Samstag, 4. April 2026

Hörbuchrezension: The House Saphir: Der blutige Schlüssel - Marissa Meyer

Titel: The House Spahir - Der blutige Schlüssel
 Autorin: Marissa Meyer  
Sprecherin: Dagmar Bittner 
Übersetzerin: Aimée de Bruyn Ouboter
Laufzeit: 13 h 06 Min - ungekürzt
  Verlag: Argon Hörbuch        
Preis: ab: 23, 23 € - Download  - Im Abo günstiger  
Ersterscheinung: 23. Feb. 2026          
Reihe: Nein
 
 
 
 

Kurzbeschreibung:

Mallory Fontaine ist vieles – eine gewiefte Fremdenführerin, eine talentierte Zeichnerin und: Sie kann mit Geistern kommunizieren. Doch als sie eine Gruppe von Gästen durch das berüchtigte Haus Saphir führt, wird aus einer gewöhnlichen Tour eine Reise in die dunkle Vergangenheit des Anwesens. Als dann noch ein mysteriöser Fremder auftaucht, der mehr mit dem Haus und seiner Geschichte zu tun haben könnte, als er zugibt, wird aus einer harmlosen Tour ein gefährliches Spiel ums Überleben. Kann sie die Wahrheit hinter den Legenden des Hauses Saphir aufdecken, bevor sie selbst zur nächsten Legende wird?

Meinung:

Nachdem ich die „Luna-Chroniken“ der Autorin so genial fand, wollte ich schon länger mal was neues von ihr lesen oder hören und so hat sich „The House Saphir“ angeboten, auch weil es nach einer interessanten und etwas mystischen Geschichte klang und ich Märchenadaptionen auch immer zusätzlich spannend finde.

Ich war zu Beginn schon etwas irritiert, da man zum Einstieg ein Bestiarium mit einer Aufzählung unterschiedlichster Fantasywesen erhält, die eigenartige Namen haben und die man nicht zuordnen kann. Dies hat mich eher etwas erschlagen, als dass ich es hilfreich fand. Den Start in die Geschichte selbst fand ich aber eigentlich recht gut. Man ist gleich bei einer von Mallorys Führungen durch das Haus Saphir dabei und erlebt schon gleich die Besonderheiten. Zum einen wird deutlich dass Mallory eine gewiefte Schwindlerin ist, aber auf der anderen Seite auch mit Geistern sprechen kann.

Ich fand die Ausgangslage wirklich interessant, leicht gruselig, aber hauptsächlich humorvoll und auch gut vorstellbar und die Hintergründe wirklich interessant und teilweise auch tiefgründig. Was mich leider nicht so wirklich überzeugen konnte, war die Umsetzung davon.

Zum einen fand ich das World-Building kaum vorhanden. Man kann sich denken, dass man irgendwo in einem alternativen Frankreich in der Vergangenheit unterwegs ist, aber ganz klar, wird das nie. Man wird einfach irgendwo hineingeworfen, und erhält ab und an mal einen kleinen Einblick, der für mich aber selten ausreichend war. Ich fand nicht nur das Magsiesystem, sondern auch das System der vielfältigen Götter und ihrer Gaben eigentlich voll interessant, aber näher darauf eingegangen wird kaum und auch das Grundmärchen kann man nur erkennen, wenn man es eben vorher gut kennt. Und auch diese eingeworfenen Bestien fand ich eben eher störend, als unterhaltsam. Da ich mit den ausgefallenen Namen (Trotz des Bestiariums zu Beginn) nichts anfangen konnte und mich das eher verwirrt hat, als wenn man Bezeichnungen gehabt hätte, denen man als Fantasyleser schon mal begegnet wäre.

Ein weiterer Minuspunkt war für mich die Tatsache, dass der Plot oftmals kaum voran ging. Es dauert gefühlt ewig, bis Mallory auf die Idee kommt, sich mal mit den Geistern vor Ort auszutauschen und ähnliches. Viel Zeit wird für Beschreibungen der Einrichtung oder für Schwärmereien für den Grafen oder ähnliches verschwendet. Deshalb baut sich die Spannung nicht kontinuierlich auf, sondern hat immer wieder Durchhänger. Dennoch kommt es zu großen Erwartungen an das Ende und die Auflösung betreffend und an sich muss ich sagen, dass es zwar einen actionreichen Showdown und einige nette Wendungen gab, aber das Potential wurde einfach nicht richtig genutzt. Das zieht sich etwas durch die ganze Geschichte und bleibt auch am Ende so.

Nichtsdestotrotz fand ich Mallory als Protagonistin ziemlich interessant. Sie ist kein klassischer Sympathieträger, aber mich hat sie mit ihrer trockenen, schlagfertigen und besonderen Art dennoch mitgezogen und zum Lachen gebracht. Also an sich habe ich sie schon gern begleitet, wenn es eben um das Hauptthema und nicht um die ganzen Nebensächlichkeiten ging. Die anderen Charaktere sind leider alle etwas blass geblieben. Die Liebesgeschichte hab ich nicht gefühlt, fand ich aber zumindest einigermaßen nachvollziehbar.

Sprecherin Dagmar Bittner hat wieder einen genialen Job gemacht und dafür gesorgt, dass ich trotzdem immer wieder dran geblieben bin und ich mich gut in Mallory hineinversetzen konnte.

Fazit:

Eine interessante, leicht gruselige Ausgangslage, eine höchst humorvolle Erzählweise und eine ungewöhnliche Protagonistin haben leider nicht gereicht, um mich wirklich zu überzeugen. Dafür wurde einfach zu wenig von dem vorhanden Potential genutzt, es gab leider kaum stimmiges World-Buidling und zu viel Fokus auf Nebensächlichkeiten. Insgesamt bleibt etwas Enttäuschung zurück, weshalb ich trotz der guten Ansätze eher knappe 3 Buchherzen vergebe.
Herzlichen Dank an den Argon Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs.


Infos zur Autorin (Quelle: Argon-verlag):
Marissa Meyer liebt Fantasy, Grimms Märchen und Jane Austen. Sie hat Kreatives Schreiben mit dem Schwerpunkt Kinderliteratur studiert und arbeitete viele Jahre als Lektorin. Mit ihrem Debüt Die Luna-Chroniken legte sie sofort eine NYT-Bestseller-Serie vor. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Seattle. Mehr unter www.marissameyer.com.
 
Infos zur Sprecherin (Quelle: Argon-verlag):
Dagmar Bittner ist als Hörbuchsprecherin ausgesprochen vielfältig und schafft mit ihrer intensiven Altstimme mühelos den Spagat zwischen spannungsreichen, gefühlvollen und informativen Stoffen.
 

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