Samstag, 19. Januar 2019

Hörbuchrezension: Escape Room: Nur drei Stunden - Chris McGeorge




Titel: Escape Room - Nur drei Stunden
Autor: Chris McGeorge
 Sprecher: Torben Kessler
Laufzeit: 8 h 29 Min - autorisierte Lesefassung   
Verlag: Argon Hörbuch 
Preis: ab 14,09 € - 1 MP3 - CD´s 
Ersterscheinung: 26. Sept. 2018  
Reihe: Nein





Kurzbeschreibung:
Du hast nur drei Stunden Zeit, das Rätsel zu lösen …

TV-Star Morgan Sheppard erwacht in einem fremden Hotelzimmer, mit Handschellen ans Bett gefesselt. Außer ihm befinden sich noch fünf weitere Personen im Raum – und eine Leiche in der Badewanne. Über den Fernseher meldet sich ein maskierter Mann: Morgan habe drei Stunden Zeit, unter den Anwesenden den Mörder zu enttarnen. Gelinge das nicht, würden sie alle sterben. Aus dem Zimmer gibt es kein Entkommen, und während die Uhr gnadenlos tickt, greifen Panik und Misstrauen um sich, bis die Situation eskaliert …

Meinung:
Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Ich finde Escape Rooms allgemein sehr interessant und spannend, aber auch die Vorstellung einfach mit 5 anderen Personen und einer Leiche in einem fremden Hotelzimmer aufzuwachen und nur 3 Stunden Zeit zu haben um den Mörder zu entlarven, fand ich extrem fesselnd und schockierend. 

Dementsprechend bin ich auch super gut in die Geschichte gestartet. Ich konnte mich gut in Protagonist Morgan Sheppard hineinversetzen und seine Verwirrung, seine Angst, aber auch seine Zweifel nachvollziehen und ich war einfach auch gespannt, was hinter allem steckt, bzw. wie er das in der kurzen Zeit schaffen will. Die Bedrohung und die Spannung konnte ich auch deutlich nachfühlen. 

Denn es wurde ja schon am Anfang deutlich, dass Morgan Sheppard seine Fälle eigentlich gar nicht selbst ermittelt, sondern sie nur vorstellt bzw. auf Kosten anderer verkauft. Auch sonst ist er eher weniger sympathisch und hat einige Charaktereigenschaften, die ich überhaupt nicht an einem Menschen mag, aber trotzdem konnte ich mich gut in seine Lage versetzen, seine Gedankengänge nachvollziehen und fand seine Entwicklung/Wandlung glaubhaft. Das fand ich schon bemerkenswert in der Beschreibung, dass er trotz des eher negativen Charakters zu einer Art Antiheld wird und ich ihm das auch noch abnehme. 

Die anderen Charaktere sind zum Teil auch sehr speziell und werden in ihren Beschreibungen aber auch nur oberflächlich angerissen. Ich hatte zwar schon bald einen Verdacht hatte, der sich später auch als wahr herausgestellt hat, bin aber zwischendurch durchaus immer mal wieder verunsichert worden und habe auch alle anderen Figuren ins Visier genommen und verdächtigt.   

Doch leider konnte die Geschichte das gute Niveau vom Anfang nicht halten. Als es dann daran geht, etwas von der Vergangenheit aufzudecken, verliert sich der Autor in diesen Erzählungen. Er will jedes Detail der Vergangenheit aufdecken und das ist einfach zu viel und tötet die Spannung…  Vor allem da es für den Hörer schon bald offensichtlich wird, wie es damals gelaufen ist und diese kurze Erklärung hätte auch gereicht. 

Und auch die nachfolgenden Ermittlungen im Zimmer laufen dann oft eher etwas nebensächlich ab. Weshalb sich die große Spannung oft auch immer wieder etwas abbaut, auch wenn es zwischendurch doch einige Highlights und Wendungen gibt. 

Der Sprecher Torben Kessler macht einen guten Job. Er hat schon eine recht klare und eindringliche Stimme, die auch die Atmosphäre gut rüber bringt, aber gegen die langwierigen Erklärungen kann er trotz der guten Leistung nicht viel machen. 

Das Ende ist dann schon wieder ganz ok, auch wenn durch die vorherige Enttäuschung doch ein etwas bedauernder Nachgeschmack bleibt, dass das Potential etwas verschenkt wurde.

Fazit:
Eine spannende und fantastisch erzählte Geschichte, mit einem beklemmenden Setting, einem tollen Auftakt und einem glaubhaften Antihelden. Leider verzettelt sich der Autor dann in unnötige Details und Nichtigkeiten und kann die Spannung vom Anfang nicht aufrechthalten. Das Ende ist dann schon ganz ok, kann die Enttäuschung um das verschenkte Potential aber nicht ganz aus der Welt schaffen. Insgesamt vergebe ich knappe 3,5 Buchherzen, die aber eher ab-, als aufgerundet werden.
Herzlichen Dank an den Argon Verlag für die Bereitstellung des Hörbuchs.


Infos zum Autori (Quelle: Argon-verlag):
Chris McGeorge studierte Kreatives Schreiben (Crime/Thriller) an der City University London. Schon als kleiner Junge schrieb er gern Comics, Kurzgeschichten oder Drehbücher. Er mag skurrile und wunderbare Handlungen mit vielen Intrigen und Wendungen.

Info zum Sprecher (Quelle: Argon-verlag):
Torben Kessler ist nach Stationen in Düsseldorf, Freiburg und Leipzig Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt. Mit markanter Stimme und perfektem Timing begeisterte er u.a. in Hanya Yanagiharas Ein wenig Leben und Dave Eggers’ Der Circle.


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