Freitag, 31. Juli 2026

Hörbuchrezension: Die Psychiaterin - Freida McFadden

Titel: Die Psychiaterin - 
Wurde ihr der Job zum Verhängnis?
  Autorin: Freida Mc Fadden 
SprecherInnenn: 
Nina Reithmeier, Rubina Nath, Konstantin Marsch, Claudia Gräf, Stefan Kaminsky 
Laufzeit: 07 h  04 Min  - gekürzt   
Verlag: Random House Audio      

Preis: 
ab 12, 93 € im Download - Im Abo günstiger 
    
Ersterscheinung: 13. Juli 2026    
Reihe: Nein
 
 
 
 

Kurzbeschreibung:

Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie …

Meinung:

Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller und fand den Start in die Geschichte auch ganz gut. Wir begleiten Tricia und Ethan dabei, wie sie bei dem Haus ankommen und eingeschneit werden. Von Beginn an ist die Atmosphäre eher undurchsichtig und etwas aufgeladen, was durch viele Details untermauert wird. So kennen Ethan und Tricia sich nicht lange, hat Tricia teilweise ein paar nicht so schöne Verhaltensweisen an ihrem Ehemann entdeckt und Tricia hört und entdeckt ungewöhnliche Dinge im Haus.

Als sie auf die Kassetten der Patientensitzungen stößt, erlebt man diese Ausschnitte von unterschiedlichen Sitzungen, aber auch noch zusätzliche Infos aus der Sicht und dem Leben von Psychiaterin Adrienne. Generell fand ich das alles ziemlich interessant und spannend.

Mit der Zeit kommen aber auch bei Adrienne einige komische Verhaltensweisen ans Licht, die mich dann ein bisschen genervt haben. Ich fand die Sache, weshalb sie sich erpressen lässt, gar nicht sooo schlimm, als dass sie als Fachfrau in solch eine Spirale geraten dürfte. Denn, dass dies immer mehr werden würde, war ja von Beginn an abzusehen. Dennoch verleiht es ihrem Charakter natürlich Tiefe, auch wenn ich gerne noch erfahren hätte, weshalb sie bisher so ein Problem hatte, sich auf andere Menschen einzulassen. Das klassische Klischee, dass Psychologen und Psychiaterinnen selbst die größten Probleme haben, war mir hier ein bisschen zu einfach.

Außerdem war ich lange der Meinung, dass ich einiges durchschaut habe und fand es dann fast ein bisschen langweilig, da die Hinweise so deutlich darauf gezeigt haben.

Nach der großen Wendung kann ich aber nur sagen, dass ich der Autorin vollkommen auf den Leim gegangen bin und die Wendung ganz anders war, als von mir gedacht.

Dies hat mich auf jeden Fall wieder deutlich mehr überzeugt und zum Teil in seiner Skrupellosigkeit auch echt erschüttert. Ich fand es schon auch gut, wie die ganzen losen Enden dann zusammengefügt wurden und so viele Nebeninfos von vorher noch einen tieferen Sinn ergeben haben, auch wenn es am Ende dann schon ein bisschen einfach/schnell ging. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich die gekürzte Version gehört habe.

Das Buch wird ja von einigen Sprechern und Sprecherinnen vertont. Oftmals mag ich so viele verschiedene Sprecher gar nicht so gerne, aber hier wurden die unterschiedlichen Sprecher gut eingesetzt und man konnte die Stimmen auch gut zuordnen. Außerdem haben sie alle super gelesen und die Geschichte wirklich lebendig werden lassen.

Fazit:

Ein interessanter Thriller, der für mich stark und sehr atmosphärisch gestartet ist, im dritten Viertel aber einen kleinen Durchhänger hatte, da mir einige Entscheidungen und Verhaltensweisen der Figuren dann doch auf die Nerven gegangen sind und ich dachte, dass ich eine wichtige Wendung durchschaut habe und es dann fast etwas langweilig fand. Doch ich habe mich getäuscht, die Wendungen am Ende haben mich überrascht und ich fand sie dennoch größtenteils echt stimmig, vor allem, weil noch viele lose Enden zusammengefügt werden. Auch wenn es dann doch ein bisschen schnell/einfach ging. Aber auch die Sprecherleistungen konnten mich überzeugen, weshalb ich gute 4 Buchherzen vergebe.
Herzlichen Dank an den Random House Audio Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs.


