Dienstag, 25. Oktober 2022

Rezension: Die Schneekönigin: Kristalle aus Eis und Blut - C. E. Bernard

Titel: Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut
Autorin: C. E. Bernard

Seiten: 368   
Verlag: Penhaligon
Preis: ebook: 12,99 €; HC: 18,00 €
Ersterscheinung: 01. 09. 2022
Reihe: Nein
 
 
 

Kurzbeschreibung:

Jeder kennt ihre Geschichte: Weit im hohen Norden lebt die Schneekönigin in ihrem kalten Palast. Sie ist ein Monster, das Kinder entführt und Eiskristalle in ihre Herzen treibt. Doch ich glaube nicht daran. Im Gegenteil: Ich will, dass die Schneekönigin mein Kind rettet! Denn die Gunst des Winters und seiner eisigen Stürme gehört meinem Reich seit Generationen. Erst als am Tag der Winterwende ein geheimnisvoller Luchs auftauchte, sandte die Schneekönigin mir ihren Zorn. Doch ich werde ihre drei Prüfungen bestehen und meinen Sohn retten. Sogar, wenn ich dabei selbst zu Eis erstarren werde ...

Meinung:

Ich mag Märchenadaptionen ziemlich gerne und habe auch schon ein paar gelesen. Deshalb hat mich „Die Schneekönigin – Kristalle aus Eis und Blut“ auch sofort angesprochen. Jedoch waren alle, die ich bisher gelesen habe, eher modern adaptiert. Auf die Schneekönigin trifft das nicht zu, denn die Handlung spielt 1842 im kalten norwegischen Norden. Ich muss sagen, dass mich das erst mal ein bisschen verwirrt hat, da ich damit nicht gerechnet hatte, dass die Handlung soweit in der Vergangenheit spielt und somit auch Schreibstil und Gegebenheiten eher altmodisch angehaucht sind.

Somit habe ich doch eine Weile gebraucht, um in die Handlung zu finden. Der Anfangsteil beschäftigt sich recht lange mit Protagonistin Greta, die die Burgherrin einer Burg im Norden ist, ein Kind hat, dass sie über alles liebt und sich dem Problem stellen muss, dass der Fjord, der es ermöglicht, ihre Burg im Winter mit neuen Rohstoffen zu versorgen, nicht mehr zuverlässig zufriert.

Außerdem wird der Glaube an die Schneekönigin, zusammen mit den Bräuchen um ihr zu huldigen, immer mehr belächelt und vom christlichen Glauben abgelöst.

Ich muss sagen, dass ich den Anfangsteil zwar ganz nett und irgendwie eindringlich beschrieben, aber nicht besonders spannend fand. Und auch die scheinbar unmögliche Reise, die Greta antritt, um ihren Sohn zu retten, fand ich anfangs sehr speziell und etwas abgedreht.

Aber je weiter sie vorankommt, desto mehr wird deutlich, worauf die Geschichte hinausläuft und dass das Beschriebene, genau das ist, was ein Märchen ausmacht. Als ich das endlich und zugegebenermaßen recht verspätet verstanden habe, war ich dann richtig gefesselt von der Handlung und habe die Details in mich aufgesogen. Ich habe dann alles, auch den Anfang, nochmal neu überdacht und endlich den Sinn des Ganzen verstanden und war begeistert davon, dass die Autorin mit ihrer Adaption hier einen neuen Grundstein für das Originalmärchen legt.

Das Ende hat mich einerseits traurig, aber doch auch überzeugt, sprachlos und etwas hoffnungsvoll zurückgelassen. Nur auf eine einzige Mini-Frage hätte ich gern noch eine Antwort gehabt, aber es ist auch so wirklich mehr als in Ordnung.

Und auch das Nachwort, dass sich unter anderem mit Hans Christian Andersen beschäftigt, fand ich sehr lesenswert.

