Montag, 28. Juli 2014

Rezension: Silber: Das zweite Buch der Träume - Kerstin Gier




Titel: Silber - Das zweite Buch der Träume
Autorin: Kerstin Gier
Seiten: 416
Verlag: Fischer Jugendbuch
Preis: 19, 99 € 
Ersterscheinung: 23. 06. 14
 
Reihe: Teil 2 von 3 







Kurzbeschreibung:
Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts …

Meinung:
Die langersehnte Fortsetzung ist endlich da und viel zu schnell gelesen. 

Wie bei allen Geschichten von Kerstin Gier, ist auch hier der Schreibstil das Hervorstechendste für mich. Wer noch nie ein Buch der Autorin gelesen hat, sollte das schnellstens nachholen, und wer schon das eine oder andere von ihr gelesen hat, der weiß, was ich meine. Frau Gier hat das Talent urkomische Geschichten zu schreiben und dabei nie lächerlich oder übertrieben zu wirken, oder das emotionale außer Acht zu lassen. Auch hier gibt es wieder einen großen Anteil schlagfertiger Dialoge, einmaligen Sarkasmus und göttliche Ironie. Dieses Mal hat die Autorin zusätzlich Fußnoten eingebaut, die manchmal weiterführende Erklärungen und Kommentare liefern und ein bisschen an die Bartimäus-Reihe von Jonathan Stroud erinnern. Diese Neuerung kam ein bisschen überraschend, da es sowas im ersten Teil nicht gab und ich glaube ich hätte gut darauf verzichten können, jedoch hat es mich auch nicht sehr gestört.

Aber auch die Figuren in „Silber – Das zweite Buch der Träume“ können sich sehen lassen und überzeugen. Sie machen alle sichtbare Entwicklungen durch und vor allem Henry wird dem Leser etwas näher gebracht, auch wenn er weiterhin sehr geheimnisvoll und undurchschaubar bleibt. Es macht einfach Spaß zu verfolgen, was sich die Autorin wieder Neues ausgedacht hat und wie ihre authentischen und originellen Figuren diese Ideen umsetzen.

Zur Handlung muss ich sagen, es ist leider ein eher typischer und dadurch etwas schwächerer zweiter Teil einer Reihe. Zwar geht es immer noch um die besondere Idee des Traumwandelns und dabei gibt es auch den ein oder anderen netten Einfall und konstante Spannung, jedoch gibt es kaum neue Erkenntnisse und die Aufklärung des ganzen wirkt ein bisschen harmloser als erwartet. Nachdem im ersten Teil ja noch die Beteiligung eines Dämons im Raum stand, sind die Entwicklungen hier eher sehr menschlich und vergleichsweise einfach. 

Wie bereits im Vorgänger gibt es auch hier wieder die allwissenden und schonungslosen Artikel aus dem Tittle-Tattle-Blog, die nochmals kleine Highlights setzen. Sie lockern die Geschichte immer wieder auf und man fragt sich weiterhin, wer wohl dahinter steckt. 

Fazit:
Eine solide Fortsetzung, die man gerne liest und die auf ganzer Linie unterhalten und überzeugen kann. Schreibstil, Charaktere und Besonderheiten sind wie erwartet grandios, jedoch ist die Handlung nicht ganz so inhaltsreich. Zwar ist eine durchgängige Spannung vorhanden, der aber manchmal etwas die Spitzen und die Originalität des Vorgängers fehlen. Nichtsdestotrotz fliegen die Seiten nur so dahin und ich freue mich schon jetzt auf den Abschlussband. Von mir gibt’s gute 4 von 5 Buchherzen und eine Leseempfehlung.

Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
1995 begann die zu dieser Zeit nicht wirklich ausgelastete Diplom-Pädagogin mit dem Schreiben. Seither hat Kerstin Gier zahlreiche Frauen- und Liebesromane verfasst, die allesamt von ihren Leserinnen mit Begeisterung aufgenommen werden. Gleich die erste Veröffentlichung, "Männer und andere Katastrophen", wurde mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt. 2005 wurde Kerstin Giers Buch "Ein unmoralisches Sonderangebot" mit dem DeLiA-Literaturpreis als bester deutschsprachiger Liebesroman des Jahres ausgezeichnet. Besonderer Beliebtheit erfreut sich auch die humorvolle Reihe rund um die "Mütter-Mafia", sowie die Edelstein-Trilogie. Unterbeschäftigung wie in der Zeit vor der Schriftstellerei hat die Autorin vermutlich länger nicht mehr erlebt. 

