Samstag, 5. Januar 2019

Rezension: Unter uns nur Wolken - Anna Pfeffer





Titel: Unter uns nur Wolken
 Autorin: Anna Pfeffer  
Seiten: 288   
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Preis: 9,99 € 
Ersterscheinung: 07. 12. 18
Reihe: Nein







Kurzbeschreibung:
Tom ist ratlos: Sein Großvater Florian hat Alzheimer und lehnt jede Hilfe ab. Während bei Florian das Gestern verschwindet, sucht Tom im Heute verzweifelt eine Pflegerin. Doch keine will bleiben, denn sobald Tom die Wohnung verlässt, wird der charmante alte Herr zum Ekelpaket. Bis Ani vor der Tür steht. Ohne Wohnung, dafür mit Liebeskummer. Alle Versuche, Ani zu vergraulen, scheitern. Allmählich beginnt Florian sich ihr zu öffnen und gegen das Vergessen anzuerzählen. Vor allem von seiner großen Liebe Greta. Und verändert damit nicht nur sein Leben, sondern auch das von Ani und Tom. 

Meinung:
Als ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Ich mag solche Geschichten gerne und habe mich, wie angekündigt, auf einen Generationenroman gefreut, der sowohl berührt, als auch witzig ist.

Leider wurden meine Erwartungen kaum erfüllt. 

Mir war durchaus vorher klar, dass Florian sehr anstrengend sein wird und anfangs fand ich das durchaus ok und nachvollziehbar, dass er um seine Frau trauert und gegen die Krankheit bzw. das Wahrhaben davon ankämpft. Genauso wie auch Tom genervt und überfordert und auch Ani einfach verzweifelt ist. 

Aber nachdem die erste Hälfte des (recht kurzen) Buches fast ausschließlich daraus besteht, dass man sich mit Gemeinheiten vertreiben will und sich Schuldzuweisungen an den Kopf wirft und diese auch soweit gehen, dass sie den humorvollen Bereich deutlich überschritten haben, war mir das einfach alles zu viel. Im Grunde immer noch nachvollziehbar, das ja, aber auch unsympathisch und einfach nur nervig. 

Der Wandel dahingehend, dass man sich dann vielleicht doch irgendwie leiden kann passiert zwischen den Zeilen, was auch ok ist, aber das große Einsehen von Florian und die sich entwickelnde Liebesgeschichte waren dann doch zu abrupt. Das konnte ich nicht nachfühlen. 

Die Charaktere waren soweit recht gut beschrieben, hatten alle ihre Ecken und Kanten, wobei diese für mich überhandgenommen haben.  Symapthiepunkte gabs leider immer weniger und die berührenden und leisen Szenen waren zwar durchaus immer mal wieder (zu) kurz da, konnten die allgemeine Abneigung gegen die Figuren aber nicht mehr ganz rausreißen. 

Statt dieser vielen Bosheiten, hätte ich mir viel mehr über die Krankheit selbst, aber auch die Vergangenheit von Florian mit Greta gewünscht. Und mehr Szenen die wirklich zum Lachen sind. So hab ich mich eher geärgert oder über die kindischen Sturheiten der Figuren den Kopf geschüttelt. 

Das Ende war dann nach den eher schlechten Umständen doch noch etwas versöhnlich, wenn auch nicht völlig überzeugend. 

Fazit:
Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt, für mich hat die Mischung der einzelnen Elemente einfach nicht gepasst.  Das Gemeine und die kindischen Sturheiten waren zwar im Grunde nachvollziehbar, aber mir definitiv zu viel und einfach unsympathisch. Ich konnte darin wenig Lustiges entdecken und die leisen und tiefgründigen Szenen waren zu wenig. Auch die Entscheidungen am Ende und die Liebesgeschichte gingen zu plötzlich von der Hand, um wirklich überzeugend zu sein. Auch wenn das Ende zumindest noch ein bisschen versöhnlich war, kann ich nicht mehr als gute 2 Buchherzen vergeben.
  Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.


Infos zur Autorin (Quelle: aufbau-verlag.de):
Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die beiden Autorinnen hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer, sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Wien befreundet und haben zusammen Geschichten geschrieben. Heute leben sie in Hamburg und Wien, sind zusammen 75 Jahre alt, haben zwei Männer, sechs Kinder und einen Hund.

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2 Kommentare:

  1. Als ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, bin ich - wie du - sofort angesprungen, weil ich solche Geschichten gern lese. Doch dann kam das Aber und ich war fast schon traurig.
    Es scheint sehr viel auf die Schattenseiten der Krankheit ausgelegt worden zu sein.
    Hast du `Tage zwischen Ebbe und Flut´ gelesen?
    Liebe Grüße, Hibi

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    Antworten
    1. Huhu Hibi,

      nein, das kenne ich noch nicht, werde ich mir aber gleich mal näher ansehen :).
      Danke für den Tipp. Und ja, mich hat der Verlauf der Geschichte bzw. die Handlung auch echt traurig gemacht.

      Liebe Grüße,
      Steffi

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