Donnerstag, 24. Juli 2014

*Rezension* Mich kriegt ihr nicht - Pascale Maret


Titel: Mich kriegt ihr nicht
Autor: Pascale Maret
ISBN:  978-3944572123
Seiten: 220
Verlag: Mixtvision
Ersterscheinung: 28. Juli 2014
Preis: 12,90 €  Taschenbuch

Kurzbeschreibung
Harrison Travis ist 19, als er im Gefängnis sitzt und seine Geschichte aufschreibt: mit 9 Jahren klaut er das erste mal eine Pizza, weil er Hunger hat. Von da an nimmt er sich, was er zum Leben braucht, bis er im Jugendgefängnis landet. Als er abhaut, beginnt eine abenteuerliche Flucht quer durch die USA, bei der er der Polizei immer wieder entwischt und weltweit zum Medien- und Facebook-Star wird. Harrison Travis klaut nicht, um fette Beute zu machen. Er klaut, was er gerade benötigt Essen, Schlafsack, Autos. Und, na ja, Flugzeuge obwohl er nie eine Flugstunde absolviert hat ... Eine Leidenschaft, für die er bereit ist, jedes Risiko einzugehen.

Meinung
Der interessane Klappentext machten mich auf dieses Buch ganz neugierig und als ich es dann vom Mixtvision Verlag als Leseexemplar bekam, war ich schon ganz gespannt darauf.

Ich muß sagen, überzeugen konnte es mich dann doch nur mittelmäßig. Das Buch war zwar kurz, trotzdem zogen sich die 223 Seiten etwas. Ich weiß nicht, wie ich es genau beschreiben soll, aber es wirkte auf mich irgendwie abgehakt, nicht rund und harmonisch. Trotz der Kürze der einzelnen Kapitel, fehlten mir einfach die Übergänge. Wie gesagt, irgendwie nicht rund. Der Schreibstil war sehr einfach, manchmal vielleicht etwas zu einfach. Es kam bei mir keine positive Stimmung rüber.

Die Handlung spielt aus Sicht von Harrison, der im echten Leben Colton Harris-Moore heißt, beruht auf eine wahre Begebenheit und wird in der Ich-Perspektive erzählt. Schon von klein auf muß Harrison stehlen, einfach nur um seinen Hunger zu stillen. Dies artet im Laufe der Jahre aus und er wird immer dreister. Gut, bis zu einem Punkt kann ich es ja verstehen, aber während er älter wurde, zeigte er nicht wirklich Reue und machte einfach so weiter.

Zum Charakter selbst muß ich sagen, das mir Harrison mit seien 19 Jahren dann doch etwas kindisch und trotzig rüberkam. Gut, das Leben hatte ihn gebranntmarkt, aber etwas vernünftiges Denken wäre schon angebracht gewesen. Ich spürte in jedem Satz seine Unzufriedenheit mit seinem Leben, merkte aber leider nicht, das er es gerne geändert hätte.

Gut fand ich wiederum, die detaillierten Ortsbeschreibungen. Ich konnte mich gut orientieren und mir alles bildlich vorstellen. Auch Emotionen und Gefühle hat die Autorin perfekt rübergebracht. Am Ende des Buches dachte ich mir dann, irgendwie geschieht es im Recht, im Knast zu sein, aber irgendwie hatte ich auch etwas Mitleid mit ihm. Im Prinzip konnte er ja doch nichts dafür.

Cover
Das Cover finde ich ansprechend und ganz ok. Text und Bild passen perfekt zum Inhalt des Buches.

Fazit
„Mich kriegt ihr nicht“ ist ein Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Er konnte mich bedingt überzeugen und ich hatte doch einige gute Lesemomente damit. Im Großen und Ganzen hätte man vielleicht noch etwas mehr daraus machen können. Er bekommt von mir 3 von 5 Buchherzen und eine Leseempfehlung.

Vielen Dank an den Mixtvision Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplares.

Infos zur Autorin: (Quelle Amazon)
Pascale Maret unterrichtete zunächst französische Literatur in mehreren fernen Ländern, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie denkt sich am liebsten Abenteuergeschichten aus, die an Orten spielen, an denen sie gelebt oder die sie bereist hat.

