Titel: Eine von uns
Autorin: Samantha Hayes
Übersetzerin: Anne Rudelt
Seiten: 400
Verlag: dtv
Preis: TB: 13,00 €
Ersterscheinung: 26. 06. 2025
Reihe: Nein
Kurzbeschreibung:
Als
ihr Haus abbrennt, wird Ginas Leben und das ihrer Familie auf den
Kopf gestellt. Glücklicherweise ist ihre alte Freundin Annie nicht
in der Stadt und bietet ihnen an, vorübergehend bei ihr zu wohnen –
in einem wunderschönen, renovierten georgianischen Haus. Gina nimmt
das Angebot dankend an. Als es bald darauf an der Tür klingelt und
Mary auftaucht, die behauptet, die Haushälterin zu sein, stellt Gina
das nicht infrage, denn Annie lobt ihre Angestellte in den höchsten
Tönen. Doch Gina hat das Gefühl, dass Mary etwas zu verbergen hat.
Während sie darüber grübelt, wird sie von albtraumhaften
Erinnerungen heimgesucht – Erinnerungen an eine verhängnisvolle
Nacht vor vielen Jahren. Doch der wahre Albtraum steht erst noch
bevor.
Meinung:
Kurzbeschreibung
und Cover haben mich gleich angesprochen. Schon allein die
Ausgangslage klingt irgendwie mysteriös und spannend.
So
bin ich auch recht gut ins Buch gestartet. Der Prolog ist kurz und
erschreckend, der Start in die Haupthandlung nachvollziehbar. Die
Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt,
hauptsächlich aus der von Protagonistin Gina und der Haushälterin
Mary. Später kommen auch noch Rückblenden von „Damals“ hinzu,
die erzählen, was in Ginas Jugend passiert ist.
Ich
mochte die mysteriöse Stimmung, die in der Geschichte aufkam. Mary
verhält sich komisch, auch ihr „Sohn“ Tyler ist eigenartig und
es gibt einige Situationen, die bei mir doch die Alarmglocken haben
angehen lassen.
Jedoch
muss ich sagen, dass ich die Verhaltensweisen zum Teil einfach
komisch und nicht ganz nachvollziehbar fand. Und ich fand es etwas
schade, dass vieles recht vorhersehbar war. So wurden Wendungen
oftmals angedeutet und dann kurz darauf einfach durch eine andere
Person bestätigt. Manchmal gab es auch gleiche Szenen aus
unterschiedlichen Perspektiven, was ich ab und an ganz interessant,
oft aber einfach wiederholend fand.
Man
merkt recht schnell, dass der Schlüssel für alles in der
Vergangenheit liegt, jedoch sind die Kapitel von „Damals“ oftmals
auch eher nichtssagend, bzw. verdeutlichen sie nur, wie egoistisch
die Figuren waren. Klar, es waren Jugendliche, aber trotzdem waren
sie sehr arglos und Ich-bezogen. Und auch sonst plätschert einiges
ein bisschen vor sich hin, aber die Stimmung hat trotzdem gepasst,
sodass ich gerne weiterlesen wollte.
Am
Ende geht es dann durchaus Schlag auf Schlag. Spannend, da einige
Wendungen doch weiter gehen, als ich erwartet hatte und mich
auch wirklich schockiert haben, dennoch fand ich auch hier einiges
nicht ganz nachvollziehbar und recht übertrieben. Und auch die
Sprache hat sich recht verändert und ist härter geworden. Vor
allem ist mir die inflationäre Verwendung des Wortes „Schlampe“ recht negativ aufgefallen. Jeder wirft nur noch mit diesem
Schimpfwort um sich.
Insgesamt
fand ich den Abschluss aber dann doch auch irgendwie rund.
Nach
dem Buch gibt es noch einen interessanten Brief der Autorin, der ihre
Beweggründe für diesen Thriller erklärt. Sowas mag ich ja immer
gerne und die Ausführungen fand ich auch stimmig.
Fazit:
Insgesamt
bleibe ich etwas Zwiegespalten. Einerseits hat es sich gut lesen
lassen, war die Stimmung recht mysteriös und spannend, auch wenn die
Handlung etwas vor sich hin plätschert, einiges recht vorhersehbar
ist und manche Verhaltensweisen einfach komisch waren. Am Ende geht
es Schlag auf Schlag und man kann das Buch kaum noch aus der Hand
legen, aber dabei war vieles etwas übertrieben und zu viel des
Guten. Ich würde solide 3,5 Buchherzen vergeben.
Vielen Dank an vorablesen.de und den dtv-Verlag für das Leseexemplar.
Infos zur Autorin (Quelle: vorablesen.de):
Samantha
Hayes wuchs in den englischen Midlands auf und wünschte sich schon mit
zehn Jahren sehnlichst eine Schreibmaschine. Doch erst nach vielen
Reisen und beruflichen Umwegen erfüllte sie sich ihren Traum und
verfasste ihren ersten Roman. Während eines Australienaufenthalts lernte
sie ihren Ehemann kennen. Mit ihm und ihren Kindern lebte sie für
einige Zeit in den USA, bevor sie schließlich in ihre Heimat England
zurückkehrte, wo sie, wenn sie nicht gerade schreibt, alte Häuser
renoviert.
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