Donnerstag, 15. August 2019

Top Ten Thursday #164 - Auf ganzer Linie enttäuschend....

Huhu ihr Lieben,

heute gibts wieder einen neuen Top Ten Thursday und diese Aktion wird von Aleshanee von Weltenwander weitergeführt. Es geht darum Bücher-Listen zu bestimmten Themen zu erstellen und sich dann darüber auszutauschen.

Wenn ihr auch mitmachen oder einfach nur stöbern möchtet, könnt ihr gerne bei Aleshanee vorbeischauen.
Das Thema für diese Woche lautet:
 
10 Bücher von denen ihr viel erwartet habt, die aber eine Enttäuschung wurden   
   

Leider gibts das immer wieder. Zum einen ist es ja gut, wenn Geschmäcker einfach verschieden sind, aber trotzdem ist es immer schade, wenn man von einem Buch einfach total enttäuscht wird. Dabei ist meine Liste wieder bunt gemischt und hat Vertreter aus vielen Genres.
Vor allem bei den Fortsetzungen von Colleen Hoover und Kathrin Lange war ich echt enttäuscht, da ich die Auftaktbände echt toll fand, aber hier ist es mal wieder ein Beispiel von "Es hätte einfach ein Einzelband bleiben sollen".

Falls vorhanden führen euch die Links zur jeweiligen Rezension.
- Bannwald - Julie Heiland **
- Die Insel - Steen Langstrup **
- Die Träumenden - Karon Thompson Walker **
- Evermore: Die Unsterblichen - Alyson Noél **
- Wicker King - Kayla Anrum **

- Weil wir uns lieben - Colleen Hoover **
- Secrets of Jade - Liza Patrick *
- Herz in Scherben - Kathrin Lange **
- Unter uns nur Wolken - Anna Peffer **
- Oktoberfest - Christoph Scholder *



Was sagt ihr zu meiner Auswahl? Kennt ihr das ein oder andere Buch davon?    



Das Thema für nächste Woche lautet: 
10 Bücher mit einem (!) männlichen Hauptprotagonisten (kein Pärchen)


Liebe Grüße,
Steffi


Montag, 12. August 2019

Rezension: Eve of Man (I): Die letzte Frau - Giovanna & Tom Fletcher

Titel:  Eve of Man (I) - Die letzte Frau
  Autoren: Giovanna & Tom Fletcher
    Seiten: 448 
Verlag: dtv (Hanser Reihe)
    Preis: 18,95 €  
Ersterscheinung: 23. 08. 2019
 Reihe: Teil 1 von 3



Kurzbeschreibung:
Sie ist die Antwort auf alle Gebete der Welt, die Hoffnung auf den Fortbestand der Menschheit: Nach einem halben Jahrhundert wird endlich wieder ein Mädchen geboren - Eve. Isoliert von der Außenwelt wächst sie in einem goldenen Käfig auf. Jetzt, mit 16 Jahren, soll sie aus drei Kandidaten ihren Partner wählen. Eve war sich ihrer Verantwortung immer bewusst und hat widerspruchlos die schwere Bürde für den Fortbestand der Menschheit getragen. Doch nun trifft sie Bram, und die Zweifel an der Aufrichtigkeit der Motive ihrer »Beschützer« wachsen. Eve will die Wahrheit wissen, über die Welt, über ihre Familie, über die Liebe, die sie für Bram fühlt. Sie will Kontrolle über ihr Leben, sie will Freiheit. Doch darf sie für ihr privates Glück die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen?

Meinung:
Cover und Klappentext haben sofort meine Neugier geweckt. Solch ein Setting ist mir auch noch nicht begegnet. Ich hatte zwar schon Bücher mit getrennten Geschlechtern usw., aber die Idee, dass es nur noch ein Mädchen gibt, dass den Fortbestand der Menschen sichern kann, fand ich extrem faszinierend.

So fand ich auch den Prolog sehr fesselnd, in dem es darum geht, dass plötzlich alle Babys nur noch Männlich sind und das Rosa aus den Krankenhäusern verschwindet, bis es dann nach 50 Jahren eben doch wieder ein einziges Mädchen gibt.

Auch danach fand ich die dargestellte Welt von Eve auf den ersten Seiten eigentlich ganz interessant, wie sie so lebt, was sie so denkt, und vor allem auch, wie sie ihr eine gleichaltrige Freundin „erschaffen“ haben, die meistens vom 2. Protagonisten Bram gelenkt wird. Eve ist sympathisch und natürlich anfangs naiv, aber mit der Zeit entwickelt sie sich weiter und beginnt die Sachen zu hinterfragen. 

