Titel: Sophie L.
Autor: Matthew Blake
Sprecher: Vera Teltz, Achim Buch
Laufzeit: 9 h 43 Min - ungekürzt
Verlag: Argon Hörbuch
Preis: ab: 16, 19 € - Download - Im Abo günstiger
Ersterscheinung: 08. Dezember 2025
Reihe: Nein
Kurzbeschreibung:
Olivia Finn, Gedächtnisexpertin an
einem Londoner Krankenhaus, erhält einen merkwürdigen Anruf aus
Paris: Ihre Großmutter Josephine ist im berühmten Hotel Lutetia
aufgetaucht und behauptet, sie heiße eigentlich Sophie und habe hier
vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Olivia reist sofort nach Paris,
um sich um die scheinbar verwirrte Josephine zu kümmern. Doch diese
besteht darauf, dass sie eine verlorene Erinnerung wiedererlangt hat
und die Wahrheit sagt. Als Josephine wenig später ermordet wird, ist
klar: Jemand möchte verhindern, dass die Vergangenheit ans Licht
kommen. Olivia muss sich fragen: War ihre Großmutter wirklich eine
Mörderin? Und was hat das Ganze mit Olivias eigenen traumatischen
Erinnerungen zu tun?
Meinung:
Nachdem ich Anna O. wirklich
unterhaltsam fand, hat mich auch das neue Buch des Autors
angesprochen. Und die Grundidee finde ich auch hier sehr interessant
und besonders. Olivas demente Großmutter gesteht, dass sie in ihrer
Jugend einen Mord begangen und die Identität einer anderen Frau
angenommen hat. Die Frage ist nur, was ist wahr?
Prinzipell finde ich das Thema
„Erinnerungen und wie weit man ihnen trauen kann“ faszinierend.
Umgesetzt wurde es zwar spannend, aber leider nicht ganz so
tiefgründig bearbeitet, wie es durch den Beruf der Protagonistin
eigentlich möglich gewesen wäre. Dennoch hat es mich aber gut
unterhalten und zum Nachdenken angeregt.
Generell baut der Autor seine
Geschichte komplex und auf unterschiedlichen Zeitebenen auf. Zum
einen natürlich in der Gegenwart, in der Olivias Großmutter ihr Tat
gesteht und dann ermordet wird und Oliva versucht, zu verstehen, was
hinter allem steckt. Aber wir erleben auch die Perspektiven der
jungen Sophie und Josephine aus dem Jahr 1945, in denen wir Zeuge
werden, wie die beiden Frauen nach der schweren Zeit des 2.
Weltkrieges wieder aufeinandertreffen. Und dazwischen gibt es noch
eine Perspektive aus der Sicht eines Polizisten in der Gegenwart, der
sein ganz eigenes Interesse an dem Fall hat.
Eigentlich bin ich ja mit Büchern, die
auch den 2. Weltkrieg thematisieren, vorsichtig, da ich diese Gräuel
einfach schrecklich finde und ich mich da nicht gerne mit befasse.
Aber hier fand ich die Informationen zur französischen Resistance
sehr interessant, da ich davon noch gar nichts gehört hatte. Und
auch die Einblicke in die schrecklichen Erfahrungen von Sophie und
Josephine fand ich im genau richtigen Grad erzählt. Zwar durchaus
erschreckend und realistisch, aber nicht zu sehr fokussiert.
Somit ist die Handlung wirklich
vielschichtig und die Hinweise und Details anfangs eher subtil und
kleinteilig, aber die Atmosphäre durchgängig dicht und
psychologisch aufgeladen und mit der Zeit ergibt sich ein immer
stimmigeres Gesamtbild, welches die Hinweise immer mehr verknüpft.