Infos zur Reihe:
1. Silber - Das erste Buch der Träume *klick zu meiner Rezension*
2. Silber - Das zweite Buch der Träume 
3. Silber - Das dritte Buch der Träume (vorraussichtlicher Erscheinungstermin: Juli 2015)

Sonntag, 27. Juli 2014

Bucheingang - Unsere neuen Schätze der letzten zwei Wochen

Hallo Ihr Lieben,

und wieder sind einige tolle Bücher bei uns eingezogen. Wir können einfach nicht genug davon kriegen.

Wie immer sind die Titel zu Amazon verlinkt.


Bei Tauschticket habe ich (Heike) den letzte Teil meiner Evermore Reihe ergattert. Für immer und ewig  Bd. 6 von Alyson Noel durfte bei mir einziehen. Aber auch Steffi hat tolle Bücher ertauscht, nämlich Blind Walk von Patricia Schröder, sowie Oink von Matt Whyman (letzters war zwar ein reiner Cover-Tausch, aber sind die Ferkel nicht süß??).




Vom Chicken House Verlag haben wir Der Giftschmecker von Fletcher Moss zugesandt bekommen. Vielen Dank dafür.




Ganz besonders haben wir uns über unsere ersten Rezensionsexemplare vom Piper Verlag gefreut. Wir erhiehlten Silo von Hugh Howey und Renegade - Tiefenrausch von J.A. Souders. Ganz lieben Dank dafür.




Dann ist noch ein Wanderbuch angekommen, und zwar Dark Canopy von Jennifer Benkau. Lange haben wir darauf gewartet, nun sind wir gespannt, wie es uns gefällt. 



Und vom Blanvalet Verlag haben wir H²O - Das Sterben beginnt  von Ivo Pala bekommen. Vielen Dank dafür.


So, das reicht auch wieder. ;) Nun wünschen wir euch einen schönen Sonntag.
 
Liebe Grüße,
Heike und Steffi

Samstag, 26. Juli 2014

*Rezension* Elvancor Das Land jenseits der Zeit - Aileen P. Roberts


Titel: Elvancor - Das Land jenseits der Zeit
Autor: Aileen P. Roberts
ISBN: 978-3442478767
Seiten: 448
Verlag: Goldmann
Ersterscheinung: 18. März 2013
Teil: 1 von 2
Preis: 12,99 €  Taschenbuch

Kurzbeschreibung
Die 18-jährige Lena hasst das öde Leben in der Provinz. Bis sie sich mit der alten Frau Winter anfreundet, die sie mit ihren fantastischen Geschichten über einen verborgenen Schatz und ein fremdes, magisches Land fasziniert. Lena glaubt ihr jedoch kein Wort. Erst als nach dem Tod der alten Dame seltsame Dinge passieren, kommen ihr Zweifel. Zusammen mit Ragnar, dem attraktiven Enkel der Verstorbenen, macht sich Lena auf die Suche nach dem geheimnisvollen Schatz – und stößt auf ein magisches Land jenseits der Zeit ...

Meinung
„Das Land jenseits der Zeit“ ist der 1. Teil der Fantasy-Dilogie Elvanor. Der Klappentext und vorallem das wunderschöne Cover haben mich darauf aufmerksam gemacht. Voller Erwartungen machte ich mich an das Buch.

Vorneweg muß ich gleich schon mal sagen, das in diesem ersten Teil nicht gar so viel Fantasy vorkommt. Die Story spielt überwiegend in der Gegenwart und nur Ausschnitte schweifen in die Fantasywelt von Elvancor. Mir machte das nicht viel aus, den der Plot war ausreichend mit Spannung gespickt und vollkommen nachvollziehbar und logisch.