Infos zur Autorin (Quelle: penguin-randomhouse.de):
Mit ihrer Gabe für überraschende Twists und packende psychologische Spannung ist der US-amerikanischen Ärztin und Bestsellerautorin Freida McFadden in kürzester Zeit der internationale Durchbruch gelungen. Nach dem phänomenalen Erfolg von »Wenn sie wüsste« stürmte sie mit ihren darauf folgenden Thrillern gleich an die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihre Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Freida McFadden lebt mit ihrer Familie in Boston.
 
Info zu den Hauptsprecherinnen (Quelle: penguin-randomhouse.de):
Nina Reithmeier, geboren 1981 in Kempten (Allgäu), ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin und Hörbuchsprecherin. Bekannt wurde sie u. a. durch die Pro7-Dokuserie »Abschlussklasse 2003«, bevor sie an der Schauspielschule Charlottenburg ihr Schauspielstudium begann. Von 2009 bis 2020 war sie festes Ensemblemitglied am Berliner Grips-Theater und ist heute nach wie vor auf Theaterbühnen zu sehen. Des Weiteren spielt Nina Reithmeier in verschiedenen Film- und TV-Produktionen mit und ist als Sängerin, Hörbuch- und Hörspielsprecherin aktiv.
 
Rubina Nath, geboren 1987, ist Synchronsprecherin. Ihre Stimme ist vor allem aus Zeichentrick- und animierten Serien bekannt. So spricht sie seit 2005 die Rolle des Littlefoot in der Serie »In einem Land vor unserer Zeit« und die des Walhais Destiny aus dem Kinofilm »Findet Dorie«. 2013 lieh sie ihre Stimme der Oscarpreisträgerin Lupita Nyong'o in »12 Years a Slave«. 2022 erhielt sie den Deutschen Schauspielpreis. 

 
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Sonntag, 26. Juli 2026

Vierter Bucheingang 2026

Guten Morgen ihr Lieben,

und schon wieder sind sieben Wochen vergangen, in denen doch ein paar neue Schätze eingezogen sind, die ich euch heute gerne zeigen möchte. Ein paar sind schon gelesen und rezensiert, aber es fehlen auch noch ein paar.  
 
Wie immer sind die Titel zu Amazon oder zum Verlag verlinkt, weshalb es hier den Hinweis gibt, dass es sich bei den Verlinkungen offiziell um WERBUNG handelt! 

Liebe Grüße,      
Steffi  
 
 
Los geht es mit 2 Büchern von Vorablesen, die ich beide schon gelesen und rezensiert habe. Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis hat mich ja sofort angesprochen, und war auch wirklich sehr beklemmend, aber das Ende war mir leider viel zu offen. Ich hoffe zwar auf eine Fortsetzung, glaube aber nicht wirklich dran.

 
Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers von Sophie Oldenstein klang auch richtig gut und hatte mich in der Leseprobe auch wirklich geflasht. Im Verlauf hat mich die Geschichte aber leider ein bisschen verloren, auch wenn sie grundsätzlich kurzweilig unterhaltsam war. 
 
 
 
Unsichtbar von Eloy Moreno ist durch die Verlosungskette auf Thalia Book Circle eingezogen. War jetzt kein absolutes Wunschbuch, aber ich habe schon viel gutes dazu gehört, weshalb ich mich beworben hatte. Jetzt ist die Kette aufgrund zu wenig Teilnehmer eh erstmal pausiert.

 
Und dann dürfen natürlich Hörbücher nicht fehlen. Vom DAV gab es The Escape Game - Mörderische Rätsel von Marissa Meyer und Tamara Moss und I killed the King von Rebecca Mix und Andrea Hannah. Ersteres habe ich gerade fertig gehört und es hat mir echt gut gefallen.



Dann versuche ich es jetzt nochmal mit einem Buch von Freida McFadden. Wenn sie wüsste fand ich ja schon gut, aber den großen Hype drum habe ich nicht verstanden. Die Psychiaterin hat mich jetzt nochmal angesprochen und ich bin gespannt, denn ich hab mal wieder viel gutes darüber gehört. 

 
 
Bei Amazon Music ist nun das Hörbuch zum 2. Teil von Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben von Joelle Charbonneau eingezogen. Begonnen habe ich es aber noch nicht.  

