Samstag, 5. April 2014

Rezension: Morgentau: Die Auserwählte der Jahreszeiten - Jennifer Wolf

 


Titel: Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten 
Autorin: Jennifer Wolf  
  Seiten: 255 
  Verlag: Impress 
Preis: ebook 3, 99 € 
Ersterscheinung: 06. 03. 14
 
Reihe: Nein






Kurzbeschreibung:
Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?

Meinung:
Mein erster Gedanke: „Ein tolles Cover und ein spannender Klappentext, der nach etwas Neuem klingt.“ So fand ich die Idee hinter dem Roman von Anfang an eigentlich echt gut, auch wenn ich mir anfangs nicht so ganz vorstellen konnte, wie die Jahreszeiten aus Männern bestehen können. 

Die Geschichte spielt in der Zukunft und mal wieder ist auf der Erde nichts mehr wie wir es kennen. Doch dieses Mal gibt es kein unterdrückendes Regime, sondern die Göttin hat sich den verbleibenden Menschen angenommen. 

Protagonistin Maya ist von Beginn an sympathisch und greifbar. Man versteht ihre Ängste, Gefühle und sogar ihre manchmal etwas übereilten Entscheidungen. Dennoch hat es mich etwas gestört, das eine dieser übereilten Entscheidungen ihr und ihrem männlichen Gegenpart die 100 Jahre ihres Lebens so extrem schwer gemacht hat. Denn eigentlich wäre von Anfang an alles sehr einfach gewesen. 

Generell muss ich sagen, dass mir oft genauere Details gefehlt haben. So wie z.B. genauere Infos über die Fähigkeiten und Aufgaben der Jahreszeiten, aber auch mehr Hintergrundinfos zur Welt, oder allgemein längere Beschreibungen der Abläufe. Oft werden längere Zeitabschnitte nur angedeutet und dann schnell und bündig abgehandelt, wie z. B. die Wochen bei den einzelnen Jahreszeiten. Die Autorin hat mir da irgendwie zu viel übersprungen oder der Fantasie überlassen. Auch die Tiergeister hätte ich gerne noch näher und ausführlicher kennengelernt, sie kamen mir irgendwie etwas zu kurz. Denn das was man von ihnen gelesen hat, war sehr vielversprechend und unterhaltsam. Und schließlich hätte ich mir auch genauere Infos über die Regeln, wieso Gaia etwas darf und das andere nicht, erfahren. So gabs z.B.  leider auch keine Plausible Antwort auf die Frage, wieso es immer nur eine Auserwählte für 4 Männer gibt. 

Auch fand ich die Beschreibungen der Brüder irgendwie etwas zu glatt. Sie waren alle so nett, fast ohne Mängel und haben sich gegenseitig die Liebe gegönnt. Das fand ich mit meinem großen Harmoniebedürfnis zwar einerseits echt schön zu lesen, aber irgendwie auch etwas unglaubwürdig. 

Die Liebesgeschichte an sich ist zumindest nicht alltäglich. Sie rutscht leider manchmal ins kitschige ab, aber im Großteil hat die Autorin den schmalen Grad waren können und die Gefühle glaubhaft greifbar gemacht. 

Zu Beginn fand ich die Geschichte, vor allem Mayas Wahl sehr vorhersehbar. Jedoch hat sich das mit der Zeit gewandelt und das Ende hat mich dann doch eher überrascht. Und das nicht nur mit dem Ausgang, sondern auch in seiner Emotionalität. Denn auch wenn es kein 100%iges Happy End gibt, hat es mir doch ein paar Tränen in die Augen getrieben und in mir das Gefühl hinterlassen, dass es genau so passt. 

Fazit:
Trotz der vielen Kritikpunkte fand den Roman echt unterhaltsam und ziemlich fesselnd. Nachdem ich einmal los gelegt hatte, wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht. Aber ganz überzeugt hat mich die Ausarbeitung nicht. Es gab zu viele kleinere und größer Unebenheiten und vor allem zu wenig Details.  So gibt’s am Ende knappe 3,5 Buchherzen und eine Leseempfehlung für alle, die sich von den Kritikpunkten nicht abschrecken lassen. 

 Meinen Dank gilt dem Impress- bzw. Carlsen-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben.

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