Die Autorin hat großen Wert auf das Kennenlernen der Protagonisten, der Familie und das Drum herum gelegt. Emotionen und Gefühle spielen in dem Buch eine sehr große Rolle und tauchen auch reichlich auf. Die Geschichte selbst beginnt langsam, nimmt aber dann rasant an Fahrt an, wobei ich immer den Zwang hatte, sofort weiterzulesen. Dadurch hatte ich die 448 Seiten ganz schnell durch und war begeistert.

Zum Buchende hin überschlagen sich dann die Ereignisse, was aber keineswegs verwirrend auf den Leser wirkt. Und dann zum Schluß bekam ich noch einen kleinen Einblick in das fremde Land Elvancor. Dies machte mir auf jeden Fall Lust, den 2. Teil „Das Reich der Schatten“ baldmöglichst zu lesen. Dort wird es dann mit Sicherheit sehr fantasylastig. Juhu.

Die Charakteren verdienen ein besonderes Lob. Sie wurden gut ausgearbeitet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte positiv weiter. Jeder ist auf seine Art interessant und hat seine Macken. Dies lässt sie noch realer und lebendiger erscheinen.

Ein vermehrtes Augenmerk hat Frau Roberts auf die Ortsbeschreibungen in der fränkischen Schweiz gelegt. Diese gibt’s wirklich und sind sehr detailliert beschrieben. Ein wahres Kopfkino konnte entstehen.

Nun noch zum Schreibstil. Dieser ist fesselnd und sehr bildlich. Mich als Leser band er an das Buch und es machte mir Freude, die Seiten zu verschlingen. Schriftgröße ist ok und die Kapitel wurden einigermaßen kurz gehalten.

Cover
Ein Traum von einem Cover. Lena, vor einem Höhleneingang, vor ihr türkisblaues Wasser. Es sieht einfach mystisch aus und ist auf jeden Fall ein Eyecatcher.

Fazit
„Elvancor – Das Land jenseits der Zeit“ konnte mich überzeugen. Trotz weniger Fantasyelemente war es spannend und mystisch, und die Beschreibungen waren einfach klasse. Er bekommt auf jeden Fall eine Leseempfehlung und 4 von 5 Buchherzen. Das eine Herz Abzug ist nur, weil ich mir für den 2. Teil noch etwas Luft lassen möchte.


Infos zur Autorin: (Quelle Amazon)
Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit "Thondras Kinder" ihr erstes großes Werk bei Goldmann, danach folgten "Weltennebel" und "Feenturm".

Freitag, 25. Juli 2014

Carlsen-Triathlon-Challenge - Aufgaben für August

Huhu ihr Lieben,

der Juli neigt sich schon dem Ende zu und deshalb gibts heute bereits die neuen Zusatzaufgaben für die Challenge, die dieses Mal vielleicht nicht ganz so einfach sind. ;)


http://steffis-und-heikes-lesezauber.blogspot.de/2014/02/es-ist-soweit-wir-starten-unsere-erste.html

Wie bereits bekannt, oder auch nochmal im Challenge-Haupt-Post nachlesbar,  könnt ich euch eine der folgenden Aufgaben aussuchen und wer sie erfüllt, bekommt 5 Extra-Punkte. Für die Erfüllung der Zusatzaufgabe zählen auch Bücher aus anderen Verlagen.



 Hier nun die Aufgaben für August:

1. Lies ein Buch aus dem Chicken House Verlag
   2. Lies ein Buch aus dem Impress Label (e-Book)


Alle anderen, die noch nicht mitmachen können gerne noch einstiegen und mit etwas Arbeit und Glück tolle Preise aus dem Carlsen-Verlag gewinnen.

Rezension: Incarceron: Fliehen heißt sterben - Catherine Fisher




Titel: Incarceron - Fliehen heißt sterben
Autorin: Catherine Fisher
  Seiten: 480
Verlag: blanvalet
Preis:  TB 9, 99 €
Ersterscheinung: 18. 03. 13
  Reihe: Teil 1 von 2

  *klick*  zu Amazon





 


Kurzbeschreibung:
Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt ...

Meinung:
Neben dem ansprechenden Cover ist es hier natürlich der Klappentext, der zum Lesen verführt. Ein lebendiges Gefängnis, sowas habe ich vorher noch nicht gehört. Dementsprechend gespannt war ich auch auf die Umsetzung.  