Donnerstag, 23. Juli 2026

Top Ten Thursday #504 - Neuerscheinungen aus dem zweiten Halbjahr

 
Huhu ihr Lieben,

heute gibts wieder einen neuen Top Ten Thursday und diese Aktion wird von Aleshanee von Weltenwander weitergeführt. Es geht darum Bücher-Listen zu bestimmten Themen zu erstellen und sich dann darüber auszutauschen.

Wenn ihr auch mitmachen oder einfach nur stöbern möchtet, könnt ihr gerne bei Aleshanee vorbeischauen.
Das Thema für diese Woche lautet:
 
Auf welche 10 Neuerscheinungen im 2. Halbjahr freust du dich am meisten?
 

Und schon wieder Neuerscheinungen. Wahnsinn.
Aber ja, auch mir sind schon wieder ein paar Bücher aufgefallen und ich konnte die Liste gut füllen, auch wenn ich mir wieder mal nicht bei allen sicher bin, ob sie wirklich (gleich) einziehen.
 
Die erste Reihe zeigt Fortsetzungen, auf die ich mich auf jeden Fall freue und die auch sicher einziehen werden. Vor allem auf Honesty 3 mussten wir ja echt lange warten... 
In der 2. ist es gemischt. Hier sind vor allem Bücher, die mir bei der Durchsicht aufgefallen sind. Arno Strobel zieht in den letzten Jahren ja meistens ein. Lynette Noni macht mich ja auch immer gleich neugierig, weshalb ich mir auch die neue Reihe mal näher ansehen werde. Und ganz besonders hab ich mich auf die neue Reihe von Sebastien de Castell gefreut. Die ersten beiden Bände seiner Karten des Schicksals-Reihe fand ich soooo gut und ich bin immer noch so traurig, dass sie nicht weiter übersetzt wurde. Deshalb hoffe ich, dass die Reihe mir auch so gut gefällt und es sie dann auch komplett auf deutsch gibt...

Die Titel sind zu Amazon verlinkt, damit ihr euch bei Interesse gleich weitere Infos einholen könnt. Deshalb nochmal der Hinweis, dass es sich um Werbung handelt 😉
 
Von der Liste aus dem Februar sind übrigens 8 eingezogen und auch schon gelesen. Eins (Guilty Pleasure) wird wohl nicht mehr einziehen, da sind die Bewertungen zu schlecht und bei der Manufaktur der magischen Worte überlege ich weiterhin. 
- Honesty 3: Was die Freiheit fordert - Franzi Kopka - 18.11.26
- Canvas - Ursula Poznanski - 13.08.26

- Noch einmal, für immer - Mitch Albom - 07.10.26
- Der Pakt der Magier 1: Für Gold und Magie - Sebastien de Castell - 23.09.26
- Hilf mir - K. L. Slater - 10.08.26
- Happy Weekend - Arno Strobel - 26.08.26
- Shadow Reaper 1: Die scharlachrote Jägerin - Lynette Noni - 12.10.26 

 
Was sagt ihr zu meiner Auswahl? 
Ist euch das ein oder andere Buch davon auch schon aufgefallen?



Das Thema für nächste Woche lautet: 
Zeige uns die 10 Autoren, von denen du die meisten Bücher im Regal bzw. gelesen hast
 
Liebe Grüße und einen schönen Donnerstag,
Steffi

Dienstag, 21. Juli 2026

Rezension: Ashfield Academy: Der Ruf des Wasserspeiers - Sophie Oldenstein

Titel: Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers
Autorin: Sophie Oldenstein

Seiten: 220    
Verlag: BELTZ & Gelberg 
Preis: 17,00 € Hardcover
Ersterscheinung: 16. 07. 2026 
Reihe: Teil 1 von ??
  
 
 

Kurzbeschreibung:

Nicky erhält ein Stipendium für die rätselhafte Ashfield Academy und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich. Zwischen Internatsalltag, seltsamen Regeln und neuen Bekanntschaften spürt sie schnell, dass an diesem Ort etwas nicht stimmt. Gemeinsam mit Agatha, Pauly und Shu entdeckt sie ihre verborgenen magischen Fähigkeiten – und stößt auf einen alten Kriminalfall. Als dunkle Mächte erwachen und das nahe Dorf bedrohen, müssen die vier über sich hinauswachsen, um Ashfield zu retten.