Ungefähr die andere Hälfte der Geschichte wird aus Brams Sicht erzählt, die beiden Perspektiven wechseln sich mehr oder minder regelmäßig ab und ergänzen sich gut. Auch seine Darstellung fand ich anfangs ganz spannend, da man dadurch wenigstens einen kleinen Einblick in die Welt dahinter erhalten und gesehen hat, dass die perfekte Welt von Eve schnell deutliche Risse bekommt.

Aber ehrlich gesagt, ging mir diese anfängliche Darstellung einfach viel zu lang. Es dauert ungefähr die Hälfte des Buches, bis der Turm mal verlassen wird und wir das erste Mal zumindest ein bisschen was von der Außenwelt mitbekommen. Auch wenn Brams Welt schon vorher komplizierter ist, hat mich die Geschichte nach der anfänglichen Neugier immer mehr enttäuscht.

Es ist irgendwie nichts spannendes passiert, es gab kaum ein World-Bildung, die Außenwelt wurde bis zur Hälfte kaum erwähnt und es gab auch keinerlei Erklärungsansätze dazu, wieso es plötzlich nur noch männliche Babys gab. Ich fand es leider einfach irgendwie öde, da mich auch der Schreibstil nicht komplett gepackt hat. Es war nett zu lesen und flüssig geschrieben, aber es ist einfach nur vor sich hingeplätschert.

Nach der Hälfte hat das Buch aber Gott sei dank nochmal die Kurve bekommen. Auch wenn die grundlegenden Wendungen größtenteils genauso eintreffen, wie man es sich denkt und aus anderen Dystopien kennt, fand ich die Art und Weise und einfach die Details dahinter doch ganz interessant und unterhaltsam. Es kommen neue Figuren dazu, es gibt zumindest kleine Einblicke in die Welt der Männer und ein paar der Wendungen haben mich doch auch ein bisschen überrascht. Und auch Eves Entwicklung geht voran. Sie rebelliert, stellt endlich Fragen und begehrt auf. Insgesamt hat mich der Plot dann einfach wieder mehr gepackt, ich habe auch mit den Figuren mitgefiebert und mich dann doch noch gut unterhalten gefühlt.

Der Showdown lief dann auch wieder so, wie erwartet, aber war recht spannend beschrieben. Wobei ich es etwas schade fand, dass man eine Schlüsselszene nur in der Nacherzählung mitbekommen hat, aber da keiner der beiden Protagonisten live dabei war und die Autoren wohl keine andere Perspektive mehr einbauen wollten, musste es wohl so gelöst werden.

Das Ende an sich ist natürlich eher offen und auch vorhersehbar, aber ich fands insgesamt dann doch recht zufriedenstellend und finde, dass die Weichen für den Folgeband nun wirklich gut gestellt sind und hoffe, dass sie nun auch endlich etwas tiefer in die Außenwelt eintauchen und es auch tiefer gehende Erklärungen und ein paar unerwartete Entwicklungen geben wird.

Fazit:
Ein Auftakt, der sich etwas lange mit den anfänglichen Darstellungen aufhält und bis zur Hälfte ziemlich dahinplätschert. Danach konnte er mich aber trotzdem wieder packen und unterhalten, auch wenn die Entwicklungen zumeist mehr oder minder vorhersehbar sind. Die Details fand ich aber gut ausgearbeitet und jetzt sind die Weichen für den Fortgang der Geschichte perfekt gestellt, weshalb ich hoffe, dass der Folgeband gleich von Beginn an voll loslegt und es auch ein paar Antworten, unerwartete Entwicklungen und viel Spannung gibt. Aber so wie es aussieht, müssen wir auf die Fortsetzung eh noch eine Weile warten. Für Band 1 gibt’s solide 3,5 Buchherzen.
 Vielen Dank an vorablesen.de und den dtv Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.


Infos zu den Autoren (Quelle: vorablesen.de):
Giovanna Fletcher ist eine der erfolgreichsten Autorinnen in Großbritannien für Frauenliteratur. Ihre Bücher wurden in 12 Sprachen verkauft. Sie ist Schauspielerin, Bloggerin und Moderatorin.


Tom Fletcher ist in seiner Heimat Großbritannien ein Bestsellerautor im Kinderbuch und hat mit seinem Debüt “The Christmasaurus” ("Der Weihnachtosaurus") einen ungeheuren Erfolg. Von seinen Kinderbüchern verkauften sich international über 1 Mio. Exemplare.