Mittwoch, 23. Juli 2014

*Rezension* Sportstadtmord - Tatort Steilshoop- Klaus Struck


Titel: Sportstadtmord - Tatort Steilshoop
Autor:  Klaus Struck
ISBN: 978-3862822805
Seiten: 292
Verlag: Acabus
Ersterscheinung: 16. Mai 2014
Preis: 13,90 €  broschiert
Kurzbeschreibung
Der mysteriöse Tod eines beliebten Ausbilders am Hamburger AFA Umschulungsinstitut in Steilshoop sorgt für Aufregung. Nicht nur der Fundort und Todeszeitpunkt, sondern auch die ungewöhnliche Drapierung des Toten stellen die Kripo vor eine schwierige Aufgabe. Erst mithilfe von Cybercrime-Spezialisten werden ungeahnte Machenschaften am Institut aufgedeckt. Das Opfer nutzte das firmeneigene Penthouse für besondere Soirées mit bekannten Kiez-Größen, und die bisher unentdeckte Anwesenheit eines Militariavereins in der fast vergessenen, ungenutzten U-Bahn-Station der Anlage erweitert das potenzielle Täterumfeld. Doch Kommissar Schrenk und sein Team werden den Verdacht nicht los, dass der Mord nur ein Mittel für einen ganz anderen Zweck war.

Meinung
Ein wirklicher Hamburg-Krimi! Gleich auf den ersten Seiten geschieht ein Mord, aber auf mysteriöse Weise. Die Polizei ist sofort zur Stelle und wird vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Im Laufe der Zeit ergeben sich viele Motive und Täter, welche aber leider zu keinem zufriedenstellendem Ergebnis führen. Alles stehen vor einem Rätsel. Ich muß sagen, das sich die Handlung sehr in die Länge zog und nicht wirklich Spannung bei mir aufkam.

Die Ermittlungen gehen schleppend voran, alles könnte möglich sein. Gut fand ich, das ich als Leser, viel von der polizeilichen Ermittlungsarbeit mitbekam. Diese wurde sehr ausführlich und detailliert vom Autor beschrieben, nur leider hatte ich ungefähr in der Mitte des Buches aber auch dann genug davon. Es wurde mir einfach zuviel. Ich sah keinen roten Faden mehr und der Plot zog sich nur so dahin.

Desöfteren legte ich das Taschenbuch somit an die Seite und brauchte für die nur 288 Seiten dann auch ziemlich lange. Es war kein Ende in Sicht, geschweige denn ein Mörder unter Tatverdacht. Dies zog sich dann bis fast zum Ende und dann kam der Schluß so abrupt, so schnell konnte ich gar nicht schauen. :-( Da hätte ich mir dann mehr Ausführlichkeit gewünscht.

Die Charakteren waren zwar authentisch, aber einen richtigen Bezug fand ich nicht. Vielleicht hätte man mehr von der Polizeiarbeit abzwacken müssen und sich mehr der Darstellung der Charkateren witmen können. Diese waren mir einfach dann doch zu oberflächlich.

Der Schreibstil war ok, die Schriftgröße auch, was mir aber vermehrt aufgefallen ist, waren die vielen Trennungsfehler im Text. Dies störte ein wenig meinen Lesefluß. Auch die einzelnen Kapitel waren mir zu lange.

Cover
Das Cover ist unscheinbar und hätte mich im Laden wahrscheinlich nicht angesprochen. Ganz in grau gehalten, mit einem Umriss der Leiche und wenigen Blutstropfen. Die Schrift wurde auch in schwarz gehalten.

Fazit
„Sportstadtmord – Tatort Steilshoop“ konnte mich nur bedingt überzeugen. Mir fehlte die Spannung und der Bezug zu den Charakteren. Aus dem doch aktuellen Thema hätte man vielleicht mehr machen können. Dieses Werk erhält von mir 2 von 5 Buchherzen und leider keine Leseempfehlung.

Vielen Dank an den Acabus Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplares.

