut endlich rächen wollen. Ihr erster Anschlag stellt jedoch klar, dass sie auch hochaktuelle Ziele verfolgen – und eine internationale Gefahr darstellen …

Meinung
Also, als erstes Mal muß ich bemerken, das es echt heftig war, die 816 Seiten zu lesen. Schon lange hatte ich mir keinen solchen Schinken vorgenommen und deswegen brauchte ich auch fast eine Woche, bis ich durch war. Nach den ersten paar Seiten dachte ich mir schon, oh je, das ist nichts für mich. Trotzdem hielt ich tapfer durch und wurde am Ende auch dafür belohnt.

Das Buch ist in drei Teile und drei Handlungsstränge in unterschiedlichen Zeitepochen dargestellt worden. Diese sind unwidersprechlich miteinander verbunden und durch die realistische Darstellung und gute Recherche der Autorin, hatte ich keine Schwierigkeiten, mich in jede Zeitepoche hineinzuversetzen.

Die Charakteren wurden sehr gut ausgearbeitet, mit einigen hegte ich Sympathie, mit anderen weniger. Was für mich etwas erstaunlich und absolut respekteinflössend war, war die Tatsache, das sich Menschen selbst als Märthyrer umbringen können, nur um dem Land zu dienen. Vor dieser Selbstaufopferung ziehe ich wirklich den Hut.

Im ersten Teil befinden wir uns im 13. Jahrhundert. Die Geschichte rund um die Katharer und den Gral nimmt seinen Anfang. Hier störten mich eindeutig die verschachtelten Sätze und der sehr geschwollene Schreibstil. Klar war das in dieser Zeit so, trotzdem etwas zu sehr verwirklicht. Auch erfährt man von vielen verschiedenen Personen mit unnatürlich langem und komplizierten Namen, welche mich sehr verwirrten. Ich erfuhr viel über die Zeit selbst, was die Autorin gekonnt beschrieben hat.

Im zweiten Teil verbringen wir die Zeit um 1938, Kriegszeit. Hier beginnt die eigentliche Geschichte und man erfährt viel über die Nazis und den Krieg gegen die Juden. Dies wird sehr spannend aber auch grausam erläutert. Ich konnte mir zu meinem Erschrecken, die Bilder genau vorstellen und einige Textzeilen hätte ich am liebsten heraus gestrichen. Ansonsten wieder sehr viel Informationen über Land und Leute.

Im dritten und letzten Teil sind wir in der Gegenwart. Die Rache nimmt seinen Höhepunkt und viele Menschen müssen durch einen eigentlich unsinnigen Krieg sterben. Die Spannung riss einfach nicht ab und hielt bis zum Schluß kontinuierlich an. Durch den leichten Schreibstil war alles gut verständlich.

Zum Schluß möchte ich nur noch anmerken, wie einfach es für solche Attentäter eigentlich war, Menschen zu manipulieren und umzubringen. Für mich sehr erschreckend und unfassbar.

Cover
Das Cover finde ich ganz schön. Das Herz in der Mitte nimmt den größten Teil ein, der Titel und der Hintergrund wurden in warmen Farben, rot und braun, gehalten. Ganz schön anzuschauen.

Fazit
„Das Blut der Unschuldigen“ war für mich ein absolut spannender und interessanter Thriller, der mich einmal mehr zum Nachdenken brachte. Die absolut realtistische Darstellung der Geschichte war für mich der Höhepunkt und trotz der vielen Seiten hat mir das Buch ganz gut gefallen. Es bekommt von mir 4 von 5 Buchherzen und eine klare Leseempfehlung.

 

Infos zur Autorin: (Quelle Blanvalet)
Julia Navarro, geboren 1953 in Madrid, ist eine der erfolgreichsten Autorinnen Spaniens. Sie veröffentlichte zunächst mehrere erfolgreiche Sachbücher, bevor sie mit Thrillern wie Die stumme Bruderschaft und Das Blut der Unschuldigen an die Spitze der spanischen Bestsellerlisten sprang. Auch in Deutschland waren ihre Romane wochenlang auf der Spiegel-Liste vertreten. Mit Alles, was die Zeit vergisst erobert die Autorin ein neues Genre und wird dafür von Presse und Publikum in ihrer Heimat bereits gefeiert. Julia Navarros Romane werden in zehn Sprachen übersetzt.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Rezension: Aber bitte mit Schokolade - Meg Cabot

                    (Bildquelle: Blanvalet)
 

 
Titel:  Aber bitte mit Schokolade
Autorin: Meg Cabot
  Seiten: 416 
  Verlag: Blanvalet
  Preis: TB 7, 95 Euro    
Ersterscheinung: 11. 06. 07
  Reihe: Teil 1 von 3