Meinung:

Das Cover, die Aufmachung und die Kurzbeschreibung haben mich sofort angesprochen. Auch die Leseprobe hat mich sofort mitgerissen. Nicht nur der etwas düstere Prolog, sondern auch den Start fand ich sehr gelungen.

Wir begleiten Nicky, als sie in dem kleinen Örtchen Ashfield ankommt und dabei gleich auf den etwas schrulligen, aber herzlichen Norville mit seinem besonderen Hund Padraig und den jungen Pip trifft.

Diese ersten Begegnungen haben mir super gefallen und ich wollte mehr erfahren.

Der Plot an sich ist recht spannend und auch actionreich. Es gibt durchaus einige Gefahren und auch interessante Wendungen, aber irgendwie hat mich die Geschichte mit der Zeit ein bisschen verloren.

Zum einen fand ich die Figuren insgesamt doch ein bisschen stereotyp gezeichnet. Und auch wenn ich es toll fand, dass der Umgangston sehr flapsig und lustig ist, fand ich den Umgang der Freunde untereinander manchmal doch ein bisschen zu hart. Klar, es hat für die Geschichte gut funktioniert, aber so wirklich in mein Herz geschlichen haben sich die Freunde eher nicht. Da ist weiterhin eher Platz für Norville und Pip. Aber ich fand es gut, dass mit Pauly eine Figur im Rollstuhl vorkommt und gezeigt wird, dass man auch damit Abenteuer erleben kann.

Ein weiterer Kritikpunkt war das sehr schwammige Worldbuilding. An sich erfahren wir kaum etwas von der Schule an sich bzw. dem Schulalltag. Wir lernen nur wenige Figuren kennen und alles wirkt ein bisschen aus einem größeren Kontext gerissen. Klar, es handelt sich hierbei nur um einen Auftakt, aber mir war es hier trotzdem zu wenig Hintergrund.

Und auch das Magiesystem fand ich etwas undurchsichtig. Es ist ja schön und gut, dass einige ihre Fähigkeiten haben, aber das mit den Zirkeln und den Beschwörungen fand ich irgendwie nicht ganz ausgereift. Auch, dass Carla York so viel über all das zu Wissen scheint, aber die Infos nicht wirklich weitergibt.

Dennoch war die Geschichte ziemlich unterhaltsam und schnell zu lesen. Das Ende war spannend und die Auflösung hat mir gut gefallen.

Fazit:

Eine interessante Geschichte, die vor allem im Moment lebt und wenig Worldbuilding und Hintergründe, aber dafür viel Action und Spannung liefert. Mir persönlich war es etwas zu einfach, aber für kurzweilige Unterhaltung hat es gereicht. Auch bei den Figuren bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits wirken viele etwas stereotyp, aber teilweise haben sie doch auch Besonderheiten, wie das eine im Rollstuhl sitzt. Den Umgang untereinander fand ich ein bisschen zu hart, auch wenn man merkt, dass es meist lustig gemeint ist und die Figuren dennoch zusammenwachsen. Insgesamt würde ich 3,5 Buchherzen vergeben. 
 Vielen Dank an vorablesen.de und den BELTZ & Gelberg für das Leseexemplar. 


Infos zur Autorin (Quelle: vorablesen.de): 
Sophie Oldenstein (*1988) hat schon immer gerne Geschichten erzählt, weswegen es sie ans Theater und auf unterschiedliche Positionen hinter den Kulissen verschlagen hat. Während ihrer Zeit am Landestheater Eisenach entstanden mehrere eigene Theaterstücke für die dortige Bürgerbühne sowie erste eigene Regiearbeiten.
  
 
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Samstag, 18. Juli 2026

Rezension: Wenn die Bienen schweigen - Caryl Lewis

Titel: Wenn die Bienen schweigen
Autorin: Caryl Lewis
Übersetzerin:  Anu Stohner
Seiten: 304    
Verlag: dtv - Hanser Reihe 
Preis: 18,00 € Paperback
Ersterscheinung: 16. 07. 2026 
Reihe: 
(Wahrscheinlich) Nein
 
 
 
 
Kurzbeschreibung:
Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken. 