Infos zum Autor: (Quelle Amazon)
Klaus Struck wurde 1953 in Hamburg geboren und wuchs am Stadtrand der Hansestadt auf. Nach einer Ausbildung zum Flugzeugmechaniker bei der Lufthansa, studierte er Maschinenbau und ist seitdem als Ingenieur im Bereich Luftfahrt und Automobilbau tätig. Ein Aufenthalt in einem Flüchtlingslager der Polisario in der Westsahara 2010 beeindruckte ihn derart, dass er das Bedürfnis, darüber zu berichten, mittels eines Krimis umsetzte. Er verarbeitet in seinen Krimis nicht nur aktuelle Ereignisse, sondern auch Erfahrungen aus seinem Berufsumfeld. Sein neuer Krimi, der ausschließlich in Hamburg spielt, zeichnet sich durch Aktualität und Lebensnähe aus. Man merkt: Der kennt sich aus, weiß, wovon er schreibt, steht im wirklichen Leben und greift aktuelle Themen wie Facebook-Fahndung, Handy-Tracking u. ä. auf. Neben seinem Beruf engagiert er sich in seinem Stadtteil ehrenamtlich, u.a. in einer Geschichtswerkstatt.

Dienstag, 22. Juli 2014

*Rezension* Weil ich Layken liebe - Colleen Hoover


Titel: Weil ich Layken liebe
Autor: Colleen Hoover
ISBN:  978-3423715621
Seiten: 352
Verlag: dtv
Ersterscheinung: 1. November 2013
Teil: 1 von 3
Preis: 8,95 €  Taschenbuch

Kurzbeschreibung
Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück – drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg…

Meinung
Das tolle Cover und der Klappentext machten mich neugierig auf dieses Buch. Da ich aber eigentlich nicht so der Liebesromane Typ bin, ging ich ohne hohe Erwartungen ran. Und ich muß sagen, ich wurde positiv überrascht.

Die Geschichte beginnt ganz normal. Will und Layken lernen sich kennen und mögen. Verlieben sich und dann kommt die große Klatsche. Das reale Leben beginnt und bringt viele Probleme mit sich. Und diese sind nicht ganz ohne. Mehr verrate ich nicht, müßt ihr selben lesen. Nur soviel gesagt, die Autorin hat sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, alles wirklich emotional, nicht kitschig, und authentisch rüber zu bringen. Mit Erfolg. Bitte Taschentücher bereitlegen. :-)

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Layken erzählt. (Drum hat mich am Anfang der Titel etwas verwirrt, ich meinte das Will erzählt).Diese war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist der Typ, der gerne auf sein Bauchgefühl hört. Mittendrin aber auch hitzig und teilweise etwas stur. Aber das ist für eine 18jährige doch normal, oder? Will dagegen, auch der totale Sympathiträger, ist bodenständig und pflichtbewusst. Und absolut romantisch......Auch die anderen Charakteren, wie die zwei Coulder und Kel, Laykens Mutter oder auch ihre etwas verrückte Freundin Eddie kamen bei mir sehr gut an und wurden von Frau Hoover sehr gut in Szene gesetzt.

Der intensive Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr emotional. Eine wahre Achterbahn der Gefühle. Ich mußte oft lachen, mich wundern oder war wütend. Einfach halt wie aus dem echten Leben. Die Kapitel wurden kurz gehalten und vor jedem Kapitelanfang ist eine Strophe aus einem Lied der Avett Brothers. Die Schriftgröße ist ok, genau richtig für ein Jugendbuch. Da ich wie gebannt von der Geschichte wahr, hatte ich die 351 Seiten an einem Tag durch.

Das Ende ist in sich stimmig und für mich eigentlich abgeschlossen. Trotzdem bin ich schon gespannt auf den nächsten Teil. Der Nachfolger „Weil ich Will liebe“ liegt schon auf meinem SuB und wartet, auch verschlungen zu werden.

Cover
Das Cover hat irgendwas an sich, das mich angezogen hat. Eigentlich ganz unspäktakulär, trotzdem hat es was. Pink und weiß sind die dominanten Farben. Für mich ein absoluter Eye-Catcher.

Fazit
Mit ihrem Roman-Debüt „Weil ich Layken liebe“ konnte mich die Autorin Colleen Hoover sehr gut überzeugen. Es ist eine emotionale Geschichte über Familie, Liebe und Freundschaft und auch die Tragik des Lebens. Emotional mit nichts zu vergleichen. Daher bekommt es von mir 4 von 5 Buchherzen und eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Jugendliche. 