Incarcerion ist also ein lebendiges Gefängnis, das seine Bewohner mit Argusaugen bewacht. Aber damit nicht genug. Es ist riesengroß und scheint keinen Ausgang zu haben. Das Leben darin gleicht einer Hölle und das, obwohl es einst als Paradies geplant war. Und dass es ein Paradies ist, denken die Menschen außerhalb von Incarcerion noch immer. 

Denn der Plot wird durch zwei verschiedene Handlungsstränge erzählt. Zum einen lernen wir Finn kennen, der in Incarceron lebt und versucht einen Ausweg zu finden. Dabei hat er keine Erinnerungen an seine Kindheit und wird öfters von eigenartigen Visionen, die mit undeutlichen Erinnerungsfetzen einhergehen, heimgesucht. 

Im zweiten Handlungsstrang erhält der Leser einen Einblick in die Welt außerhalb von Incarceron, die aber nicht weniger sonderbar ist. Eigentlich ist die Welt sehr fortschrittlich und hätte die neuste Technik, aber aufgrund eines nicht näher beschriebenen Protokolls, leben die Menschen wie in der Vergangenheit. Es gibt eine herrschende Königin, Technik ist für fast alle verboten, und auch die Lebensweise gleicht eher dem Mittelalter, als der Zukunft. Hauptprotagonistin hierbei ist Claudia, die Tochter des Hüters von Incarceron. Sie soll den unangenehmen Prinzen des Reiches heiraten, obwohl sie das eigentlich gar nicht will. In ihrer Rebellion versucht sie dabei die Geheimnisse von Incarceron zu ergründen und erhält dabei eine Möglichkeit mit Finn in Kontakt zu treten. 

Die Figuren haben mir dabei eigentlich ziemlich gut gefallen. Sie sind alle ein bisschen schwer zu durchschauen und ziehen die Sympathien des Lesers auf sich. So sind mir auch einige Nebencharaktere gut und deutlich in Erinnerung geblieben.

Durch die grausamen Lebensumstände innerhalb von Incarceron, die teilweise auch ziemlich bildhaft beschrieben werden, wird man schnell von der düsteren Atmosphäre im Buch gefangen genommen. Auch wenn einige Wendungen doch etwas vorhersehbar waren, hat es an Spannung nie gefehlt. 

Dafür aber an Erklärungen und Hinweisen, und das an allen Ecken und Enden. Das Buch startet mitten in der Geschichte und es wird mit fremden Begriffen nur so um sich geworfen. Das ist ziemlich verwirrend, aber als Leser denkt man ja doch, dass sich diese Fragezeichen im Verlauf des Romans auflösen werden. Doch leider kam es dazu nicht. Eher im Gegenteil, in mir bildeten sich immer mehr unbeantwortete Fragen, die auf eine zufriedenstellende Antwort hofften, welche schlussendlich aber leider immer ausblieb. Während es mich zu Beginn eher verwirrt hat, wurde ich mit jeder Seite, in der das Ende näher kam, enttäuschter und sogar etwas wütend, auch wenn ein gewisser Unterhaltungsfaktor weiterhin vorhanden war. Aber wirklich Schade, denn das Buch hätte viel Potential gehabt, welches in meinen Augen etwas verschenkt wurde. Die einzige Hoffnung ist, dass der Abschlussband noch einige Erklärungen nachholt.

Fazit:
Eine richtig hervorstechende Idee, eine fesselnde Geschichte, tolle Charaktere und ein guter Schreibstil, aber alles hat einen schalen Nebengeschmack, nämlich die vielen Fragezeichen im Kopf, die sich im Verlauf des Romans auch noch vermehren. Leider fehlen komplett die Hintergründe und genauere Erklärungen, die man bräuchte,  um das Geheimnis hinter Incarceron und der Welt außerhalb auch nur ein bisschen verstehen zu können. Schade, denn so konnte mich die Geschichte zwar unterhalten, aber nicht komplett überzeugen, weshalb ich das Buch mit 3,5 Buchherzen bewerte.

 
Infos zur Autorin (Quelle: Amazon): 
Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales.   

Infos zur Reihe (bereits komplett erschienen): 
1. Incarceron - Fliehen heißt sterben