Leider fand ich das Ende dann nicht
richtig dazu passend, da es einfach extrem schnell abgehandelt und
sich danach gar nicht mehr mit den noch offenen Fragen beschäftigt
wurde. Dies fand ich wirklich schade, da sich der Rest so viel Zeit
genommen hat und ich mich dann gerne noch etwas mehr mit den
Offenbarungen beschäftigt und noch ein paar Antworten bekommen
hätte. Dennoch wirkt der Rest positiv nach.
Auch die Nebenfiguren bleiben teils
leider etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück, da ich einige gern
noch genauer kennengelernt hätte. Protagonistin Olivia fand ich aber
sehr tiefgründig und ihre innere Zerrissenheit zwischen ihrer
professionellen Distanz und ihrer persönlichen Verwicklung fand ich
gut dargestellt und sehr glaubwürdig.
Gelesen wird die Geschichte von Vera
Teltz und Achim Buch. Beide haben eher etwas dunklere und
geheimnisvolle Stimmen, weshalb sie super zur Geschichte passen.
Fazit:
Eine
vielschichtige und komplexe Geschichte, die eher mit subtiler, aber
durchgängiger Spannung erzählt wird. Die Themen sind tiefgründig
und unterhaltsam, die Zusammenhänge erst mit der Zeit erkennbar und
es gibt auch noch wahre historische Hintergründe, die ich
interessant und erschreckend zugleich fand. Dem Autor ist hier ein
besonderes Gesamtwerk gelungen, das aber leider durch das abrupte
Ende etwas negativ gefärbt wird. Denn, hier schießt der Autor seine
fein säuberlich aufgebauten Offenbarungen einfach raus und gibt
seiner Protagonistin und auch dem Hörer keine Möglichkeit mehr,
sich nochmal wirklich damit zu befassen. Zwar gibt es noch einen
Epilog, ein paar Monate später, aber der hatte nicht den Fokus, den
ich mir gewünscht hätte. Somit wirkt der Rest zwar positiv nach,
aber ein unnötiger Wermutstropfen bleibt trotzdem, weshalb es am
Ende nicht ganz für die Höchstwertung reicht, sondern es sich bei
soliden 4 Buchherzen einpendelt.
Herzlichen Dank an den Argon Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs.
Infos zum Autor (Quelle: Argon-verlag):
Als Matthew Blake hörte, dass der Mensch im Durchschnitt 33 Jahre des
Lebens schlafend verbringt, spürte er den Sog einer Geschichte. Er
begann zum Thema »Schlaf und Verbrechen« zu recherchieren und auch über
das mysteriöse Resignationssyndrom. Was ihn zu der spannenden Frage
führte: Wenn jemand beim Schlafwandeln einen Mord begeht, ist er dann
schuldig oder unschuldig? Die Idee zu Anna O. war geboren – und
elektrisierte Menschen weltweit. Die Rechte am Manuskript wurden
innerhalb von 48 Stunden auf alle Kontinente verkauft, der Roman
erscheint in über 30 Ländern weltweit. Matthew Blake studierte Anglistik
an der Durham University und am Merton College in Oxford und arbeitete
als Rechercheur und Redenschreiber für das britische Parlament.
Info zu den Sprechern (Quelle: Argon-verlag):
Vera Teltz ist neben diversen Theater- und Fernsehrollen bekannt als die
Stimme von Filmgrößen wie Helena Bonham Carter, Naomie Harris, Alicia
Keys und Elizabeth Banks. Ihre elegante und ausdrucksstarke Stimme macht
sie zu einer beliebten Hörbuchsprecherin.
Achim Buch ist vor allem am Theater zu Hause. Seine Stationen führten
ihn als Ensemblemitglied u.a. an das Schauspiel Frankfurt, das
Schauspielhaus Hamburg und das Thalia Theater Hamburg. Darüberhinaus ist
er für Fernsehen, Rundfunk und Synchron tätig. Als Hörbuchsprecher
beeindruckt er mit tiefer Stimme und großer Spannbreite: Er hat bereits
Texte von Arne Dahl bis Walter Kempowski vertont.
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