 

Infos zur Autorin: (Quelle Amazon)
Colleen Hoovers Erfolgsgeschichte ist beinahe unglaublich: Eigentlich schrieb sie >Weil ich Layken liebe< als Weihnachtsgeschenk für ihre Mutter, aufgrund der guten Resonanz in ihrem Umfeld veröffentlichte sie es dann aber selbst als E-Book - und verkaufte zwei Monate später bereits 200 Bücher am Tag. >Weil ich Layken liebe< landete noch vor >50 Shades of Grey< auf der New-York-Times-Bestsellerliste! Mittlerweile hat sie drei Romane publiziert, die alle Bestseller wurden. 2014 erscheint bei dtv der Folgeband >Weil ich Will liebe<.
Colleen Hoover lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas.

Montag, 21. Juli 2014

Rezension: Vollstrecker der Königin: Das grüne Tuch - Angelika Diem

 

Titel: Vollstrecker der Königin: 
Das grüne Tuch
Autorin: Angelika Diem 
Seiten: 234
Verlag: Machandel 
Preis: ebook: 1,99, TB: 9,90 €
Ersterscheinung: 09. 05. 2014
Reihe: Prequel vor Teil 1 von ?







Kurzbeschreibung:
Anthologie mit drei Novellen aus der Welt der Vollstrecker der Königin. 

Das Grüne Tuch Caitlynns Wunsch, sich im Schwarzen Turm zur Vollstreckerin ausbilden zu lassen, wird von ihren Elterngezielt sabotiert. Da sie sich durch ihr Charisma als unbrauchbar für den Heiratshandel erweist, beschließt ihre Mutter Caitlynn dorthin zu „entsorgen“, wo sie gezwungen sein wird, einen völlig anderen Weg einzuschlagen
Halbe Hand Als Caitlynns Großmutter Melana sich weigert, dem Fürsten zu Faelin als Heilerin beizustehen, entführen seine Untergebenen kurzerhand die sechzehnjährige Caitlynn, um die alte Meisterin-der-Heilkunst gefügig zu machen. Als „Gast“ des Fürsten kommt die neugierige Caitlynn rasch dahinter, dass es hinter Faelins goldener Fassade gärt und das nicht nur wegen der rätselhaften Krankheit des Fürsten, an der selbst einer der besten Heiler des Reiches sich schon die Zähne ausgebissen hat. 
Schmerztrinker Im Sommer nach ihrem siebzenten Geburtstag lernt Caitlynn auf dem Festmarkt bei Gelbried den sympathischen “Einsiedler” Alban kennen. Während sie sich mehr und mehr zu ihm hingezogen fühlt, ballen sich schwere Wolken über Gelbried zusammen. Zwischen den Dorfbewohnern und den Siedlern aus dem Inneren Aschenwald, die auf dem Markt ihre Waren feilbieten, häufen sich Feindseligkeiten. Noch bevor die ersten Himmelsfeuerräder fallen, verdichten sich die Zeichen, dass sich hier mehr entladen wird als nur ein heftiges Sommergewitter.

Meinung:
Nachdem es nun schon wieder etwas mehr als ein Jahr her ist, dass ich die kurze, aber sehr unterhaltsame und einprägsame Geschichte „Der Baeldin-Mord“ gelesen habe, gabs nun endlich neues von Protagonistin Caitlynn und ihrer innovativen Welt zu lesen. Zwar leider noch keine Fortsetzung, aber zumindest interessante Einblicke in ihre Jugend . 

Also eigentlich sind Kurzgeschichten ja nicht so meins, aber da sich diese an eine bereits bekannte Geschichte anlehnen, habe ich mich doch daran versucht.

Und ich kann wirklich sagen, dass ich mich freue, endlich mehr von Caitlynn erfahren zu haben. Dabei sind die drei Erzählungen ziemlich unterschiedlich, können aber alle auf ihre Weise fesseln, unterhalten und das bereits bekannte Wissen positiv erweitern und vertiefen.

Das besondere an der Welt von Angelika Diem sind die bisher unverbrauchten Ideen, und davon gibt es wirklich viele. Wie auch schon im „Hauptroman“ kommen für meinen Geschmack manche Erklärungen wieder ein bisschen zu kurz, aber nichtsdestotrotz erfährt man auch viel Neues und Interessantes. 