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Infos zur Reihe:
1. Eve of Man (I) - Die letzte Frau
2. Eve of Man (II) Englischer Erscheiungstermin: 30.April 2020
3. Eve of Man (III) Englischer Erscheiungstermin: 28.Mai 2020

Samstag, 10. August 2019

Hörbuchrezension: Der Blütenjäger - Catherine Shepherd

Titel: Der Blütenjäger - Ein Laura Kern-Thriller
 Autorin: Catherine Shepherd 
Sprecherin: Beate Rysopp     
Laufzeit: 8 h 4 m - ungekürzte Lesung   
Seitenanzahl der Printausgabe: 332   
Verlag: Audiobuch   
Ersterscheinung: 30. Juli 2019   
Preis: ab 12,39 € - 1 MP3 CD   
Reihe: Teil 4 von (bisher) 4




Kurzbeschreibung:
 Am frühen Morgen entdeckt ein Jäger eine junge Frau, die leblos im Wald liegt. Sie wurde hinterrücks erschossen. Die Polizei stuft den Fall zunächst als Jagdunfall ein, doch schon kurz darauf wird erneut eine Frau erschossen. Spezialermittlerin Laura Kern erkennt sofort Parallelen in den beiden Fällen. Denn die Opfer sterben nicht nur im Abendkleid, neben ihnen liegt auch eine Blüte und ein Foto, dass sie noch lebendig zeigt. Laura ist einem Killer auf der Spur, der nur ein Ziel kennt: Töten!

Meinung:
Obwohl ich schon ein Hörbuch von Catherine Shepherd gehört habe, war es doch mein erstes aus der Laura Kern Reihe. 

Jedoch hat das kein Problem dargestellt. Da die Autorin die Grundlagen aus den vorherigen Bänden grob einstreut, bin ich gut in die Geschichte gestartet und habe mich auch gleich mittendrin gefühlt. Dabei hatte ich zwar anfangs ein bisschen Sorge, dass der Teil zwischen Laura und Taylor etwas viel Platz einnehmen könnte, aber diese Sorge hat sich definitiv nicht bestätigt. Der private Einblick war genau richtig dosiert um einen Bezug zu den Figuren aufbauen zu können. Wobei Taylor doch auch eher etwas im Dunkeln blieb und auch Lauras Kollege Max konnte meine Sympathien jetzt nicht unbedingt total gewinnen. 

Erzählt wird die Geschichte in zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Zum einen natürlich in der Gegenwart, aber auch hier gibt es neben der Hauptperspektive von Laura Kern und ihrer Ermittlungsarbeit noch einige weitere Interessante Sichten. So zum Beispiel aus der Sicht mancher Opfer, aber auch die Psychologin Susanne Niemeyer spielt eine große Rolle und zwar in beiden Zeitebenen. In der Gegenwart berät sie Laura Kern und hat mit speziellen Klienten zu tun, in der Vergangenheit vor 20 Jahren setzt sie sich mit dem rätselhaften Tod der kleinen Emma auseinander. Dabei fragt man sich natürlich, wie die beiden Fälle Geschehnisse zusammenhängen. 

Beide Fälle sind sehr spannend und wendungsreich konstruiert. Dabei gibt es natürlich auch ein paar Zufälle, aber die gehören auch zum Leben. Die Autorin hat gezielt immer wieder falsche Fährten gelegt, denen ich zwar nicht allen auf den Leim gegangen bin, aber doch oft genug. Dabei zieht sich ein glaubhafter roter Faden durch den ganzen Thriller und auch wenn das Ende so unvorhersehbar ist, fand ich es doch überzeugend und glaubhaft. Für die Hauptgeschichte wurden auch alle Fragen beantworten, ich fand es nur etwas Schade, dass kleinere Fragen zu Nebenfiguren nicht mehr beachtet wurden. Aber das ist wirklich nur eine Kleinigkeit.

Die Atmosphäre im Thriller ist immer eher etwas düster und mysteriös, aber eben doch auch fesselnd und unterhaltsam. Der Schreibstil ist flüssig und es wird in einem guten Tempo erzählt. Sprecherin Beate Rysopp macht einen tollen Job, sie hat eine klare und angenehme Stimme, haucht den Protagonisten Leben ein und setzt gezielt auch stimmliche Höhepunkte um bestimmte Stimmungen noch authentischer wirken zu lassen. 

Fazit:
Ich wurde von „Der Blütenjäger“ vollkommen überzeugt. Eine etwas mysteriöse Grundstimmung,  eine durchwegs spannende Handlung mit vielen Wendungen und einem unvorhersehbaren, aber doch stimmigen Ende, authentische Charaktere und eine tolle Sprecherin bieten ein gutes Rundumprogramm. Was will man mehr. Mein einziger Minikritikpunkt, dass am Ende noch kleinere Fragen von Nebenfiguren offenblieben, fällt nicht wirklich ins Gewicht, weshalb es trotzdem 5 Buchherzen und eine Lese- bzw. Hörempfehlung gibt.
Herzlichen Dank an Audiobuch Verlag und Lovelybooks für die Bereitstellung des Hörbuchs und die unterhaltsame Leserunde.


