Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Autorin: Jojo Moyes
Seiten: 512
Verlag: rowohlt
Preis: broschiert 14, 99 Euro
Ersterscheinung: 21. 03. 2013
Reihe: Nein
Autorin: Jojo Moyes
Seiten: 512
Verlag: rowohlt
Preis: broschiert 14, 99 Euro
Ersterscheinung: 21. 03. 2013
Reihe: Nein
Kurzbeschreibung:
Lou & Will. Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer
Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne
in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht
liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie
tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder
so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht
führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und
ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte
von Lou und Will.
Meinung:
Schon eine kleine Ewigkeit ist der Roman „Ein ganzes halbes
Jahr“ in den deutschen Bestsellerlisten vorne mit dabei und der Großteil der Rezensionen,
die ich zu dem Buch gelesen habe, war überschwänglich und positiv. Kein Wunder,
dass ich nun, nachdem ich das Buch endlich lesen durfte mit großer Neugier, aber
auch mit einigen Erwartungen an die Geschichte heran ging.
Der Klappentext und auch das Cover versprechen eine
dramatische Liebesgeschichte, bei der sich die Protagonisten mit einigen
erschwerten Umständen auseinandersetzen müssen. Doch auch wenn das Buch nicht
ganz meinen Erwartungen entsprach, ist „Ein ganzes halbes Jahr“ ein kleiner
Schatz, der so viel mehr bietet und mich emotional vollkommen gefesselt und
überzeugt hat.
In dem Roman spielen so viele bedeutende und schwerwiegende
Themen eine Rolle. Es geht um Familienzusammenhalt, Armut vs. Reichtum, das
Erkennen der eigenen Lebensperspektiven, aber auch das Leben mit plötzlicher
Behinderung, sowie die Umstellung, die das für alle bedeutet, den freien
Willen, den Wunsch nach Beendigung des eigenen Lebens und wie man mit diesem
Wunsch umgeht. Dazwischen geht es natürlich auch um Liebe, Freundschaft, um das
Leben und was es lebenswert macht. Natürlich sind das alles für sich erst mal, keine
neuen und unverbrauchten Themen, jedoch gelingt es Fr. Moyes diese einzelnen,
teilweise doch schwierigen Themen zu einer ergreifenden Geschichte zu
verbinden, die den Leser vollständig ergreift und dabei auch noch so gut wie
ohne Kitsch und Klischees auskommt.
Zusätzlich wird deutlich, dass die Autorin ein besonderes
Geschick hat, ihre ernsten Worte und Themen gefühlvoll und ausdrucksstark zu
vermitteln, aber gleichzeitig die Geschichte auch immer wieder mit viel Witz
und Humor aufzulockern. Dabei wirkt jede Passage wohl überlegt und doch könnte
sie vom Leben selbst geschrieben sein. Der Leser erlebt alles hautnah mit,
kommt dabei vermehrt ins Grübeln, wie er sich wohl in solch einer Situation
entscheiden würde und am Ende bleibt wohl kaum ein Auge trocken.
Und auch die Charaktere sind außergewöhnlich und
eindrucksvoll. Protagonistin Lou war mir eigentlich von Beginn an sympathisch,
doch ihre Familie und ihren Freund fand ich ziemlich eigenartig, ihre neuen
Arbeitgeber hingegen ziemlich kühl. Will selbst war zwar nicht sympathisch,
aber ich konnte seine Gemeinheiten, seine Wut auf das Leben und seine
Frustration verstehen und nachvollziehen.
Dass Will sich im Laufe des Romans mehr öffnet, habe ich durchaus so
erwartet, jedoch war mir nicht klar, inwieweit sich auch Lou entwickeln würde
und dass auch die Nebencharaktere eine sichtbare Entwicklung durchmachen
würden. Am Ende ist Lou eine völlig andere Frau, die bereit ist, einen neuen
Weg in ihrem Leben einzuschlagen und auch viel über die Wünsche / Bedürfnisse
anderer Menschen gelernt hat. Die Nebencharaktere, allem voran Wills Mutter und
Lous Familie, werden im Laufe der Geschichte auch immer vielschichtiger und
tiefgründiger, wodurch ihre unsympathische und eigene Art doch auch einen
Knacks bekommt, und man öfters auch einen Blick auf ihre inneren Werte und Hintergründe
werfen kann.
Fazit:
Ein besonderer Roman, der zu Recht schon so lange in den
Bestsellerlisten logiert. Viele ernste und schwerwiegende Themen werden dem
Leser gefühlvoll und ausdrucksstark nahe gebracht und doch auf ungewöhnliche
und besondere Art und Weise erzählt. Dabei durchlaufen sowohl der Leser, als
auch die Charaktere eine deutliche Entwicklung. Ich bin froh, dass ich dieses
Buch nun endlich gelesen habe, weshalb „Ein ganzes halbes Jahr“ eindeutig die
vollen 5 Buchherzen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung erhält.
Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday
Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet.
Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.
Mit ihrem Roman «Ein ganzes halbes Jahr», der aktuell in Hollywood
verfilmt wird, gelang ihr international der Durchbruch - auch in
Deutschland stand der Roman monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste.