Fazit:

Eine Märchenadaption, die für mich sehr lange gebraucht hat, um ihre Wirkung zu entfalten, mich danach aber völlig gefesselt und überzeugt hat. Und auch den etwas unspektakulären Beginn fand ich im Nachhinein betrachtet genau richtig und passend. Das Ende hat mich völlig begeistert zurückgelassen und auch noch lange in mir nachgewirkt. Deshalb vergebe ich trotz des schleppenden Beginns knapp die vollen 5 Buchherzen, einfach weil ich das Gesamtkonstrukt faszinierend und richtig genial fand. 
Herzlichen Dank an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Ebook-Leseexemplars.


Infos zur Autorin (Quelle: penguinrandomhouse.de):
C.E. Bernard ist das Pseudonym von Christine Lehnen, die 1990 im Ruhrgebiet geboren wurde und seitdem in Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien und Paris gelebt hat. Sie studierte die Fächer English Literatures and Cultures und Politikwissenschaft, seit 2014 lehrt sie Literarisches Schreiben an der Universität Bonn. Daneben promoviert sie an der University of Manchester über Neuerzählungen des Trojanisches Krieges, erwandert das Siebengebirge und mentoriert zukünftige Talente für PAN e. V. Ihre Kurzgeschichten wurden mit den Literaturpreisen der Jungen Akademien Europas und der Ruhrfestspiele Recklinghausen ausgezeichnet, ihre Romane waren für den RPC Fantasy Award und den Lovelybooks-Leseraward nominiert. Ihre Palace-Saga und der Wayfarer-Saga schrieb Christine Lehnen auf Englisch – diese beiden auf Deutsch erschienenen Reihen wurden ins Deutsche zurückübersetzt.
 
 
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4 Kommentare:

  1. Hi Steffi!

    Ich hab das Buch ja auch grade gelesen und es ähnlich empfunden wie du. Den Anfang fand ich auch etwas träge und die ganze Situation um das Schloss usw hat mich so gar nicht packen können. Ab der Reise allerdings wurde es dann spannend und den Schluss fand ich absolut genial. Einen Stern hab ich dann aber doch abgezogen, einfach vom Gefühl her, weil ich anfangs wirklich ein bisschen zu kämpfen hatte.
    Ich würde es aber gerne nächstes Jahr nochmal lesen mit dem Wissen, wie alles zusammenspielt, an sich ist es ja wirklich genial gemacht :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Guten Morgen Aleshanee,

      ja das besondere daran ist ja, dass ich ja bei dir noch gelesen hatte, dass es dir so ging, und trotzdem ging es mir nicht anders mit dem Beginn :D Das es durchgängig in der Vergangenheit spielt, habe ich da auch irgendwie nicht wahrgennommen gehabt.

      Ja, ich habe auch überlegt, ob ich einen Stern abziehe, bin dann bei mir aber auch nach dem Gefühl gegangen, dass danach total überwältigt und begeistert war und den schwachen Anfang dann in Relation gesetzt hat.

      Na, da bin ich ja dann mal gespannt, wie dir dann der Re-Read gefallen wird ;).

      Liebe Grüße,
      Steffi

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  2. Hallo Steffi,
    auch wenn der Anfang scheinbar erst mal "überwunden" werden muss, hat dich die Handlung danach ja dann doch überzeugt. So ähnlich ging es Alex ja auch. Ich behalte das Buch auf jeden Fall mal weiterhin auf der Merkliste, denn ich bin richtig neugierig, wie es mir wohl beim Lesen gehen würde. Ich mag Märchenadaptionen ja auch gern und habe irgendwie doch viel zu wenig Zeit dafür. ;)
    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hallo Dana,

      ja das stimmt. Das Endkonstrukt fand ich wirklich genial und echt lesenswert. Also wenn man Märchen mag ;)
      Mir geht es leider auch so, dass ich meistens viel zu wenig Zeit für das Genre hab. Aber aktuell hab ich ja einige Adaptionen hier.

      Liebe Grüße,
      Steffi

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