Infos zur Autorin (Quelle: amazon.de):
Catherine Shepherd (Künstlername) lebt in Zons am Niederrhein. Nach jahrelanger Tätigkeit für eine große deutsche Bank, begann sie mit dem Schreiben und wurde zur Bestseller-Autorin. Ihre Reihen um Julia Schwarz und Laura Kern sowie die Zons-Bücher begeistern unzählige Thriller-Fans.

Info zur Sprecherin (Quelle: audiobuch.com):
Beate Rysopp ist Sprecherin für Reportagen, Hörspiele und Hörbücher. Sie hat eine sympathische und facettenreichen Stimme. Ihre Interpretationen sind einfühlsam, emotional und ausdrucksstark.


WERBUNG
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Infos zur Reihe:
1. Krähenmutter
2. Engelsschlaf
3. Der Flüstermann
4. Der Blütenjäger

Donnerstag, 8. August 2019

Top Ten Thursday #163 - Lila, violett und purpur

Huhu ihr Lieben,

heute gibts wieder einen neuen Top Ten Thursday und diese Aktion wird von Aleshanee von Weltenwander weitergeführt. Es geht darum Bücher-Listen zu bestimmten Themen zu erstellen und sich dann darüber auszutauschen.

Wenn ihr auch mitmachen oder einfach nur stöbern möchtet, könnt ihr gerne bei Aleshanee vorbeischauen.
Das Thema für diese Woche lautet:
 
10 Bücher mit einem vorwiegend lila Cover (nicht rosa ;) )
   
   

Also auch wenn lila in meinem Bücherregal viel seltner vertreten ist als andere Farben, hab ich doch schnell einiges an Auswahl gefunden. Aber fast alle aus dem Fantasy-Genre.

Falls vorhanden führen euch die Links zur jeweiligen Rezension.


- Das Juwel: Die Gabe - Amy Ewing
- Der Pakt der Bücher - Kai Meyer
- Seele an Seele - Hanna Bloom
- Der Klang deines Lächelns - Dani Atkins
- Sturz in die Zeit - Julie Cross

- Legend 3: Berstende Sterne - Marie Lu
- Chroniken der Unterwelt 4: City of Fallen Angels - Cassandra Clare
- Charmed: Zauberhafte Schwestern: Der Geist mit der Maske
- Virtuosity: Liebe um jeden Preis - Jessica Martinez
- Zauber der Vergangenheit - Jana Goldbach



Was sagt ihr zu meiner Auswahl? Kennt ihr das ein oder andere Buch davon?    



Das Thema für nächste Woche lautet: 
10 Bücher von denen ihr viel erwartet habt, die aber einen Enttäuschung wurden


Liebe Grüße,
Steffi 

Dienstag, 6. August 2019

Hörbuchrezension: Suche mich nicht - Harlan Coben

Titel: Suche mich nicht
  Autor: Harlan Coben 
Sprecher: Detlef Bierstetd  
Laufzeit: 10 h 15 Min - gekürzt     
Verlag: der Hörverlag   
Preis: ab 11,45 € - 1 MP3 - CD  
Ersterscheinung: 18. Juni 2019    
Reihe: Nein



Kurzbeschreibung:
Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch begibt sich Simon auf die Suche, und als er Paige im Central Park tatsächlich entdeckt, erkennt er seine Tochter nicht wieder. Denn diese junge Frau ist völlig verstört und voller Angst. Sie flieht vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss ihr in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie verloren ging. Und was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen gefährlichen Abgrund …

Meinung:
Ich muss sagen, dass ich bis vor diesem Thriller den Autor Harlan Coben noch nie bewusst wahrgenommen und auch noch kein Buch von ihm gelesen habe, obwohl er ja doch schon einige geschrieben hat. Aber „Suche mich nicht“ hat mich sofort angesprochen und ich war gespannt, wie sich die Geschichte entwickeln würde.

Dabei muss ich zugeben, dass ich mit dem Einstieg gar nicht so gut klar gekommen bin. Obwohl ich mich gleich in Protagonist Simon und seine Situation hineinversetzten konnte, fand ich die Art, wie die erste Begegnung mit Paige bzw. ihrem Freund Aaron dargestellt wurde bzw. welche Kreise es gezogen hat, eher eigenartig und zu aufgebauscht. Mir ist klar, dass es genauso funktioniert, wenn ein Clip viral geht, aber hier fand ich es als Start irgendwie nicht besonders sympathisch.