Zu Beginn der Erzählung ist Caitlynn 15 Jahre alt und muss sich den Bestimmungen ihrer Eltern fügen, hat aber dennoch schon viel von ihrer späteren Stärke. Auch wenn sie zuerst gezwungenermaßen von ihrem Wunsch Vollstreckerin zu werden abkommt, ist es doch schön zu sehen, wie sie immer mehr dazu lernt und ihren Gerechtigkeitssinn stetig weiterentwickelt.

Man lernt hierbei viele neue Charaktere kennen, die dafür, dass es sich nur um Kurzgeschichten handelt, wirklich gut und tiefgründig beschrieben werden. Außerdem findet schnell Sympathieträger, von denen man gerne noch mehr lesen würde. 

Auch beim Schreibstil der Autorin gibt es wieder nichts zu meckern. Die ganze Anthologie strahlt trotz der unterschiedlichen Geschichten, irgendwie eine ruhige, aber dennoch unterhaltsame Art aus und ist ungeachtet manch fehlender Spannungsspitzen nie langweilig.

Fazit:
Drei interessante Kurzgeschichten, die etwas mehr der spannenden und innovativen Welt von Caitlynn der Vollstreckerin offenbaren. Dabei zeigt die Autorin in ihren besonderen Beschreibungen wieder ein gutes Händchen und weiß den Leser zu fesseln. Von mir gibt’s 4 Buchherzen und die neugeweckte Vorfreude auf die Fortsetzung. 
Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung des Ebook-Exemplars.

Infos zur Autorin (Quelle: Autorenpage):
Angelika Diem wurde 1968 geboren und lebt in Bludenz / Österreich. Sie schrieb ihre ersten Geschichten auf einer alten Schweizer Schreibmaschine und bezeichnet sich selbt als leidenschaftliche Leseratte. Als Autorin ist sie sehr vielfältig unterwegs, da sie Kindergeschichten, Märchen, Ratgeber, Fantasy, Mangas und noch mehr schreibt.  Außerdem liebt sie ihre Arbeit als Lehrer und Schulbibliothekarin. 

Infos zur Reihe:
0. Das grüne Tuch
1. Der Baeldin-Mord *klick zu meiner Rezension*

Sonntag, 20. Juli 2014

Rezension: Verloren in der grünen Hölle - Ute Jäckle





Titel: Verloren in der grünen Hölle
Autorin: Ute Jäckle 

  Seiten: 470 
Verlag: bookshouse 
Preis: ebook 3,99, TB: 15,99 € 
Ersterscheinung: 15. 07. 14  
  Reihe: Nein?
  *klick*  zu Amazon








Kurzbeschreibung:
Das Leben der siebzehnjährigen Kolumbianerin Elena verläuft glücklich und sorgenfrei. Bis sie eines Tages gemeinsam mit zwei Freundinnen auf dem Weg zu einem Einkaufsbummel entführt und in das Camp einer professionellen Kidnapperbande mitten im Regenwald verschleppt wird. Eine Zeit voller Todesangst und Schrecken bricht für die Mädchen an, denn der cholerische Bandenführer Carlos kennt keine Gnade.

Elena will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden, sie rebelliert mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Männer und fordert damit den Zorn von Carlos heraus. In letzter Minute beschützt der attraktive Entführer Rico sie vor dem gefährlichen Anführer und stürzt Elena in einen Gewissenskonflikt. Ehe Elena bewusst wird, auf was sie sich einlässt, zieht es sie in einen reißenden Strudel aus Leidenschaft und tödlicher Gefahr.

Meinung:
Also ohne Frage, Cover und Klappentext sind sehr ansprechend und vor allem bietet das Buch eine Geschichte, die ich so noch nicht gelesen habe. 

Die Geschichte beginnt gleich nach den ersten Seiten mit der schrecklichen Entführung und den ungewissen und angsteinflößenden Tagen als Geisel mitten im Dschungel. Aber trotz der ziemlich detaillierten Beschreibungen der Zustände, hat es irgendwie etwas lange gedauert, bis ich zu 100 Prozent ins Buch gefunden habe. 

Dies lag aber sicher nicht an den gut platzierten kritischen und gefährlichen Szenen. Bei denen war ich von Beginn an mitten drin, habe mit den Protagonisten gelitten und ihre Ängste geteilt. Doch bei den eher „alltäglichen“ und relativ normalen Szenen der Geiselzeit hat mir anfangs einfach noch ein bisschen der Bezug bzw. das Gefühl zu den Charakteren gefehlt hat.