Meinung:
Da mich Dystopien ja schon immer ansprechen, hat mich auch dieser Klappentext sofort gefesselt. Und erneut ist es eine düstere Zukunftsszenerie, die durchaus im Bereich des Möglichen liegt und gerade dadurch so erschreckend und realistisch wirkt.

Die Autorin stellt am Beispiel von Protagonistin Jess sehr eindrucksvoll dar, wie schrecklich sich die Zukunft verändert hat. Es herrscht das Militär - Macht und Unterdrückung sind an der Tagesordnung. 

Die Stimmung im Camp ist sehr gedrückt und belastend, der Plot eher ruhig und von viel harter Arbeit und Routine geprägt. Routine, die immer mal wieder durch neue, erschreckende Erkenntnisse und Entwicklungen durchbrochen wird. Es gibt auch ein paar Lichtblicke, diese sind aber auch eher klein gehalten und durchbrechen die bedrückende Atmosphäre immer nur partiell. Dennoch schafft es die Autorin wirklich, mit scheinbar kleinen Mitteln Akzente zu setzen und zum Nachdenken anzuregen. 

Die Entwicklungen erfahren wir alle nur aus der Sicht von Protagonistin Jess. Sie erzählt, was ihr erzählt worden ist, wie es früher war und wie es eben jetzt ist. So bekommt man schon einen guten Einblick, was sich alles getan hat und eben auch, wie schrecklich es jetzt ist. Und mit der Zeit wird da immer mehr drauf gesetzt, auch wenn es eher kindgerecht dargestellt und auf Details verzichtet wird. Dennoch machen die Schilderungen auch so wirklich betroffen.

Die Geschichte funktioniert so wirklich ganz gut, aber um für mich perfekt zu sein, hätte ich doch noch etwas mehr Einblick in andere Sichten gebraucht. z. B. auch in die Sicht der Jungen/Männer, die auch zum Militär beordert werden, ohne dass sie es wollen. Oder eben auch, in das Leben/ die Aufruhren in der Stadt, ohne, dass nur aus der Ferne und vom Hörensagen davon berichtet wird. Also einfach noch mehr Worldbuilding und mehr Tiefe. 
Und ich hätte mir definitiv ein Ende gewünscht, dass nicht nur grobe Richtungen/Möglichkeiten vorgibt, sondern mehr konkrete Antworten liefert.

So ist es zwar auf vielen Ebenen zufriedenstellend und für einen Auftakt fände ich es echt passend, aber ich habe das Gefühl, dass es die Autorin als Gesamtende so stehen lassen möchte und dafür ist es mir einfach viel zu offen. Nachdem ich die Figuren so intensiv begleitet habe, möchte ich schon Wissen, woran sie jetzt sind und da ist mir das doch definitiv zu wenig. 

Fazit:
„Wenn die Bienen schweigen“ ist eine sehr bedrückende und gleichzeitig wieder erschreckend greifbare Dystopie, die es schafft, mit vielen leisen Tönen zu erschrecken und zu überzeugen und auch für jüngere Leser geeignet ist. Dennoch hätte ich gerne noch mehr Tiefe/ andere Einblicke gehabt und auch wenn das Ende auf vielen Ebenen zufriedenstellend ist, ist es mir als Gesamtende leider viel zu offen. Sollte noch eine Fortsetzung kommen, ist es gut, aber ich habe das Gefühl, dass es das war und dann fehlen mir einfach konkretere Antworten. In der Hoffnung, dass mich mein Gefühl trügt und es vielleicht doch noch eine Fortsetzung gibt und da der Rest wirklich gut gemacht ist, würde ich das offene Ende mal nicht so stark bewerten und noch 4 Buchherzen vergeben.  
 Vielen Dank an vorablesen.de und den dtv Verlag für das Leseexemplar. 


Infos zur Autorin (Quelle: vorablesen.de): 
Caryl Lewis, geb. 1978, ist eine preisgekrönte walisische Autorin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie ist Gastdozentin für Kreatives Schreiben an der Cardiff University und lebt mit ihrer Familie auf einer Farm in der Nähe von Aberystwyth in Wales. Drift, ihr Debütroman in englischer Sprache, wurde mit dem »Wales Book of the Year«- Award ausgezeichnet.
  
 
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