Zum Glück war diese Phase dann doch eher schnell wieder vorbei, aber auch danach war ich nicht sofort gefesselt. Ich hatte einige Zeit keine wirklich Idee, um was es hier genau geht, denn dass es „nur“ um eine Drogengeschichte gehen sollte, hätte ich etwas einseitig gefunden, aber auch die plötzlichen Perspektivenwechsel zu völlig unbekannten Personen und Szenen haben mich anfangs etwas verwirrt und ich konnte die Verbindungen nicht erkennen.

Aber nach dem ganzen Vorgeplänkel, das sich nach und nach doch als wichtig und durchdacht herausstellt, hat die Geschichte richtig Fahrt aufgenommen. Zu den Gefahren in der Drogenszene gibt es eigenartige Morde und verschwundene Leute, neue Figuren und Blickwinkel, viele Geheimnisse und einige unerwartete Wendungen, sowie handfeste Spannung.

Mit der Zeit bin ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus gekommen und habe die abwechslungsreiche Handlungsentwicklung mit viel Freude verfolgt. Und dabei gibt es wirklich viele Wendungen, die ich so nicht erwartet habe bzw. entwickelt sich die ganze Geschichte in eine ganz andere Richtung mit richtig viel Tiefe und Biss.

Wie bereits erwähnt, fand ich Protagonist Simon extrem glaubhaft dargestellt. Er ist halt ein Vater, der seine Kinder liebt und für sie alles tun würde, auch über die Schmerzgrenze hinaus. Dabei fand ich auch die Liebe zu seiner Frau Ingrid sehr besonders dargestellt, auch wenn ihr Charakter anfangs etwas im dunkeln bleibt.

Aber auch die anderen Figuren fand ich spannend, interessant und zum größten Teil authentisch dargestellt. Bei manchen hätte ich mir vielleicht noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, aber im Großen und Ganzen hat es wirklich gepasst.

Je weiter das Hörbuch sich dem Ende nähert, desto mehr Fahrt nimmt es auf. Der Showdown ist nochmal extrem fesselnd und ich fand es schön, dass es auch danach nochmal ruhigere Szenen gibt, die einfach Antworten und Erklärungen liefern, sodass so gut wie alle offenen Fragen beantwortet werden und man den Thriller mit einem guten Gefühl beenden kann.

Sprecher Detlef Bierstedt macht einen soliden Job. Obwohl ich seine Stimme kenne, konnte auch er mich anfangs nicht total packen, aber als dann die Geschichte an Fahrt aufgenommen hat, war ich auch von seiner Leistung wieder überzeugt und wurde von seiner eher etwas ruhigen, aber durchaus charismatischen Stimme mitten ins Buch gezogen.

Fazit:
Ein Thriller, der mir anfangs etwas Geduld abverlangt hat, aber mit der Zeit die Losen Fäden vom Beginn stimmig verbindet und immer mehr Fahrt aufnimmt. Dabei entwickelt sich die Handlung mit viel Spannung unerwartet vielschichtig und wendungsreich und konnte mich am Ende vollkommen fesseln und überzeugen. Es werden auch alle offenen Fragen beantwortet und man kann die Geschichte mit einem zufriedenen Gefühl beenden. Somit gibt’s trotz des etwas holprigen Beginns gute 4 Buchherzen und eine Lese- bzw. Hörempfehlung. 
Herzlichen Dank an Den Hörverlag für die Bereitstellung des Hörbuchs.


Infos zum Autor (Quelle: randomhouse.de):
Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bisher in über 40 Sprachen übersetzt und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Harlan Coben, der als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet wurde – dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award – gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.

Info zum Sprecher (Quelle: randomhouse.de):
Detlef Bierstedt wurde 1952 in Ost-Berlin geboren. Dort absolvierte von 1973 bis 1976 seine Schauspielausbildung, der sich zahlreiche Film- und Theaterengagements anschlossen. 1984 siedelte er in die BRD um und spielte seither in einer Vielzahl von TV-Serien mit. Zudem arbeitet als Sprecher für Werbespots, Dokumentationen, Hörspiele und -bücher, hat in mittlerweile über 1000 Produktionen mitgewirkt und gehört so zu den gefragtesten und bekanntesten Stimmen in ganz Deutschland. Unter den Stars, denen er seine Stimme leiht, finden sich George Clooney, John C. Reilly, Jonathan Frakes und Bill Pullman uvm. Für Random House Audio hat er u. a. Brandon Sandersons Sturmlicht-Chroniken gelesen.



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