Das lag, glaube ich, auch daran, dass Protagonistin Elena etwas speziell ist. Sie ist ziemlich taff und rebellisch und verhält sich oft nicht wirklich logisch und nachvollziehbar.  Mit ihrem unsinnigen Widerstand bringt sie sich und ihre Freundinnen ziemlich in Gefahr. Aber auf der anderen Seite kann ich auch nicht abstreiten, dass mich ihr Mut, vom Prinzip her, auch beeindruckt hat. Auch wenn sie im Verlauf des Romans dann ruhiger, angepasster und auch verletzlicher wird, behält sie ihren Mut doch bei und kämpft auch weiterhin ohne sich um die Folgen zu scheren. In der Gesamtbetrachtung also eine mehrdimensionale Protagonistin, deren Taten man zwar nicht immer nachvollziehen kann, die aber ihrer Linie treu bleibt. 

Die anderen Protagonisten, vor allen die Entführer, bedienen teilweise schon ein paar Klischees, jedoch kommen bei vielen auch noch ein paar andere Seiten zum Vorschein, so dass (zum Teil auch eher unschöne) Entwicklungen und Hintergründe erkennbar sind.

Die Geschichte an sich ist auf jeden Fall spannend und actionreich und für ein Debüt sehr flüssig geschrieben. In der ersten Hälfte sind die Wendungen zwar leider noch etwas vorhersehbar, jedoch wird die Gangart des Romans dann um einiges Härter als erwartet. So wurde ich oft überrascht und nicht selten regelrecht schockiert, wodurch ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.

Ein sehr zwiespältiger Punkt ist die Liebesgeschichte zwischen Elena und Rico, auf der ein Großteil der Handlung aufbaut. Während des Lesens und auch jetzt noch, bin ich mir nicht wirklich schlüssig wie wahrscheinlich, konstant und normal ich so eine Verbindung zwischen Entführer und Geisel sehen kann. Da die Liebe aber bekanntlich oft ungewohnte Wege geht und die Autorin die Situation so gut und nachvollziehbar wie möglich darstellt, konnten mich diese Schilderungen auch fesselnd unterhalten. Dennoch ist aber die Skepsis dabei nie ganz gewichen. 

Ich fand es gut, dass im Buch auch die Zeit nach der Entführung noch behandelt wird. Zwar wurde im Laufe der Geschichte schon sehr deutlich, dass diese schrecklichen Erlebnisse viel verändert und zerstört haben, aber erst durch die Beleuchtung der Zeit danach wird das ganze Ausmaß ersichtlich. Dabei werden dem Leser auch noch viele Abgründe und Erklärungen geliefert. Das Ende an sich ist ziemlich offen, jedoch gibt es zumindest eine bestimmte Richtung vor, so dass ich ganz gut damit leben kann. 

Fazit:
Ein Roman, der mich auf jeden Fall etwas zwiespältig zurücklässt. Auf der einen Seite war ich gefesselt, schockiert, fasziniert und gut unterhalten, aber auf der anderen Seite konnte ich nicht immer alle Entscheidungen und Handlungen nachvollziehen. Außerdem hat mir, hauptsächlich in der ersten Hälfte, ein wenig der Bezug zu en Charakteren gefehlt und die Wahrscheinlichkeit der Liebesgeschichte lässt mich auch jetzt noch mit etws Skepsis zurück. Am Ende überwiegt aber deutlich das Positive, so dass ich sehr gute 3,5 Buchherzen und eine Leseempfehlung vergebe. 

Meinen Herzlichen Dank an die Autorin und den bookshouse Verlag für die Bereitstellung dieses Ebooks.

Infos zur Autorin (Quelle: Autorenhompage):
Ute Jäckle wurde in Stuttgart geboren. Sie studierte BWL in Nürnberg und verbrachte einige Jahre in den USA. Nach dem Studium arbeitete sie für die Industrie. Schon immer war ihre ganz große Leidenschaft das Lesen, aber mit dem Schreiben begann sie im Sommer 2011 - Quasi über Nacht. Während eines Urlaubs in der Türkei kam ihr plötzlich die Geschichte von "Verloren in der grünen Hölle", ihrem jetzt erschienen Debütroman, in den Sinn.