   





Kurzbeschreibung:
Dichtung und Wahrheit liegen bei Männern bekanntlich oft nah bei einander. Und noch nie ist es einer Frau gut bekommen, auf diesen kleinen Unterschied hinzuweisen. Leider hat Lizzie Nichols genau das getan und ist nun ohne Geld und lügenden Freund in London gestrandet. Zum Glück bietet ihre Freundin ihr einen Catering-Job auf einem französischen Schloss an. Das Schloss ist ein Traum – und Luke, der Sohn des Schlossbesitzers, noch traumhafter. Außerdem scheint er jedes von Lizzies niedlichen Pfunden heiß zu begehren. Aber natürlich schlägt das Chaos in Form von Lizzies unwiderstehlich frechem Mundwerk wieder zu. Und plötzlich hat sie alle Hände voll zu tun, um Luke davon zu überzeugen, dass es diesmal Liebe ist …

Meinung:
Als ich die Kurzbeschreibung raus gesucht habe, war ich erstmal positiv überrascht, dass sie seit der Ersterscheinung anscheinend nochmal geändert wurde. Denn auf meiner (etwas älteren) Ausgabe, gibt es noch einen anderen Klappentext, den ich hier sehr bemängeln wollte, da er fast die komplette Handlung vom Buch verrät. Also klar,0 sind Bücher aus dem Genre „Chick Lit“ zumeist eh  ziemlich vorhersehbar, und so ist es auch hier nicht schwer zu erraten, wie die Geschichte ausgeht, aber dennoch gibt’s mit dieser Kurzbeschreibung noch wenigstens die ein oder andere kleinere Wendung, die man so vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte, die aber bei der alten Version schon direkt verraten wurde. 

Lizzie ist als Charakter eigentlich ziemlich sympathisch, aber unglaublich naiv. Sie ist verliebt und ist dafür lange breit alle Fehler ihre großen Liebe zu übersehen und sie schönzureden (z. B. lebt er bei seiner Familie, anstatt in einer eigenen Wohnung und sie muss in der Abstellkammer in einem selbstgebautem Hochbett schlafen – naja, macht ja nichts, ist ja auch toll, so eine Erfahrung). Solche und viele ähnliche Beispiele gibt es im ersten Teil der Geschichte am laufenden Band und wären sie nicht auf so eine humorvolle und amüsierende Art und Weise erzählt, wäre ich wegen so viel Naivität wohl schier verzweifelt. Aber so gelingt es Meg Cabot dennoch, dass man es lustig findet, wie Lizzie für alles ausreden sucht und wie lange sie wirklich braucht, um dann die Notbremse zu ziehen. 

Der Erzählstil der Autorin ist, wie gesagt, ziemlich humorvoll, locker und schnell zu lesen. Vor allem die Tatsache, dass Lizzie sehr gern und extrem viel redet und dabei nicht immer alle Aussagen so durchdacht sind, verleiht der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit. Dennoch musste ich selten wirklich laut los lachen, sondern hatte eher öfters ein Grinsen im Gesicht. Also an einen Humor von einer Kerstin Gier kommt das Buch meiner Meinung bei weitem nicht heran.

Die im Roman beschriebene Situation ist zwar nicht unmöglich, aber in der Gesamtabfolge doch ziemlich unwahrscheinlich und wirkt deshalb teilweise doch etwas konstruiert. Dennoch macht es Spaß Lizzies Lebensabschnitt zu verfolgen und sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

Jedes Kapitel wird durch einen Teil von Lizzies Examensarbeit über die Modegeschichte eingeleitet. Diese kurzen Abschnitte verleihen der Lektüre etwas Besonderes und bieten teilweise ganz interessante Nebeninformationen.

Obwohl es sich um den Auftaktband einer Trilogie handelt, ist das Ende für sich abgeschlossen und kann auch für sich alleine stehen, ohne dass man die beiden Nachfolgerbände unbedingt gelesen haben muss.

Fazit:
Ein netter und humorvoller Roman, der sich gut für zwischendurch eignet. Die Geschichte wirkt etwas konstruiert, ist seicht und leicht vorhersehbar, bietet aber dennoch einige unterhaltsame Lesestunden. Somit vergebe ich gute 3 von 5 Buchherzen. 

Infos zur Autorin   (Quelle: Blanvalet) :
Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre Plötzlich-Prinzessin-Romane wurden von Hollywood verfilmt. 
Infos zur Reihe (bereits komplett erschienen):
1. Aber bitte mit Schokolade