Samstag, 12. März 2016

Rezension: Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten - Susanna Mewe




Titel: Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten
Autorin: Susanna Mewe
  Seiten: 336
Verlag: Aufbau Taschenbuch 
Preis: 12,99 €
 Ersterscheinung: 12. 02. 2016  
Reihe: Nein






Kurzbeschreibung:
Aber wir sind doch Schwestern …
Vom Freund vor die Tür gesetzt, sucht Mia Zuflucht bei ihrer Schwester Paula und deren idyllischem Heim mit Mann und Kind. Aber Paulas Ehe steht vor dem Aus. Gemeinsam mit ihren anderen beiden Schwestern will Mia nun Paulas Glück retten. Natürlich schlägt der schöne Plan fehl: Wie schon so oft, zerstreiten sie sich und suchen das Weite. Dann erfährt Mia, dass eine von ihnen ernsthaft erkrankt ist. Wieder einmal müssen sich die Schwestern zusammentun, um für einander da zu sein. Doch diesmal wirklich.

Meinung:
Der Klappentext erweckt ja schon etwas falsche Vorstellungen. Ich hatte mir große Entwicklungen nach dem Bekanntwerden der Krankheit und die Verdeutlichung des magischen Bandes der Schwesterliebe erwartet.

Doch handfeste Entwicklungen gibt es hier nur sehr wenige. Diese große Krankheit wird ganz am Ende auf extrem wenigen Seiten abgehandelt und auch vorher gibt es eher viele Rückblenden zur Vergangenheit und Erklärungsversuche, wieso die Schwestern so sind, wie sie sind und wie es zur jetzigen Situation kam. Doch auch das hilft wenig um die Sache wirklich auf den Punkt zu bringen und es wird dabei auf viele unnötige Nebensächlichkeiten eingegangen.

Die Autorin hat vom Ansatz her einen wirklich schönen Schreibstil. Sehr flüssig, locker und gleichzeitig der Situation angepasst, irgendwie unterschwellig bedrückend und chaotisch. Aber doch auch sehr ausschweifend und mit einem zu großen Fokus auf Unnötiges. 

Teilweise hat es die Autorin durchaus geschafft in mir ein leichtes Mitgefühl aufkommen oder mich auch mal schmunzeln zu lassen, aber das war leider zu oft nur in Ansätzen erkennbar. Der Großteil plätschert einfach irgendwie ein bisschen ohne größere Highlights vor sich hin. Das ist etwas schade, da man daraus noch viel mehr hätte machen können. 

Die einzelnen Schwestern werden im Verlauf der Geschichte ganz gut dargestellt. Natürlich lernt man Mia am besten kennen, da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, aber auch von den anderen bekommt man nach und nach ein Bild. Dabei sind sie zwar definitiv nicht extrem sympathisch und haben zumeist ziemlich egoistische und extreme Ansichten, aber trotzdem versuchen sie sich immer wieder zusammenzureißen. Zwar ist das meistens von wenig Erfolg geprägt und macht die Situation eigentlich eher schlimmer, aber dass sie es trotz allem nicht endgültig hinschmeißen und sie doch etwas verbindet, finde ich in großen Teilen recht gut dargestellt.   

Fazit:
Es ist eine nette Geschichte, so wie sie mit kleineren Abstrichen auch das Leben schreiben könnte und die man trotz der nicht gerade sympathischen Figuren gut und schnell lesen kann. Jedoch wäre noch viel mehr Potential vorhanden gewesen. Insgesamt gibt es solide 3 Buchherzen. 
 Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Infos zur Autorin (Quelle: Aufbau-verlag.de):
Susanna Mewe, geboren 1981, studierte in Berlin, Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie lebt als freie Autorin in Berlin, nahm an den Autorenwerkstätten des Wiener Burgtheaters, der Berliner Festspiele und des Deutschen Literaturfonds teil. Ihr Schreiben wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Retzhofer Dramapreis, dem Förderpreis der Münchner Kammerspiele und dem Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste. „Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten“ ist ihr Romandebüt.

Kommentare:

  1. Hallo!
    Danke für die schöne Rezension. Wollte das Buch auch irgendwann noch lesen. Bin gespannt wie es mir gefällt.
    Lg Sonja

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    1. Huhu,
      freut mich, dass dir die Rezi gefällt und dann wünsche ich dir viel Spaß damit. :)

      lg, Steffi

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